Zur Schlacht bei Leipheim 1525. Aus dem Tagebuch des Herolds Hans Lutz Hans Lutz begleitete Jörg Truchsess von Waldburg vom … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Günther Dehn über Karl Steinbauers Mosepredigten (1947): „Wenn man beide Prediger Paul Althaus und Karl Steinbauer miteinander vergleicht, so mag man sich wundern, dass sie der gleichen Kirche angehören. Auf der einen Seite steht der ruhige, überlegene Akademiker, der ganz getragen ist von der Atmosphäre eines nicht so leicht aus der Fassung zu bringenden kirchlichen Bildungschristentums und auf der anderen dieser Stürmer und Dränger, der mit jedem Satz, den er sagt, den Bau seiner Kirche (nicht etwa Christus, ihren Grund) zu erschüttern versucht. Dort ist alles historische Kontinuität, hier Neuanfang. Dort ist Stil, gehaltene Form, hier bricht sich die Rede in Katarakten Bahn. Was uns gelegentlich rein sprachlich geboten wird, geht an die Grenze des Möglichen.“
Über Karl Steinbauers Mosepredigten Von Günther Dehn Da hat sich Günther Dehn in seiner Besprechung der Mosepredigten Karl Steinbauers [Karl … Mehr
Ernst Bizer zum „Fall Dehn“ (1931/32): „Die Studentenschaft, die zunächst von dem ‚Gedicht‘ abgerückt war, protestierte dennoch heftig gegen die am 11. Februar ausgesprochene Relegation des Schriftleiters: ‚Nicht unser Kommiliton ist der größte Schädling der Universität, wie seine Magnifizenz behauptet hat, sondern jener Professor‘, ‚der die gesamte deutsche Jugend … aufs schwerste beleidigt und der die ethischen und sittlichen Bindungen eines Volksangehörigen an die Gesamtheit in Frage stellt‘ und dennoch den Schutz der Universität genießt! Auch die CSV veröffentlichte nun die Erklärung: ‚Wir sind nicht berufen oder befugt, über irgend einen Menschen zu richten. Wir können es uns aber nicht länger verhehlen, dass wir in einem Mann, der dem heißen Wollen und Ringen unserer Generation immer wieder mit eiskaltem Wenn und Aber und eben jetzt mit einer offenen Kampfansage entgegengetreten ist, … nicht den Führer und Lehrer gefunden haben, dem wir in dieser Schicksalsstunde unseres Volkes mit ungebrochenem Vertrauen zu folgen vermöchten.’“
Der „Fall Dehn“ Von Ernst Bizer Der Fall Dehn ist ein Vorspiel zu dem Kampf der Bekennenden Kirche im „Dritten … Mehr
Jörg Truchsess an den Schwäbischen Bund in Ulm zur Schlacht bei Leipheim (4. April 1525): „Da ich das Gelände zuvor erkundet hatte, griff ich mit meinen Reitern und den Truppen aus Metz, die an diesem Tag den Vortritt hatten, an. Als wir in Richtung Leipheim auf das Feld vorrückten, trafen wir auf zwei Fähnlein, die von Günzburg zur Unterstützung der Bauern entsandt worden waren. Zusammen mit diesen sowie den fliehenden Bauern lieferten wir uns ein Gefecht, töteten einige Hundert von ihnen, indem wir sie ertränkten oder erstachen, und trieben weitere in die Auen, wohin unsere Reiter ihnen nicht folgen konnten. Deshalb warteten wir auf die Fußsoldaten, die sie später ebenfalls töteten und dann an das Wasser trieben.“
Jörg Truchsess an den Schwäbischen Bund in Ulm zur Schlacht bei Leipheim 4. April 1525 Liebe Herren und Freunde, Heute … Mehr
Karl Barth, Warum führt man den Kampf nicht auf der ganzen Linie? Der Fall Dehn und die ‚dialektische‘ Theologie (1932): „Dürfte es nicht möglich sein, dass man auch zur Fortführung des Falles Dehn nun allseitig an die theologische Arbeit ginge und daß dabei aus der Fortführung eine Erledigung werden könnte? Dürfte nicht sogar der in dieser Sache offenbar besonders grimmige Kollege Hirsch in Göttingen mit mir einig darin werden, dass es an der Zeit wäre, diesen Streit aus dem Bereich der Straße auf ein unser aller und vor allem der evangelischen Theologie würdiges Niveau zu erheben? Ich fürchte, daß er und ich uns weder theologisch noch politisch je verständigen werden. Ich hoffe aber, dass sein und mein primäres Interesse der Theologie und nicht der Politik gehört.“
