Martin Luther, Predigten über das 2. Buch Mose, Kapitel 16 (Juni 1525): „Zerstoßen und gering ist das Evangelium anzusehen, es wird von der Welt verachtet, gelästert und geschändet. Dennoch so hat das evangelische Wort, so wir predigen, so große Kraft, dass es selig macht; es hat eine göttliche Kraft bei sich. Solch Wort Gottes, so aus des Menschen Munde geredet wird und erschallt, das wird mit der Vernunft nicht empfangen, es hat keinen äußerlichen Schmuck noch Ansehen; noch bringt es mit sich den Sieg wider den Tod und Teufel, Hölle und Verdammnis, auch Vergebung der Sünden, und macht zu Gottes Kindern, zu Herren über Himmel und Erde.“

Predigten über das 2. Buch Mose, Kapitel 16 Von Martin Luther Kap. 15,27. Und sie kamen in Elim, da waren … Mehr

Michel Foucault, Was ist ein Autor?: „Der Autor ist genau genommen weder der Eigentümer seiner Texte, noch ist er verantwortlich dafür; er ist weder ihr Produzent noch ihr Erfinder. Der Autor ist sicherlich derjenige, dem man das Geschriebene oder Gesagte zuschreiben kann. Aber die Zuschreibung – selbst wenn es sich um einen be­kannten Autor han­delt – ist das Ergebnis komplizierter kritischer Operationen.“

Was ist ein Autor? Von Michel Foucault Französische Gesellschaft für Philosophie Sitzung vom Samstag, den 22. Februar 1969 Michel Foucault, … Mehr

Hannah Arendt, Über den Totalitarismus. Vorwort und abschließende Bemerkungen zur ersten Auflage von The Origins of Totalitarianism (1951): „Unsere neue Schwierigkeit liegt darin, dass ein fundamentales Mißtrauen in alles, was nur gegeben ist, zu unserem Ausgangspunkt geworden ist – ein Misstrauen gegen alle Gesetze sowie moralischen und gesellschaftlichen Vorschriften, die aus einem gegebenen, umfassenden, universalen Ganzen abgeleitet werden. Die Quellen der Autorität des Rechts werden untergraben, und es werden die letzten Ziele der politi­schen Organisationen und Gemeinschaften in Frage gestellt; das zwingt uns nicht nur, neue Gesetze zu finden und zu vererben, sondern auch ihr eigentliches Maß, den Maßstab von Gut und Böse, das Prinzip ihrer Quelle, zu finden und zu vererben.“

Über den Totalitarismus. Vorwort und abschließende Bemerkungen zur ersten Auflage von The Origins of Totalitarianism (1951) Von Hannah Arendt Vorwort … Mehr

Gabriele Miller über Fridolin Stier, Ein Lehrer, bei dem es was zu lernen gab: „Wenn dann und wann ein Pfarrer in der Messe das Evangelium in der Stier-Fassung vorträgt, merkt man, dass die Gemeinde dem Text mehr Aufmerksamkeit entgegenbringt als üblicherweise. Ich bin sehr froh, dass ich zu jenen gehöre, die bei Stier eine bestimmte theologische Brille bekamen, mit der die ganze Theologie ein anderes Profil zeigt.“

Ein Lehrer, bei dem es was zu lernen gab. Zum 100. Geburtstag von Fridolin Stier Von Gabriele Miller Die Bibelübersetzungen … Mehr

Klaus Koch und Jürgen Roloff, Gott in der Bibel: „Wo Menschen derart Gott als sprechenden und zu vernehmenden Gott erfahren, tritt ihnen Gott als Person gegenüber, um es mit einem modernen, der Bibel unbekannten Begriff zu umreißen. Doch Personalität, »Duhaftigkeit« für den Menschen, zeigt einen wichtigen, aber keineswegs einzigen Aspekt Gottes.“

Gott in der Bibel Von Klaus Koch und Jürgen Roloff 1. Vorbemerkung Die biblische Gottesauffassung ist die selbstverständliche Voraussetzung jeder … Mehr

Joachim Beckmann, Die Aufgabe der Christenheit an Israel heute (1966): „Wir wissen ja über die christli­chen Ursprünge des Antisemitismus und über die Verfolgungen, die durch alle Zeiten hindurchgehen, genug, so daß – abgesehen davon, daß wir Deutsche etwas besonderes hierzu zu sagen hätten – ganz allgemein gesagt werden muß, daß hierin eigentlich die ganze Christenheit gemein­sam schuldig geworden ist, und daß sie deswegen sich darüber besinnen muß, was sie jetzt noch tun kann.“

Die Aufgabe der Christenheit an Israel heute (1966) Von Joachim Beckmann Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Freunde! Was … Mehr

Martin Luther, Auslegungen zu den Seligpreisungen (Matthäus 5,1-6): „Siehe, solche tolle Heiligen straft hier Christus, die da meinen, ein jeglicher sei Herr in der ganzen Welt, und habe Recht dazu, dass er nichts leide, sondern nur poltern und rumoren, und mit Gewalt fahren, das Ihre zu schützen; und lehrt uns, dass, wer da will das Seine, Gut, Haus und Hof usw. mit Frieden regieren und besitzen, der müsse sanftmütig sein, dass er könne versehen und mit Vernunft fahren und leiden, was er immer leiden kann.“

Auslegungen zu den Seligpreisungen (Matthäus 5,1-6) Von Martin Luther Da er das Volk sah, ging er auf einen Berg und … Mehr

Robert Spaemann, Es gibt kein gutes Töten (1997): „Das Sterben ist noch ein Vorgang, der, wenngleich von der Natur verhängt, eingebettet ist in Riten menschlicher So­lidarität. Wer sich eigenmächtig aus die­ser Gemeinschaft entfernen will, muß das allein tun. Anderen – und gar Ärzten, de­ren Ethos sich definiert durch den Dienst am Leben – zumuten, bei dieser eigen­mächtigen Entfernung behilflich zu sein, heißt, dieses Fundament aller Solidarität zu zerstören. Es heißt, dem anderen zuzumuten zu sagen: »Du sollst nicht mehr sein.«“

Es gibt kein gutes Töten Von Robert Spaemann Wer ein Tabu bricht, hat zunächst einen argumentativen Vorsprung. Nicht nur Borniertheit, … Mehr