„Hannibal ante portas!“ Karl Barths prophetisches Vorwort zur Neuauflage von Trouble and Promise in the Struggle of the Church in Germany (1938): „Was heißt ‚Freundschaft‘ mit dem Deutschland Adolf Hitlers? Soll es auch das heißen, dass in Zukunft ganz Großbritannien sich hinsichtlich des deutschen Kirchenkampfes auf den Standpunkt des Bischofs von Gloucester und seiner deutschen Gewährsmänner und Freunde stellen und also schweigen und zustimmen wird, wenn die Unterdrückung des Wortes Gottes in Deutschland in immer raffinierteren Formen weiter und weiter geht? Man sollte sich nicht täuschen: Freundschaft mit dem Deutschland Adolf Hitlers würde wohl notwendig auch das heißen müssen! Was soll es dann aber bedeuten, wenn auch der Erzbischof von Canterbury für eine Politik eintritt, die in dieser Freundschaft gipfelt? Es ist höchste Zeit, zu erwachen, sich die Augen zu reiben und aus den Träumen, die Einige oder Viele dort zu träumen scheinen, in die Wirklichkeit zurückzukehren.“

Vorwort zur Neuauflage von Trouble and Promise in the Struggle of the Church in Germany (1938) Von Karl Barth Ich … Mehr

Werner Heisenberg, Quantenmechanik (1926): „Es ist nicht möglich, einer Korpuskel einen bestimmten Ort als Funktion der Zeit zuzuordnen, doch kann ihr eine Gesamtheit von Strahlungs­größen, die die Fourrierreihe der klassischen Theorie ersetzen, zugeordnet werden. Es ist ferner unter einer Reihe gleichartiger Korpuskeln prinzipiell nicht möglich, eine bestimmte Korpuskel immer wieder zu identifizieren. Es besteht in unserer anschaulichen Inter­pretation des physikalischen Geschehens und der mathematischen Formeln ein Dualismus zwischen Wellentheorie und Korpuskulartheorie derart, daß viele Phänomene am natürlichsten durch eine Wellentheorie sowohl des Lichtes wie der Materie beschrieben werden, insbesondere Interferenz- und Beugungsphänomene, während andere Phänomene wieder nur auf Grund der Korpuskulartheorie ge­deutet werden können.“

Quantenmechanik Von Werner Heisenberg, Kopenhagen.(Aus dem Institut für theoretische Physik der Universität.) Nach unserer gewöhnlichen „Anschauung“, d. h. bei Anwendung … Mehr

Ernst Troeltsch, Die Absolutheit des Christentums und die Religionsgeschichte: „Das Christentum bleibt die große Offenbarung Gottes an die Menschen, auch wenn die andern Religionen mit aller über Erde, Leid und Schuld erhebenden Kraft, die sie besitzen, gleichfalls Offenbarungen Gottes sind, und auch wenn die abstrakte Möglichkeit weiterer Offenbarungen durch keine Theorie beseitigt werden kann. Das Christen­tum bleibt die Erlösung, auch wenn überall in jeder Religion die über den natürlichen Menschen und sein natürliches Begehren hinausführende Kraft Erlösung ist, und auch wenn seine Erlösung fortschreitet in der Geschichte mit jeder Pflanzung des Glaubens an Gott in schwache und sündige Herzen. Das Christentum bleibt insbesondere das Werk Jesu, das seine stärkste Kraft hat in der Beziehung auf ihn und seine Zuversicht schöpft aus dem Glauben an die lebendige und wahrhaftige Verbürgung der Gnade Gottes in seiner Persönlichkeit.“

DIEABSOLUTHEIT DES CHRISTENTUMSUND DIE RELIGIONSGESCHICHTE. VORTRAGGEHALTEN AUF DER VERSAMMLUNG DER FREUNDE DERCHRISTLICHEN WELT ZU MÜHLACKER AM 3. OKTOBER 1901.ERWEITERT UND … Mehr

