Karl Rahner, Ein alter Pfarrer meditiert sein Leben. Eine Predigt (1974): „Ich bin alt geworden. Das ist auch eine Gnade, weil im Alter die Hoffnung des ewigen Lebens wächst, weil Du zunimmst, wenn wir abnehmen. Wie lange dauert es noch, bis es für immer Abend ist? Ich weiß es nicht. So mache ich weiter, so lange noch Tag ist. Am Ende gehe ich mit leeren Händen fort, ich weiß es. Aber so ist es gut. Dann will ich auf den Gekreuzigten schauen. Und gehen. Was kommt, ist die selige Unbegreiflichkeit Gottes.“

Ein alter Pfarrer meditiert sein Leben. Eine Predigt Von Karl Rahner SJ Liebe Gemeinde, diese Gemeinde feiert heute und auch … Mehr

Lothar Loeffler, Professor für Erb- und Rassenbiologie während der NS-Zeit als Verfasser dreier Artikel Eugenik, Euthanasie und lebensunwertes Leben in der dritten Auflage der RGG: „Eine eugenische Indikation zur Schwangerschaftsunterbrechung oder zur Vernichtung sog. lebensunwerten Lebens ist abzulehnen. Die zu erwartenden Erfolge der Sterilisierung für menschliche Populationen sind umstritten. Als Maßnahme privater Eugenik auf freiwilliger Grundlage, etwa bei Vorhandensein schon mehrerer, in gleicher Weise erbkranker Kinder einer Ehe, kann ihr Bedeutung zukommen. Allerdings wird dem kath. Christen die Lehre seiner Kirche entgegenstehen.“

Das sind die Geschichten aus der Nachkriegszeit. Ausgerechnet Lothar Loeffler (1901-1983) hatte in der dritten Auflage der RGG (Religion in … Mehr

Ottmar Fuchs über Trösten und Trost: „Der trö­stende Mensch oder Gott begibt sich in eine Begegnungsgeschichte, die ihn selbst verändert und zu entsprechenden konkreten Veränderungen der Situation herausfordert. Aber auch der Getröstete gerät in eine Dynamik hinein, die ihn weder um die Trauer bringt noch ihn darin versinken läßt, die ihm vielmehr hilft, aus der Erfahrung von Not und Verlust heraus gerade auf der Basis des in der Tröstung geschenkten Vertrauens das Leben neu zu wagen und zu gestalten. Dies gilt insbesondere von Gottes Trost den Menschen gegenüber, womit dieses Wort viel mit dem Begriff seiner Gerechtigkeit und schenkenden Barmherzigkeit, näherhin seiner verantwortlichen Gemeinschaftsfähigkeit und seiner zuvorkommenden wie nacheilen­den Liebe zu tun hat.“

Trösten/Trost Von Ottmar Fuchs Der Begriff des Trostes hat sowohl im Zusammenhang der neuzeitlichen Religionskritik („Vertrösten“ auf ein Jenseits hin) … Mehr

„Sterben wir, so sterben wir dem Herrn.“ Warum Selbsttötung für Christen keine Lebensmöglichkeit ist: „Im Unterschied zum Sterben ist das Töten eine aktive, zurechenbare Tat. Als selbstwirksame Handlung greift die Tötung – auch der Suizid – dem passiven Sterben vor. In Ermangelung eigener Sterbekunst (ars moriendi) soll die selbstbestimmte Tötung einem das eigene Sterben ersparen. Als Getöteter muss man eben nicht mehr sterben.“

„Sterben wir, so sterben wir dem Herrn.“ Warum Selbsttötung für Christen keine Lebensmöglichkeit ist (2022) Jedes Mal, wenn ich diese … Mehr

