Wilfried Joest, Amt und Ordination – unüberholbare Strukturen? (1971): „Das neutestamentliche Vorbild der Gemeinde ist nicht das einseitige Gegenüber eines in irgendeinem Sinne exklusiven Amtes zu ‚Laien‘, sondern das Zusammenwirken und die gegenseitige Dienstbarkeit besonderer Dienste untereinander, und wiederum der besonderen Dienste und des sie umgebenden und mitwirkend begleiten­den allgemeinen Priestertums aller Glaubenden.“

Amt und Ordination — unüberholbare Strukturen? Von Wilfried Joest Dieses Referat muß sich darauf beschränken, einige Thesen zu entfalten, zu … Mehr

Der Bauernkrieg. Ein schönes Lied, wie es den Bauern in ganz Deutschland ergangen ist (1525): „Der Bund, als er die Sache bedachte, / zog bald mit starker Macht / nach Leipheim an der Donau; / dreitausend Bauern lagen dort, / es ist ihnen nicht wohl bekommen. // Dreitausend, so wurde mir berichtet, / wurden dort erschlagen, man spricht, / achthundert sind ersoffen, / manchem wurde der Kopf abgeschlagen, viele sind davongelaufen.“

Thomas Kaufmanns neuem Buch „Der Bauernkrieg. Ein Medienereignis“ (Herder, 2024) enthält auch ein Unterkapitel „Die Erfindung und Wertung des ‚Bauernkrieges‘ … Mehr

Søren Kierkegaard über Hiob und dessen Wort „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s ge­nommen, der Name des Herrn sei gelobt!“: „Nur der Weichling könnte wünschen, dass Hiob nicht da wäre; damit er je eher je lieber jeden Gedanken fahren lassen, jede Bewegung in der widerwärtigsten Ohnmacht aufgeben, sich selbst in der elendesten und erbärmlichsten Vergessenheit auslöschen könnte.“

Hiob Von Søren Kierkegaard Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt. „Da stand … Mehr

Philipp Melanchthons Vorwort zu Johann Reuschs „Zehn deutsche Psalmen Davids“ (1551): „Wer nun bedenkt, dass eine gute Regierung gewiss Gottes Gabe ist, und dass Unfrieden und Zerrüttung gerechter Regierungen den größten Schaden, die Zerstörung von Eltern und Kindern, die Vernichtung der Religion und aller guten Zucht und Künste und schließlich Verwüstung mit sich bringen, der sollte diesen Psalm oft singen und darüber nachdenken und Gott von Herzen um eine gnädige und selige Regierung bitten.“

Vorwort zu Johann Reuschs Zehn deutsche Psalmen Davids (1551) Von Philipp Melanchthon Obwohl viele Menschen in solcher Blindheit verharren, dass … Mehr

Gerhard von Rad über Hiob. Predigtmeditation zu Hiob 2,1-10: „Der Satz: ‚Haben wir …‘ ist aber nicht mit großem religiösen Pathos gesprochen, sondern er enthält vielmehr eine ganz nüchterne Überlegung, ja fast eine primitive Logik des Glaubens: Wir haben Gott ja schon soundsooft als Geber be­jaht und ihm gedankt.“

Predigtmeditation zu Hiob 2,1-10 Von Gerhard von Rad Eine Szene aus der Prosageschichte von Hiob. Der Erzähler läßt bekanntlich wie … Mehr

Max Scheler, Zur Rehabilitierung der Tugend (1915): „Ein Mensch, der sich selbst ganz zu durchschauen und zu verstehen vorgibt, zeigt nicht, er wisse mehr von sich als der Ehrfürchtige, dem auch aus sich heraus »vergrabenes Gold wie aus Bächen schimmert«, sondern nur, dass er den Weg nicht gehen will, sich die eigene Seinstiefe zur Sichtbarkeit zu bringen; denn dieser Weg ist die Ehrfurcht vor dem eigenen Selbst. Sie allein gibt uns das geheime Bewußtsein eines Reichtums und einer Erfülltheit, wo unsere klaren, abgegrenzten Gedanken und Gefühlsinhalte uns nur Leere und Spärlichkeit geben; sie gibt uns das Gefühl noch ungehobener und in der irdischen Lebensdauer unhebbarer Schätze unserer Existenz und Kräfte.“

Zur Rehabilitierung der Tugend Von Max Scheler Das Wort Tugend ist durch die pathetischen und rührseligen Apostrophen, welche die Bürger … Mehr

Philipp Bayrhammer OPraem (1718-1761) in seiner historia imperialis canoniae roggenburgensis über den Aufstand der Bauern (seditio rusticorum, 1525): „Die Frechheit dieser Menschen ging so weit, dass einer von ihnen, namens Jörg Ebner, ursprünglich aus Ingstetten, den Abtssitz einnahm und sich selbst zum Abt erklärte. Aber seine Herrschaft dauerte nur kurz, denn bald wurde er gefangen genommen, nach Bubesheim gebracht, und derjenige, der den Mitra-tragenden Kopf anstrebte, wurde enthauptet und war nicht länger ein ‚Kopf‘.“

Über den Aufstand der Bauern (1525) Von Philipp Bayrhammer OPraem (1718-1761) Der ungläubige Thomas Müntzer war es, der den Bauern … Mehr

Joseph Wittig, Fußspuren Gottes: „Euch, ihr jungen Freunde, sage ich auch: ‚Es war alles natür­lich in meinem Leben, alles einfach, alles selbstverständlich und alltäglich. Aber eben das Natürliche und das Selbstverständliche und das Einfache und das Alltägliche, das sind die Fußspuren des lebendigen Gottes in meinem Leben und in jeglichem Men­schenleben.’“

Fußspuren Gottes Von Joseph Wittig Junge Freunde begehrten von mir, daß ich ihnen von den Fußspuren Gottes in meinem Leben … Mehr

Zur Schlacht bei Leipheim (1525). Aus der Bauernkriegschronik des Schreibers des Truchsessen Georg von Waldburg: „Als er nun in den Ring kam, fragte ihn Herr Georgs Kaplan, ob er beichten wolle. Der Pfarrer sagte: ‚Nein‘ und fügte hinzu: ‚Liebe Herren, ich bitte euch, dass ihr euch nicht an mir ärgert, dass ich nicht beichte, denn ich habe Gott, meinem himmlischen Vater, gebeichtet, der mein Herz besser kennt als jeder andere.‘ Bevor das Urteil vollstreckt wurde, tröstete der Pfarrer seine Untertanen und sprach: ‚Seid getröstet, denn heute werden wir im Paradies vereint sein.‘ Dann erhob er seine Augen und sprach: ‚Allmächtiger Gott, ich danke dir, dass ich um deines göttlichen Wortes willen sterben soll, und dass du mich aus diesem Jammertal zu dir nehmen willst, nicht wegen des göttlichen Wortes, sondern wegen des Aufruhrs.’“

Zur Schlacht bei Leipheim (1525). Aus der Chronik des Schreibers des Truchsessen Georg von Waldburg (in heutigem Deutsch) Der Schreiber … Mehr