Werner Elert, Das Dogma von Chalkedon (1951): „Die Christologie der alten Kirche ringt um das rechte Bekenntnis des Glaubens an Christus als den inkarnierten Gottessohn. Der Blick ist dabei rückwärts gewandt, zuerst auf den präexistenten, dann auf den verleiblichten, irdischen Christus. Diese Blickwendung ist völlig legitim, denn sie entspricht der Tatsache, daß die Inkarnation von uns aus gesehen ein Ereignis der Ver­gangenheit ist. Eine vollständige Christologie fragt auch nach dem heute gegenwärtigen Christus und nach dem, der seine Wiederkunft verheißen hat. Aber diese Frage läßt sich nur beantworten, wenn wir wissen, wer er war, als er leibhaftig unter den Menschen wandelte.“

Das Dogma von Chalkedon Von Werner Elert 1. Anderthalb Jahrtausende sind seit dem Konzil von Chalkedon vergangen. Am 8. Oktober … Mehr

Martin Buber, Dom und Friedhof (1934): „Ich umwandle schauend den Dom mit einer vollkommenen Freude. Dann gehe ich zum jüdischen Friedhof hinüber. Der besteht aus schiefen, zerspellten, formlosen, richtungslosen Steinen. Ich stelle mich darein, blicke von diesem Friedhofgewirr zu der herrlichen Harmonie empor und mir ist, als sähe ich von Israel zur Kirche auf.“

Dom und Friedhof Von Martin Buber Ich lebe nicht fern von der Stadt Worms, an die mich auch eine Tradition … Mehr

Karl Barth, Die Gerechtigkeit Gottes (1916): „Es widerstrebt uns innerlich, dass die Gerechtigkeit, nach der wir lechzen, Gottes Sache ist, und nur von Gott her zu uns kommen kann. Wir würden ums Leben gern diese große Sache an die Hand und in Betrieb nehmen, wie wir so manches Andere in Betrieb haben. Es erscheint uns als höchst wünschenswert, dass die Gerechtigkeit, ohne die wir ja nicht sein können, einfach von unserm Willen ins Programm genommen werde, unbesehen, was das eigentlich für ein Wille sei. Wir nehmen uns ungefragt das Recht, die tumultuarische Frage: was sollen wir tun? aufzuwerfen, als ob das so wie so die erste und dringendste wäre. Nur möglichst schnell Hand angelegt an Reformen, Sanierungen, Methoden, Kultur- und Religionsbestrebungen von allen Sorten! Nur möglichst schnell ‚positive Arbeit‘ geleistet!“

Die Gerechtigkeit Gottes (1916) Von Karl Barth Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den … Mehr

Johannes Meyendorff, Christus als Erlöser im Osten (1985): „Diese Lehre von der Erlösung durch Vergöttlichung hätte als neuplatonische Konzeption der ‚Verschmelzung‘ zwischen Gott und der Schöpfung identifiziert werden können, wenn es nicht in ihrem Zentrum die starke ‚theopaschitische‘ Behauptung gäbe, die von Cyrill von Alexandria verteidigt wurde: ‚Der Sohn Gottes hat im Fleisch gelitten.‘ Dies bedeutet, dass die Erlösung keineswegs eine metaphysische ‚Verschmelzung‘ ist, sondern eine Tragödie der Liebe, einschließlich der Übernahme des Kreuzes durch Gott selbst. Aber gleichzeitig ist klar, dass Golgatha nicht einfach der Preis ist, der allein eine beleidigte göttliche Gerechtigkeit wiedergutmacht, sondern nur der Endpunkt der Identifikation Gottes mit der gefallenen Menschheit, auf die die Auferstehung folgt und die ein Teil der gesamten Heilsökonomie oder des Heilsplans ist.“

Christus als Erlöser im Osten Von Johannes Meyendorff ALLEN DREI synoptischen Evangelien zufolge stellte Jesus auf dem Weg nach Cäsarea … Mehr