Warum führt man den Kampf nicht auf der ganzen Linie? Der Fall Dehn und die ‚dialektische‘ Theologie Von Karl Barth … Mehr
Nikolaus Thoman, Weißenhorner Historie über den Bauernkrieg 1525: „Am Sonntag früh ist Herr Jörg Truchsess mit vollem Haufen das Günztal hinaufzogen auf Kettershausen; alle umliegenden Dörfer, die nicht gehuldigt hatten, wurden geplündert. Zu Kettershausen blieben sie über Nacht. Da haben sie merklichen Schaden getan, alles Vieh, nichts ausgenommen, hinweggetrieben, desgleichen Hausrat, auch merklich Geld ausgegraben, wie mir einer selbst sagte, der Geld in seinem Garten vergraben hatte, es ward gefunden. Eine Frau, die hatte ziemlich viel Gulden in eines jungen Kindleins Grab auf dem Kirchhof unter das Kindlein gelegt. Das ward gefunden, sie meinten, es wär verraten worden.“
Weißenhorner Historie über den Bauernkrieg 1525 Von Nikolaus Thoman Nikolaus Thoman (* wohl um 1457; † 1545?) hatte seit 1479 … Mehr
Richard Karwehl, Politisches Messiastum. Zur Auseinandersetzung zwischen Kirche und Nationalsozialismus (1931): „Die Prophetie der Kirche ist so völlig erloschen, dass selbst protestantische Pfarrer die säkularisierte Eschatologie der völkischen Bewegung mit der legitimen Eschatologie kirchlicher Verkündigung verwechseln und mit Begeisterung in die Front des Nationalsozialismus einschwenken. Die Kirche hat kein das Einzelne und das Ganze packendes Wort zur Lage mehr. Sie hat ihren Rang verloren, sie hat die geistige Führung abgetreten an das politische Messiastum. Dort ist jetzt Kraft, Leidenschaft und Gläubigkeit. Dort sind Märtyrer, wenn auch Märtyrer des Säkulums. Der Nationalsozialismus ist hemmungslos eschatologisch, darin nur den Sektierern, Adventisten und „Ernsten Bibelforschern“ vergleichbar. Die Kirche dagegen pflegt ein individualistisches Seligkeitschristentum in Verbindung mit kleinbürgerlicher Ideologie und kirchlicher Selbstzufriedenheit.“
Politisches Messiastum. Zur Auseinandersetzung zwischen Kirche und Nationalsozialismus[1] Von Richard Karwehl Der Vortrag Richard Karwehls (1885-1979), Pfarrer an der Pauluskirche … Mehr
Günther Dehns Vortrag „Kirche und Völkerversöhnung“ vom 6. November 1928 in der Ulrichskirche zu Magdeburg: „Wir sollen uns sodann hüten, von uns aus auch nur das Geringste dazu zu tun, dem Krieg ein romantisches oder gar christliches Gesicht zu geben. Es ist allgemein üblich, dass von der Kirche der Tod fürs Vaterland unter den Gesichtspunkt des reinen Opfertodes gestellt wird, unter das Bibelwort: „Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben lasse für seine Freunde.“ Wir wollen ganz gewiss diesem Tod seine Würde und auch seine Größe lassen, aber ebenso gewiß wollen wir auch die Wahrheit sagen. Es wird bei dieser Darstellung eben außer acht gelassen, dass der, der getötet wurde, eben auch selbst hat töten wollen. Damit wird die Parallelisierung mit dem christlichen Opfertod zu einer Unmöglichkeit.“
Wie kein anderer „Vorfall“ war der Vortrag Günther Dehns „Kirche und Völkerversöhnung“ vom 6. November 1928 in der Ulrichskirche zu … Mehr
Paul Gerhard Schoenborn, Die Rettung der dänischen Juden 1943 und das prophetische Zeugnis des Dichterpfarrers Kaj Munk: „Nur eins will ich sagen: Wenn man hier im Lande mit der Verfolgung einer gewissen Gruppe unserer Landsleute anfängt, nur um ihrer Abstammung willen, dann ist es christliche Pflicht der Kirche zu rufen: ‚Das ist gegen das Grundgesetz im Reiche Christi, die Barmherzigkeit, und das ist verabscheuungswürdig für jedes freie nordische Denken.'“
Die Rettung der dänischen Juden 1943 und das prophetische Zeugnis des Dichterpfarrers Kaj Munk Von Paul Gerhard Schoenborn Zweierlei möchte … Mehr