Was wir glauben und was wir nicht glauben (Wat wij wel en wat wij niet geloven). Holländisches Bekenntnis gegen die nationalsozialistische Rassenideologie und den Antisemitismus (1941): „Wir glauben und bekennen, dass Gott von alters her das Volk Israel erwählt hat, um Seine Offenbarung zu empfangen bis zur Erscheinung Jesu, des aus diesem Volk geborenen Messias. Diese Berufung hat Israel durch eine Tat von Gottes unergründlicher, freier Gnade empfangen, denn an sich war Israel nicht besser, würdiger oder geeigneter als die anderen Völker. Aber diesem Volk hat der Herr Sein Wort anvertraut, damit alle, die zu Gott kommen, ‚in Israel eingepfropft‘ werden. Daher halten wir den Antisemitismus für etwas weit Schlimmeres als eine unmenschliche Rassenideologie. Wir halten ihn für eine der hartnäckigsten und tödlichsten Formen des Widerstands gegen den heiligen und barmherzigen Gott, dessen Namen wir bekennen.“

Was wir glauben und was wir nicht glauben (Wat wij wel en wat wij niet geloven, 1941)1 Der Text, den … Mehr

Der Hilzinger Vertrag vom 5. Juli 1525 nach der Unterwerfung der Bauern im Hegau: „Wer an seinem Leben bestraft wird, soll nicht mehr als die Kosten von seinem hinterlassenen Gut genommen werden. Den Abtrünnigen, die sich der oben genannten Strafe und Begnadigung nicht unterwerfen, sollen Weib und Kind nachgeschickt und all ihr Gut genommen werden. Dieses Gut soll zur Hälfte dem fürstlichen Haus Österreich und zur anderen Hälfte ihrem Herrn zufallen. Wer auch immer einen Abtrünnigen ersticht oder umbringt, soll nichts Unrechtes getan haben. Wird jedoch ein Abtrünniger von der Obrigkeit gefangen genommen, soll er an Ort und Stelle bestraft werden, doch kann die fürstliche Gnade über die Begnadigung der Abtrünnigen entscheiden.“

Der Hilzinger Vertrag vom 5. Juli 1525 Der Hilzinger Vertrag aus dem Hegau ist ein Beispiel dafür, welche harten Strafmaßnahmen … Mehr

Gerhard Schäfer über Johann Christoph Blumhardt (1805-1880): „Das Ende seines Kampfes in Möttlingen, der Ruf »Jesus ist Sieger«, war ihm ein Unterpfand dafür, dass nun, in seiner Zeit, das verheißene Reich, in dem Krankheit nicht mehr sein wird, in dem alle in Frieden miteinander leben werden, unmittelbar am Anbrechen ist. Er erkannte, dass Gott nicht nur im Gottesdienst der Gemeinde gegenwärtig ist und dass er nicht nur dem Geist aufhilft, sondern dass Gottes Kraft im Alltag eines Dorfes und eines ärmlichen Hauses wirkt, daß er körperliche Gesundheit schenken will.“

Johann Christoph Blumhardt (1805-1880) Von Gerhard Schäfer Wer eine Geschichte zu erzählen hat, bei der es um übersinnliche Erscheinungen, um … Mehr

Adolf Martin Ritter über Arius: „Es macht den einzigartigen Rang des »arianischen Streites« und seine exempla­rische Bedeutung bis heute aus, dass man ihm wohl erst dann voll gerecht wird, wenn man sich darin die Problematik der geistesgeschichtlichen Bezie­hungen zwischen Antike und Christentum überhaupt bündeln und verdichten sieht. Dadurch, daß die Alte Kirche – nach einigem Schwanken gewiß – am Ende dem Arianismus gegenüber bei ihrem Nein blieb, kam es zum Bruch mit der naiven Aufnahme antiken Seinsverständnisses zur Deutung des biblischen Kerygmas.“

Arius Von Adolf Martin Ritter Arius (Areios) war (nach Epiphanius, Panar. 69, 1.2) Libyer von Herkunft. Sein Geburtsjahr könnte etwa … Mehr