Begriffsklärungen in Sachen selbstbestimmtes Sterben und Tötung: „Euthanasie (altgriechisch ‚guter Tod‘ von eu, ‚gut‘, und thánatos, ‚Tod‘) steht meist für die absichtliche Herbeiführung des Todes eines Menschen, vorgeblich um Leiden zu beenden oder zu ersparen. Da die NS-Diktatur dieses Wort als euphemistische Verschleierung von Krankenmorde verwendet hat, ist dieser Begriff in Deutschland weitgehend durch das ebenfalls missverständliche Wort ‚Sterbehilfe‘ (Analogiebildung zu ‚Geburtshilfe‘) ersetzt worden.“

Begriffsklärungen in Sachen selbstbestimmtes Sterben und Tötung Wenn es um die Frage eines selbstbestimmten Sterbens geht, braucht es begriffliche Klärungen. … Mehr

Karl Barth, Das Lob der Werke (Kirchliche Dogmatik): „Wir hätten diesen Abschnitt wohl auch mit dem bekannteren, so viel umstrittenen Begriff «Die guten Werke» überschreiben können. Wir ziehen «Das Lob der Werke» darum vor, weil damit sofort etwas Bestimmtes, das Entscheidende darüber gesagt wird, was die Güte der guten Werke der Christen ausmacht: sie besteht darin, dass Gott sie loben kann und will und tatsächlich lobt – und darin, dass sie ihrerseits Gott loben können und dürfen, ihn tatsächlich loben.“

Das Lob der Werke (Kirchliche Dogmatik IV/2) Von Karl Barth Werke – das sind (zunächst) die Taten und Früchte menschlichen … Mehr

Basilius von Cäsarea, Unser Leben – eine Reise vom mütterlichen Schoß bis zum Grabeshügel: „Scheint nicht auch euch das gegenwärtige Leben gewissermaßen ein fortlaufender Weg zu sein, eine Reise, die in den Lebensaltern ihre Stationen hat? Den An­fang nimmt die Reise des Lebens mit den Geburtswehen der Mutter; am Ende des Lebenslaufes liegen die Grabeshügel. Dahin führt das Leben alle, die einen schneller, die anderen langsamer: die einen, nachdem sie alle Zeiträume durchwandert, die anderen, nachdem sie nicht einmal über die ersten Lebensstationen hinausgekommen sind. Alle son­stigen Wege, die von einer Stadt zur andern führen, kann man meiden, und man braucht sie nicht zu gehen, wenn man nicht will. Dieser Weg aber erfasst uns mit Gewalt, auch wenn wir den Lauf verschieben wollten, und zieht die auf ihm Wandernden zu dem vom Herrn gesetzten Ziel.“

Unser Leben – eine Reise vom mütterlichen Schoß bis zum Grabeshügel Von Basilius von Cäsarea Wie jene, die eine verabredete … Mehr

Stewart W. Herman über die Evangelisch-lutherische Kirchen in Bayern 1945: „Das kirchliche Leben scheint gesünder zu sein als in vielen anderen Teilen des Landes, aber es gibt keine Anzeichen für einen stark evangelischen (evangelical) Trend, der in den kommenden Jahren für das ganze Land führend sein könnte. Bayern bleibt die Hochburg des Konservatismus, der sich radikalen Veränderungen in jeder Richtung widersetzt.“

Stewart Winfield Herman, Jr. (1909-2006), US-amerikanischer lutherischer Pastor im Dienst des Office of Strategic Services (OSS) über seine Gespräche vom … Mehr

Werner Schmauch, Der neue Weg. Predigt über 1. Korinther 13,1-13 (1946): „‚Die Liebe ist langmütig und freundlich.‘ Die Liebe sucht immer nur den anderen zu helfen. Die Liebe sieht nicht mit Neid auf des anderen bessere Lage, erzürnt sich nicht, dass es einem selbst so schlecht geht, während der andere in einer noch ein wenig besseren Situation sich befindet. Die Liebe erhebt sich nicht über den Nächsten in der Meinung, sie müsste auf Rosen gebettet sein, während die Mitmenschen nur dazu bestimmt sind, in Not und Leid zu versinken.“

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges verblieb Werner Schmauch als Pfarrer bzw. Dekan unter schwierigsten Bedingungen bis 1948 im nunmehr … Mehr