Dieser kleine Seufzer. Über das Gebet Von Karl Barth Gibt es einen Menschen, der sagen dürfte: Ich kann beten? Ich … Mehr
Autor: Jochen Teuffel
Tagesgebet zum 2. Sonntag nach Epiphanias, 18. Januar 2026
HERR Gott,himmlischer Vater,du hast deinen Sohn in die Welt gesandt,damit die Menschen die Fülle des Lebens finden.Nimm von unseren Seelen … Mehr
Konrad Adenauers Brief an Hochwürden Pastor Lemmen in Sachen Gottesdienstkritik (1960): „Die heutige Predigt war unerträglich, sie war mit Ihren Pflichten als Geistlicher auf der Kanzel einfach unvereinbar; sie zeigte nichts von der Lebensweisheit, die Sie, nach Ihrer heutigen Predigt, auf den Hochschulen vermissen. Es war ein wirres Durcheinander von Wahrheiten – Halbwahrheiten – unzutreffenden Behauptungen. Sie war daher voll von Widersprüchen, ein Gallimathias. Sie dürfen etwas Derartiges den zahlreichen Besuchern des Gottesdienstes nicht bieten.“
Brief an Hochwürden Lemmen in Sachen GottesdienstkritikVon Konrad Adenauer Rhöndorf/Rh., den 17. 7. 1960. HochwürdenHerrn Pastor [Martin Heinrich] LemmenRhöndorf / … Mehr
Sophie Scholl, Brief an Fritz Hartnagel (1942): „Der Anblick eines unschuldigen kleinen Mäuschens in der Falle hat mir immer Tränen in die Nase steigen lassen, und dass ich darüber froh wurde wieder, und jetzt noch froh bin trotzdem, kann ich bloß einem Vergessen verdanken, das aber doch keine Lösung ist. Es kann ja hier auf Erden auch keine Lösung geben. Im Römerbrief heißt es: denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deß Willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. – Fritz, lies dieses Kapitel unbedingt selbst durch, nach diesem Brief, oder jetzt gleich. Und lies den herrlichen Satz zu Beginn: Denn das Gesetz des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“
Brief an Fritz Hartnagel Von Sophie Scholl Ulm, 28.10.1942 Mein lieber Fritz!Heute habe ich einen Brief von Dir erhalten und … Mehr
Martin Luther, Ein Sermon von dem heiligen hochwürdigen Sakrament der Taufe (1519): „Die Taufe heißt auf Griechisch baptismos, auf lateinisch mersio, das ist, wenn man etwas ganz ins Wasser taucht, das über ihm zusammenschlägt. Und wiewohl an vielen Orten der Brauch nicht mehr ist, die Kinder in das Taufwasser ganz hineinzutauchen, sondern man begießt sie allein mit der Hand aus dem Taufwasser, so sollte es doch so sein und wäre recht, dass man nach dem Wortlaut des Wörtleins Taufe das Kind oder einen jeden, der getauft wird, ganz hinein ins Wasser senkt und tauft und wieder herauszieht.“
Ein Sermon von dem heiligen hochwürdigen Sakrament der Taufe (1519) Von Martin Luther Zum ersten. Die Taufe heißt auf Griechisch … Mehr
Anna Haag in ihrem Tagebuch vom 5. Mai 1941: „Ich möchte ernsthaft wissen, wie viele »Durchschnittsdeutsche« wir haben. Dieser ist ein »Allesfresser«: er ist fromm, gottgläubig, christusgläubig, hitlergläubig, vaterlandsgläubig, er ist voller Mitleid und – voll entsetzlicher Bestialität. Es schmerzt ihn, ein kleines Tier leiden zu sehen, und er fühlt sich edel in seinem Mitleid, aber gleichzeitig ist es im »höheren« (nationalistischen) Sinn notwendig, ganze Völker auszurotten, sie auf die scheußlichste Weise vom Erdboden verschwinden zu lassen – zu »vertilgen« (wie Hitler sagt).
Tagebucheintrag vom 5. Mai 1941 Von Anna Haag Meine Nachbarin zur Rechten ist Bayerin, zugleich aber eine »gottesfürchtige« Protestantin und … Mehr
Hans-Georg Gadamer über die Hermeneutik (1974): „Die Überlieferung, in der wir leben, ist nicht eine sogenannte kulturelle Überlieferung, die aus Texten und Denkmälern allein bestünde und einen sprachlich verfaßten oder geschichtlich dokumentierten Sinn vermittelte. Vielmehr wird uns die kommunikativ erfahrene Welt selbst als eine offene Totalität beständig übergeben, «traditur», und hermeneutische Anstrengung gelingt überall da, wo Welt erfahren, Unvertrautheit aufgehoben wird, wo Einleuchten, Einsehen, Aneignung erfolgt, und am Ende auch dort, wo die Integration aller Erkenntnis der Wissenschaft in das persönliche Wissen des Einzelnen gelingt.“
Hermeneutik Von Hans-Georg Gadamer Hermeneutik ist die Kunst des ἑρμηνεύειν, d.h. des Verkündens, Dolmetschern, Erklärens und Auslegens. ‹Hermes› hieß der … Mehr
Wilhelm Röpke über Emil Brunners Buch ‚Gerechtigkeit‘ (1944): „Ich schließe mit der Frage, ob in einem Buche über die «Gerechtigkeit» nicht auch das Problem des «ideologischen» Missbrauchs des Wortes «Gerechtigkeit» als einer «Decklüge» für den Kollektivegoismus der Klassen, Gruppen und Nationen einen Platz finden sollte. Gerade weil der Appell an die Gerechtigkeit immer ein starkes Echo in den Herzen der Menschen findet, wird es möglich, sie mit diesem Worte in einer Weise zu ködern, die einer Prostitution eines Gefühls gleichkommt, das an Adel nur noch von der Liebe übertroffen wird.“
Gerechtigkeit Von Wilhelm Röpke Dem wahrhaft humanistischen Geiste, in dem diese Zeitschrift der schweizerischen Ingenieure und Architekten geleitet wird, stellt … Mehr
Wilfried Joest über Bekehrung: „Auf jeden Fall bleibt die Bekehrung auch da, wo sie in einem besonderen Erlebnis des Umbruchs beginnt, ein lebenslanges Geschehen, denn das Ja zu dem befreienden Anspruch der Gottesgerechtigkeit und das Nein zum Anspruch der Sünde will täglich neu vollzogen sein. Das bedeutet nicht Halbierung und Dosierung – als brauchte ich mich heute noch nicht endgültig für Gott zu entscheiden, da ich mich ja auch morgen und immer wieder bekehren kann. Bekehrung meint immer das Ganze der Wendung und die Übergabe des ganzen gegenwärtigen und künftigen Lebens an Gott.“
Bekehrung IV. Systematisch Von Wilfried Joest Wenn wir uns im Verständnis dieses durch mancherlei Brauch und Mißbrauch belasteten Begriffs an … Mehr