Bruno Jordahn, Vorhang im Tempel: „Nach Markus 15,38 zerreißt der Vorhang beim Sterben Jesu Christi von oben an bis unten auf. Dieser Vorgang bedeutet nach dem Vorhergehenden, dass nunmehr die ‚Scheidewand‘ zwischen Gott und Mensch beseitigt ist. Darum ist dieses ganze Geschehnis im Rahmen der ‚Aufhebung‘ des alttestamentlichen Kultus zu begreifen und bildet darin ein überaus wichtiges Moment. Der Hebräerbrief weist darauf hin. Dabei wird den Stellen von dem Zerreißen des Vorhangs eine neue Deutung gegeben insofern, als nunmehr der Vorhang mit dem Fleisch Jesu Christi gleichgesetzt wird.“

Vorhang im Tempel Von Bruno Jordahn Wenn in der Bibel vom Vorhang die Rede ist, dann ist immer der Vorhang … Mehr

Karl Barth im Konflikt mit der Leitung des Instituts für Leibesübungen an der Uni Bonn 1931: „Ich fühle mich durch diese Massnahmen gekränkt und in meiner Tä­tigkeit als Lehrer der systematischen Theologie gestört und ersuche Ew. Magnificenz ehrerbietigst, mich und alle davon mitbetroffenen nicht leibesübenden Kollegen gegen die Uebergriffe jenes Instituts in Schutz zu nehmen.“

Bonn, den 19. Januar 1931 Magnificenz! Der Unterzeichnete gestattet sich hiemit, Ihnen folgende Beschwerde zu unterbreiten: Die Leitung des dem … Mehr

Jacques Gernet, Sprache, Mathematik, Rationalität. Kategorien oder Funktionen in Bezug auf China und unsere alten Traditionen (2007): „Das Chinesische – hier ist insbesondere die Sprache gemeint, die bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zur Ausdrucksform philosophischen Denkens diente, die sich aber im Prinzip nicht von der gesprochenen Sprache unterscheidet – ist frei von jeglicher Flexion, und die ‚Wörter‘, semantische Einheiten, die jeweils durch ein eigenständiges Schriftzeichen dargestellt werden, können sehr häufig unterschiedliche grammatische Funktionen übernehmen. Im Allgemeinen bestimmt die Stellung der Wörter im Satz ihre Bedeutung und Funktion sowie ihre Beziehung zu anderen in parallelen Ausdrücken. Die Schrift in regulärer Form, das Einfügen der Zeichen in gleichmäßige Quadrate und die Isolation jedes einzelnen Zeichens sind an sich schon Ausdruck der Eigenart der Sprache. Im Chinesischen ist daher nicht von Redekategorien die Rede.

Sprache, Mathematik, Rationalität. Kategorien oder Funktionen in Bezug auf China und unsere alten Traditionen Von Jacques Gernet Alle Linguisten stimmen … Mehr

Hans Joachim Iwand in seiner Predigtmeditation zu Lukas 6,36 (1950): „Könnten wir von hier aus denken, also von da aus, dass Gott barmherzig ist, dass alles, unser Sein und unser Erlöst-Sein, dies bezeugt und unter Beweis stellt, dann wür­den wir gewiß die tiefe, sich immer wieder gegen den Richter kehrende Problematik des Richtens begreifen, wir würden von uns aus mithelfen, dass die Umkehrung her­beigeführt wird, dass Gnade vor Recht kommt, Evange­lium vor dem Gesetz, Erbarmen vor dem Verurteilen, und würden so die Sache des Höchsten als unsere eigenste An­gelegenheit fördern und vertreten.“

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. (Lukas 6,36) Gott ist barmherzig. Wir – obschon wir Staub und Asche … Mehr

Zur ethischen Problematik eigener Identifikationen (Sympathismus): „Statt unkritischer Identifikation ist passionierte Solidarität angebracht. Solidarität – im ursprünglichen Sinne als gemeinschaftliche Verantwortung bzw. Haftung verstanden – ignoriert kein Fehlverhalten, sondern spricht dieses um der göttlichen Gerechtigkeit willen an. Während Identifikation auf Selbstbestätigung in einem Gruppenideal aus ist, stellt sich Solidarität problematischem Gruppengeschehen bzw. -vergehen, die das eigene Gewissen versehren.“

Zur ethischen Problematik eigener Identifikationen (Sympathismus) Identifikation lässt sich unterschiedlich thematisieren. Kognitiv verstanden geht um das Wiedererkennen bzw. das begriffliche … Mehr