Dialektik der Aufklärung Von Jürgen Ebach Der Text für die Bibelarbeit zum Kirchentag: 1. Mose 3 und darin die Losung … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Lothar Kreyssigs Schreiben an Reichsjustizminister Franz Gürtner wider die nationalsozialistische ‚Euthanasie‘-Aktion T4 (1940): „Die Frage nach dem Sinn solchen Lebens rührt an die tiefsten Daseinsfragen überhaupt. Sie führt unmittelbar auf die Frage nach Gott. So ist auch meine Stellung zu ihr und – denke ich – vieler anderer Deutscher und deutscher Richter durch meinen christlichen Glauben bestimmt. Von dort her ist die »Vernichtung lebensunwerten Lebens« überhaupt ein schwerer Gewissensanstoß. Leben ist ein Geheimnis Gottes. Sein Sinn ist weder im Blick auf das Einzelwesen noch in dessen Bezogenheit auf die völkische Gemeinschaft zu begreifen. Wahr und weiterhelfend ist nur, was Gott uns darüber sagt. Es ist darum eine ungeheuerliche Empörung und Anmaßung des Menschen, Leben beenden zu dürfen, weil er mit seiner beschränkten Vernunft es nicht oder nicht mehr als sinnvoll begreift. Ebenso wie das Vorhandensein solchen hinfälligen Lebens ist es eine von Gott gegebene Tatsache, dass es allewege genug Menschen gegeben hat, die fähig waren, solches Leben zu lieben und zu betreuen, wie denn rechte Liebe ihre Größe und den Abglanz ihrer göttlichen Herkunft gerade dort hat, wo sie nicht nach Sinn und Wert fragt.“
Schreiben des Vormundschaftsrichters Dr. Lothar Kreyssig wider die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 an Reichsjustizminister Franz Gürtner[1] Brandenburg/Havel, 8. Juli 1940 An … Mehr
Johannes Hamel, Predigt über 1. Timotheus 2,1-6 (1955): „Macht Gottes Retterwillen nicht wieder klein und schäbig! Er hat die Leute im Zuchthaus in Naumburg ebenso lieb wie die, die sie verurteilt haben und bewachen! Er hat uns in der Kirche ebenso lieb wie alle übrigen Naumburger! Er hat die Russen lieb zusammen mit uns Deutschen, den Amerikanern, den Chinesen und alle übrigen Völker der Erde. Er hat die böse Schwiegermutter, wenn sie böse ist, ebenso in alle Ewigkeit lieb wie ihre Schwiegerkinder! Der Funktionär der Partei, den Kaufmann, den Arbeiter, den Volkspolizisten, den Kapitalisten – sie alle haben eine Würde, sie alle sind adlig: Gott ist für sie alle da als ihr guter und gnädiger Gott durch Jesus Christus, unsern Heiland.“
Predigt über 1. Timotheus 2,1-6 (1955) Von Johannes Hamel Liebe Brüder und Schwestern! Was würdet Ihr tun, wenn in diesem … Mehr
Ernst Wolf über Nachfolge: „Im Unterschied zum idealistischen Verständnis der Nachfolge wird sie in biblisch-reformatorischen Sinn als jener Vollzug des Liebesgebotes zu begreifen sein, der durch die selbstlose Sorge für das Menschsein des Menschen bestimmt ist, dafür, dass ihm sein Recht widerfährt. Sie verlangt die Verantwortung und den Dienst jedes Christen als des einzelnen unter Verzicht auf eigenes Recht, eigene Ehre, eigene Würde, eigenes Gut. Eine evangelische Sozialethik wird den Gedanken der Nachfolge als kritisches Prinzip tiefer und lebendiger als bisher aufgreifen und entfalten müssen.“
Nachfolge Von Ernst Wolf Nachfolge knüpft als Leitwort von erheblich ethisch und sozialethischer Bedeutung in den versch. Zeiten der Kirche … Mehr
Johannes Hamel, Evangelische Christenheit unter der marxistisch-leninistischen Diktatur 1945–1989. Bewährung und Versagen: „Neben Bewährung stand vielfaches Versagen, wie bei den zwölf Jüngern Jesu, aber das entschuldigt uns nicht, im Gegenteil. An einem Versagen, das ich hier als Beispiel für vieles Versagen in solchen Sachen bringe, bin ich selbst schuldhaft beteiligt. Es spielte sich ab zwischen einem Bischof und einem Mitglied des Politbüros. Mitte der sechziger Jahre fanden etwa sechs bis acht Gespräche statt, zu denen beide Häupter jeweils fünf bis zehn Begleiter mitbrachten. Selbst die Tatsache dieser Gespräche, über drei Jahre hinaus haben sie sich erstreckt, kam auf entschiedene Bitte des Bischofs nicht in die Presse. Es wurde sehr offen geredet. Über die nun zu erzählende Begebenheit schäme ich mich, als wenn sie gestern passiert wäre.“