Sören Widmann über Paul Schempp (1900-1959): „Erst nach seinem Tode wurde sichtbar, für wie viele Menschen Paul Schempp, der streitbare und angefochtene Theologe, auch Helfer und treuer Seelsorger war. Ihn habe, so bekennt einer der vielen Freunde in einem Brief, ein einziger Satz immer wieder aufgerichtet, den Schempp einem Pfar­rerskollegen zur Antwort gab, als dieser ihn mitten in den turbulenten Tagen des Kirchenkampfes ängstlich-neugierig fragte, was es denn Neues gebe: »Seit der Auferstehung Jesu Christi gibt es nichts Neues!«“

Paul Schempp (1900-1959) Von Sören Widmann Paul Schempp war wie seine Freunde und Kampfgefährten Hermann Diem und Richard Widmann Jahrgang … Mehr

Peter Stockmeier über Athanasius: „Zum Fanal kirchlicher Freiheit gegenüber staatlicher Obmacht wurde Athanasius durch seine lebenslange Auseinandersetzung mit den Herrschern, um das Bekenntnis von Nicaea zur Geltung zu bringen. Es ist bekannt, dass der Bischof von Alexandrien hierbei nicht zimperlich vorging, doch lässt sich sein Kampf nicht auf eigensüchtige Motive zurückführen. Der Fall Athanasius machte vielmehr die grundsätzliche Problematik jener kaiserlichen Kirchenpolitik offenbar, die im Zuge der ‚konstantinischen Wende‘ das Christentum als religiöse Institution in das Imperium zu integrieren trachtete. Dem Widerstand des Athanasius kommt vor diesem Hintergrund über seine Zeit hinaus eine beispielhafte Wirkung zu.“

Athanasius (ca. 295-373) Von Peter Stockmeier (1925-1988) Die Kirchen- und Reichsgeschichte des vierten Jahrhunderts, durch die Religionspolitik Kaiser Konstantins des … Mehr

Warum der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen 1934 eine Lutherfigur über dem Eingangsportal erspart geblieben ist: „Weil nun der Bau im Oktober 1933, also im Lutherjahre begonnen wurde, soll die Kirche den Namen ‚Lutherkirche‘ bekommen und um diese auch nach außen zu kennzeichnen, soll am Westgiebel gegen die Straße eine Lutherfigur aus Sandstein, etwas über Lebensgröße, mit der Inschrift in der Konsole: ‚Für meine Deutschen bin ich geboren, meinen Deutschen will dienen‘ angebracht werden.“

Warum der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen 1934 eine Lutherfigur über dem Eingangsportal erspart geblieben ist Schreiben des Vöhringer Kirchenpflegers bzw. Kirchenvorstehers … Mehr

Stanley Hauerwas und John Berkman über Gewalt als Thema der christlichen Ethik (1995): „Eine der großen Ironien der christlichen Tradition ist, dass viele Rechtfertigungen von Gewalt, die Christen vertreten, auch die Hinrichtung Jesu durch die römischen Behörden legitimieren würden. Dennoch haben die meisten Christen weiterhin an der Zentralität des Kreuzes festgehalten und damit eine ständige Spannung zwischen christlichen Überzeugungen und der Legitimation von Gewalt aufrechterhalten. Das Neue Testament zeichnet Jesus eindeutig als jemanden, der mit Gewalt umging, indem er den grundlegenden Anspruch der Notwendigkeit oder Wirksamkeit von Gewalt infrage stellte.“

Gewalt Von Stanley Hauerwas und John Berkman In ähnlicher Weise, wie für den einen eine Person ein „Terrorist“ und für … Mehr

Paul Althaus, Kirche und Volkstum (1927) und die Ambivalenz seiner Volkstumstheologie: „Jedes Volk — auch das unsere, findet in der Geschichte, die dem Reiche Gottes entgegengeht, seinen Lebenssinn, seine gott­gegebene Stelle und darum unendliche Verantwortung, Verant­wortung auch dafür, das eigene Leben stark, frei, rein zu halten für den Dienst am Reiche Gottes. Die Völker bekommen verschiedene Sendung von dem Herrn der Geschichte. Unserem Volke ist durch seine Geschichte von Gott gezeigt, daß er ihm Besonderes anvertraut hat.“

Kirche und Volkstum (1927)[1] Von Paul Althaus 1. „Kirche und Volkstum“ — einer Versammlung des deutschen evan­gelischen Kirchentages im deutschen … Mehr