Rowan Williams über die „dunkle Nacht“: „Die klarste Systematisierung findet sich bei Johannes vom Kreuz. Er nimmt die nächtliche Bildsprache des Hoheliedes als Ausgangspunkt und teilt die Nacht in drei Teile ein. Es gibt die wachsende Dunkelheit der ‚Nacht der Sinne‘, in der das Ich sein Verlangen auf Gott allein und nicht auf irgendwelche äußeren Ziele konzentriert. Der dunkelste Teil der Nacht ist jedoch die ‚Nacht des Geistes‘ (die gewöhnlich als ‚Dunkle Nacht der Seele‘ bezeichnet wird), in der das Selbst sogar von jeder verbleibenden geistigen Befriedigung und von jedem tröstlichen Bild von sich selbst beraubt wird. Erst darüber hinaus bricht die Morgendämmerung der Erleuchtung zur endgültigen Vereinigung auf.“

Dunkle Nacht, Dunkelheit Von Rowan Williams „Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis“ (1 Johannes 1,5). Texte wie … Mehr

Gerlind Schwöbel über Katharina Staritz (1903-1953): „Am 4. März 1942 wurde Katharina Staritz in Marburg von der Gestapo verhaftet. Jochen Klepper, ein in der Bekennenden Kirche aktiver, selbst mit einer jüdischen Frau verheirateter Theologe, mit dem Katharina Staritz vom Studium her befreundet war, hielt in seinem Tagebuch Unter dem Schatten deiner Flügel die Stationen ihrer Haft fest: Marburg, Kassel, das Arbeitshaus Breitenau und schließlich das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück.“

Katharina Staritz Geb. 25. 7. 1903 in Breslau; gest. 3.4. 1953 in Frankfurt/Main Von Gerlind Schwöbel »Die Staritze mögen die … Mehr

Nicolás Gómez Dávila, Aphorismen über Gott und die Welt: „Gott ist die Wahrheit aller Illusionen. / Weisheit besteht darin, Gott nicht lehren zu wollen, wie man die Dinge zu machen hat. / Der Mensch erschafft seine Götter nicht nach seinem Ebenbild – er entwirft sich selbst nach dem Ebenbild der Götter, an die er glaubt. / Die Verzweiflung ist die düstere Schlucht, durch die die Seele emporsteigt zu einem Universum, das die Gier nicht mehr trübt. / Der größte Irrtum der Moderne ist nicht, den Tod Gottes zu verkünden, sondern zu glauben, der Teufel sei gestorben.“

Aphorismen über Gott und die Welt Von Nicolás Gómez Dávila (1913-1994) Unsere letzte Hoffnung liegt in der Ungerechtigkeit Gottes. Wenn … Mehr

Hermann Diems Vortrag „Das Problem des ‚lebensunwerten Lebens‘ in der katholischen und evangelischen Ethik“ (1940) wider das nationalsozialistische „Euthanasieprogramm“: „Tritt dieser Fall ein, so hat die Kirche, welche das Gebot Gottes zu bezeugen hat, allen Beteiligten gegenüber die Pflicht zu solchem Zeugnis. Beteiligt sind hier alle für die betreffenden Kranken unmittelbar Verantwortlichen, also Angehörige, Anstaltsleiter, Vormünder, Ärzte und Pflegepersonal, denen die verbindliche Weisung zu geben ist, dass sie an der Beseitigung der Kranken in keiner Weise mitwirken dürfen, auch nicht passiv durch deren Auslieferung.“

Das Problem des ‚lebensunwerten Lebens‘ in der katholischen und evangelischen Ethik (1940) Von Hermann Diem Zu diesem Text schreibt Hermann … Mehr

Eberhard Bethge, Dietrich Bonhoeffer — Der Mensch und sein Zeugnis (1955): „Bonhoeffers Eindringlichkeit ist die Fähigkeit, die Sache aufregend und bindend zu machen. Sie ist fern jeder Zudringlichkeit, weil er nichts höher achtet, als Menschen auf die eigenen Füße zu stellen. Das Gefühl für Zeit, Ort und Situation des Gegenübers waren außerordentlich wach in ihm. Ich erinnere an die charakteristische Stelle, als er im Bomben­hagel dem nach Gott schreienden Mann neben sich mit dem Blick auf die Uhr nur zuruft: ‚Es dauert höchstens noch zehn Minuten‘.“

Dietrich Bonhoeffer — Der Mensch und sein Zeugnis (1955)1 Von Eberhard Bethge I. Die Stimme Dietrich Bonhoeffers hat einen vielfachen … Mehr

Hermann Diems Predigt zu 2. Korinther 1,3-11 (1948): „Es könnte dann nicht mehr sein, dass man mit Christen über die politische Lage redet, über die Besatzungsmächte und die Regierung, über die Ernährungslage und die wirtschaftlichen Aussichten, und es erscheint alles grau in grau und hinterher fragt man sich, wozu man denn überhaupt miteinander geredet hat, wenn doch nur jeder dem andern seine Trostlosigkeit klagen konnte. Man hat genau so geredet wie jedermann, der kein Christ ist.“

Predigt zu 2. Korinther 1,3-11 Von Hermann Diem Liebe Gemeinde! Wir könnten unsere Briefe und unsere Gespräche eigentlich auch einmal … Mehr