Hans Joachim Iwand, Brief an Fritz Kessel, DC-Bischof der Provinz Ostpreußen mit Sitz in Königsberg (1934): „Dass heute ein Geschlecht von jungen Theologen heranwächst, die wie­der ‚aus Glauben reden‘ und darum vielleicht denen, die aus der Kirche von ehedem kommen, unbequem sind, ist meine Zuversicht und Gewissheit. Wer wider sie steht, wird nicht auf immer widerstehen können.“

Brief an Fritz Kessel, DC-Bischof der Provinz Ostpreußen mit Sitz in Königsberg (1934) Von Hans Joachim Iwand Königsberg, den 8. … Mehr

Johann Baptist Metz, Im Angesicht der Gefahr (1984): „Was verstehen wir eigentlich vom Neuen Testament, wenn in unserer modernen Deutung die Gegenwart von Gefahr systematisch ausgeblendet ist? Was, wenn wir – aufklärungsbeflissen und auf strikte Entmythologisierung bedacht – den Horizont der Gefahr einfach wegwischen oder übertünchen, jenen Horizont der Gefahr, der die biblische, speziell die neutestamentliche Geschichte umspannt und zusammenhält? Was steckt hinter unserer Kritik an den apokalyptischen Bildern: Der Wille zur Aufklärung über die unbegriffene Macht der Mythen in diesen Traditionen oder der Wille, dem gefährlichen Chri­stus auszuweichen und die Gefahr stillzustellen, sie allen­falls in die fast schon exterritoriale Situation des Todes abzudrängen?“

Im Angesicht der Gefahr (1984) Von Johann Baptist Metz In einem »außerkanonischen Wort«, das uns von Origenes überliefert ist, sagt … Mehr

Rudolf Landau, Predigt über Matthäus 25,1-13: „Das ist das Öl, die Klugheit, dies fröhliche Geschrei in deinen Ohren, das in deinem Herzen nistet und dich froh macht, selbst im Schlaf gewiss bleiben läßt: das Evangelium, die gute Nachricht: Er ist gegenwärtig! »Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.« Das ist das Öl der Christen. Er, ihr Herr selber, der bei ihnen ist und doch auf sie zukommt; der unsichtbar, aber nicht unhörbar, sondern hörbar und wahrnehmbar, verborgen unter Wasser und Brot und Wein und im Wort der Predigt und in der Gemeinschaft derer, die seine und untereinander Brüder und Schwestern sind, bei ihnen ist.“

Predigt über Matthäus 25,1-13 (Letzter Sonntag des Kirchenjahres) Von Rudolf Landau Daß es das einmal gegeben haben wird, liebe Gemeinde, … Mehr

Hans G. Ulrich über Nachfolge Christi: „Grundlegend ist Nachfolge als die Lebensform in Erinnerung gerufen worden, in der Christen mit der ihnen gegebenen Freiheit von der Selbstbehauptung in der Erfüllung ihrer alltäglichen Aufgabe auf Gottes Zuwendung antworten (Bayer). Nachfolge ist in einigen Traditionen christlicher Ethik als Kennzeichen derer verstanden worden, die sich durch das Christuszeugnis in ihrem Charakter prägen lassen und in der Gemeinde und als Gemeinde eine Sozialethik zeugnishaft leben (Hauerwas, Yoder). Damit konnte die eschatologische Differenz des neuen Lebens von Christen auch gesellschaftskritisch und politisch artikuliert werden.“

Nachfolge Christi III. Ethisch Von Hans G. Ulrich Christliche Ethik hat sich in vielfältiger Weise als Ethik der Nachfolge Jesu … Mehr

Paul Veils Bußpredigt wider die Reichspogromnacht vom 16. November 1938: „Wenn Menschen nicht mehr das Gotteswort hören, dann können solche Dinge geschehen, wie wir es erlebt haben. Wäre es einem auf Gottes Wort hörenden Menschen möglich, so sehr von Haß und Empörung sich fortreißen zu lassen, daß er Gotteshäuser derer, die er für schuldig glaubt, einfach in Brand steckt?“

Ähnlich wie Julius von Jan hatte auch Paul Veil, Mitglied der Kirchlich-theologischen Sozietät, eine Woche nach der Pogromnacht vom 9./10. … Mehr

Johannes von Lüpke, Ende gut – alles gut? Die letzten Dinge: „Wer kann und darf richten? Dieses Gericht aber ist nicht unsere Sache. Wenn das Augsburger Bekenntnis diejenigen verurteilt, die vor der Wiederkunft Jesu ein Gottesreich aufrichten wollen, so geht es darum, menschliches Urteilen in seine Grenzen zu weisen. Die Lehre richtet sich gegen die Anmaßung derer, die dem Jüngsten Richter sein Urteil vorschreiben wollen oder die sich selbst dazu ausersehen wähnen, hier auf Erden das Gericht durchzuführen.“

Ende gut – alles gut? Die letzten Dinge Von Johannes von Lüpke Von einer Predigt, die bei einer Bestattung gehalten … Mehr

Martin Niemöller, Zum Schuldbekenntnis (1945): „Wir haben wenig oder gar nichts getan, um dem Verderben Einhalt zu gebieten, und vor allem haben wir, d. h. die Kirche, versagt, denn wir haben um den falschen und den rechten Weg gewußt und haben die Menschen ungewarnt ins Verderben rennen lassen. Ich schließe mich von dieser Schuld nicht aus, sondern ich schließe mich jedesmal ausdrücklich ein, denn ich habe auch geschwiegen, wo ich hätte reden müssen! Wenn wir nicht umkehren und uns selber unserem Herzen eingestehen, daß wir einen falschen Weg gegangen sind aus Furcht und Unglauben, dann bleibt der Bann auf uns, und kein Prophet darf uns den Trost Gottes in unsere Verstocktheit hinein verkünden. Und wenn wir gar anfangen, jetzt, nachdem wir eine Welt mit Qualen, Blut und Leichen, mit Trümmern und Wüstenei angefüllt haben, den anderen ihre Sünden vorzuhalten, dann kann ich nur sagen: alles das ist ja nur ein Quäntchen gegenüber dem Zentnergewicht dessen, was wir auf unsere Gewissen geladen haben.“

Zum Schuldbekenntnis (1945) Von Martin Niemöller … Ihnen geht es um die „Schuldfrage“, und dazu hätte ich viel zu sagen. … Mehr

Was darf ich erwarten, wenn ich bitte und bete? Zwölf Thesen: „Lebensnotwendendes Beten findet zu absichtsvollen Worten, die in Ehrfurcht vor dem gegenwärtigen Gott nicht dahergesagt werden. Die göttliche Entsprechung eigenen Bittens lässt dessen Handeln und dessen Güte für das eigene Leben wirklich werden. Beten lässt beim dreieinigen Gott das eigene Amen finden.“

Was darf ich erwarten, wenn ich bitte und bete? Zwölf Thesen 1. In der Bibel gibt es kein ursprachliches Wort, … Mehr