Evangelische Christenheit unter der marxistisch-leninistischen Diktatur 1945–1989. Bewährung und Versagen (1993) Von Johannes Hamel „Evangelische Christenheit unter der marxistisch-leninistischen Diktatur … Mehr
Werner H. Schmidt und Gerhard Delling über Furcht in der Bibel: „Das Gegenstück zur Menschenfurcht ist die Gottesfurcht. Sie bedeutet Ehrfurcht und Anerkennung des göttlichen Willens. Gott fürchten heißt also ihm gehorchen, seinen Willen tun, selbst gegen menschliche Autorität, aber auch in Wort und Tat verlässlich sein. Gottesfurcht kann erworben oder erlernt werden durch das Hören auf das Gotteswort, Beobachtung der Gebote, denn Gottesfurcht bedeutet auf Gottes Stimme hören, ihm dienen. Wie Gott lieben bedeutet es das Befolgen der göttlichen Forderung. Gottesfurcht ist ein wichtiger Begriff der israelitischen Weisheit. Ja, die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. Beide, Gottesfurcht und Weisheit, werden durch den Weisen vermittelt und können nahezu synonyme Begriffe sein.“
Furcht in der Bibel Von Werner H. Schmidt und Gerhard Delling Der Mensch fürchtet sich vor wilden Tieren (Hi 5,21 … Mehr
Eberhard Jüngel, Wege und Aporien der evangelischen Kirchen in der DDR (1993): „Eine Kooperation mit dem Staatssicherheitsdienst unter den Zielsetzungen des Staatssicherheitsdienstes konnte für eine theologisch verantwortungsbewusste Kirche unter keinen Umständen in Betracht kommen. Galt doch für den Staatssicherheitsdienst in gesteigertem Maße, was Georg Lukacs für die kommunistische Ethik generell behauptet hatte: nämlich, dass sie die Anerkennung der Notwendigkeit, Böses zu tun, zur höchsten Pflicht mache, und dass die Erfüllung dieser Pflicht das größte Opfer sei, das die Revolution ihren Anhängern abverlange. Der Kirche konnte dergleichen nur als verwerflicher Aberglaube erscheinen. Dennoch ist es zu höchst problematischen, zum Teil auch verwerflichen Kontakten mit dem Staatssicherheitsdienst gekommen.“
Wege und Aporien der evangelischen Kirchen in der DDR (1993) Von Eberhard Jüngel Herr Landtagspräsident, Herr Ministerpräsident, Herr Vorsitzender, meine … Mehr
Karl Barth, Reich Gottes und Kirche (1940): „Was das Neue Testament als Sünde beschreibt, ist vielmehr der Glaube des Menschen an sich selbst – im Gegensatz zum Glauben an Jesus Christus – jene Selbstgerechtigkeit, in der der Mensch unter Umständen immer noch ein ganz brauchbarer Idealist sein kann. Denn das Reich Gottes ist nach dem Neuen Testament sehr schlicht eben Jesus Christus selber als die uns unverdient zugewendete Wohltat Gottes. Er kommt. Er macht alles neu. Er ist unsere Hoffnung. Und dass wir ihm dankbar entgegengehen, das ist unsere Zubereitung für ihn und also auf das kommende Reich Gottes.“
Reich Gottes und Kirche (1940) Von Karl Barth Herr J. Tscherner hat mir im Kirchenblatt (Nr. 13 vom 29. März … Mehr
Karl Barth, Brief an Hans von Soden in Sachen Treueid auf Adolf Hitler (1934): „Ein Eid auf Hitler nach nationalsozialistischer und also maßgeblicher Interpretation bedeutet, dass sich der Schwörende mit Haut und Haar, mit Leib und Seele diesem einen Manne verschreibt, über dem es keine Verfassung, kein Recht und Gesetz giebt, dem ich zum vornherein und unbedingt zutraue, dass er ganz Deutschlands und so auch mein Bestes unter allen Umständen weiß, will und vollbringt, von dem auch nur anzunehmen, dass er mich in einen Konflikt führen könnte, in dem er Unrecht und ich Recht hätte, schon Verrat wäre, dem ich mich also, wenn ich ihm Treue und Gehorsam schwöre, entweder den Einsatz meiner ganzen Person bis auf meine verborgensten Nachtgedanken oder eben gar nichts zuschwöre.“
Brief an Hans von Soden, Marburg, vom 5. Dezember 1934 in Sachen Treueid auf Adolf Hitler Von Karl Barth Prof. … Mehr