„Christus und die Gleichgültigen“ – Martin Niemöllers zweiter evangelistischer Vortrag 1965 in Bremerhaven

Reste eines ausgegrabenen antiken Kirchengebäudes in Laodizea/Kleinasien (Foto: Dr. Celal Simsek)

Vom 26. bis 28. September 1965 hielt Martin Niemöller eine dreiteilige Vortragsreihe in Bremerhaven: Christus und die Atheisten, Christus und die Gleichgültigen sowie Christus und die Christen, die man als evangelistisch bezeichnen kann, zielen sie doch auf den persönlichen Christusglauben. Hier der zweite Vortrag:

Christus und die Gleichgültigen

Wenn wir gestern abend beim Thema: Christus und die Atheisten feststellen mußten, daß wir von einer Begegnung Jesu mit einem »Atheisten« aus seinen Erdentagen nichts wissen, so haben wir hier, wenn wir heute von seinem Verhältnis und Verhalten zu den »Gleichgültigen« handeln wollen, eine ähnliche Lücke zu beklagen: In den Evangelien finden wir jedenfalls niemand, den wir unter die »Klasse« der Gleichgültigen einreihen könnten. Hier wird uns Bericht über Begegnungen Jesu mit allen möglichen Menschen gegeben; unter ihnen mögen auch »Gleichgültige« gewesen sein, die an Jesus als Christus und Messias in gar kei­ner Weise interessiert waren; aber die Uninteressiertheit, die Gleichgültigkeit stand die Be­gegnung anscheinend nirgendwo durch; sie wurden entweder ergebene Anhänger oder aber bittere Gegner Jesu Christi. Keinem, von dem wir hören, daß er mit Jesus persönlich Kontakt bekam, gelang es, »gleichgültig« zu bleiben; und die Gleichgültigkeit der törichten Jungfrau­en wie der ungetreuen Knechte und Haushalter, die in Jesu Gleichnissen und Geschichten vor­kommen, macht sich immer und nur in der Abwesenheit des Herrn geltend. Jesu Gegenwart duldet offenbar keine Gleichgültigkeit: Wo Jesus ist, da wird Stellung genommen – für oder wider ihn; da bleibt keiner neutral, weil es dann Entweder – Oder heißt, entweder Liebe oder Haß, entweder Freund oder Feind, entweder Leben oder Tod! Wirkliche Gleichgültigkeit begegnet uns erst im letzten Buch des Neuen Testaments in der »Offenbarung« an die letzte der sieben Gemeinden, Laodicea. Und es ist ein schauriges Bild, was uns da begegnet: »Ach, daß du kalt oder warm wärest; weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.« (Offb 3,15f) »Lau«, das ist das Schrecklichste, was innerhalb der Gemeinde Christi passieren kann; und »lau«, das heißt doch wohl »gleichgül­tig«. Aber die Gleichgültigkeit ist natürlich nicht auf die christliche Gemeinde beschränkt, wenn sie da auch besonderer Kritik unterzogen werden muß. Wo die Botschaft verkündet wird, da gibt es im­mer wieder »gleichgültige« Zuhörer, die nicht weiterkommen und gar nicht weiterkommen wollen, weil sie in der Tiefe eben gleichgültig sind. So die Leute in Athen: »Was will dieser Schwätzer (Luther übersetzt: ›Was will dieser Lotterbube?‹) sagen?« (Apg 17,18) Die Athe­isten sind nicht gleichgültig; sie haben eine Ansicht und vielleicht eine Über­zeugung, die sie u. U. durchaus mit anderen teilen möchten; der Gleichgültige läßt den Dingen ihren Lauf mit der einzigen Sorge, daß man ihn damit in Ruhe und Frieden läßt: Es ist ja so irrelevant. Ob Gott ist oder nicht, ob Gott sich auf irgendeine Weise kundtut oder nicht, ob er mich anzu­sprechen versucht oder jemand anders, mir ist das uninteressant und egal. Ich habe andere Interessen, zumal ich ja als Wissenschaft­ler, als Künstler, als Philosoph oder als Tech­niker genug andere Dinge aufzuhellen und darzu­stellen habe, und das langt mir völlig! Solche »Gleichgültigkeit« ist die eigentlich normale Haltung der Kirchenglieder, die einmal ge­tauft und vielleicht auch noch konfirmiert wur­den, die aber das, was man »christlichen Glau­ben« nennt, irgendwo abgestellt haben, viel­leicht mit dem Gedanken, es im Bedarfsfall wieder hervorzuholen. Aber der Bedarfsfall tritt in den meisten Fällen nicht ein – oder wo er eintritt, wie bei der Einsegnung der Ehe oder bei Familienereignissen, da wird die Wand der Gleich­gültigkeit doch nicht durchbrochen. Man »gehört« weiterhin zur Kirche, man zahlt seine Kir­chensteuer, man geht auch einmal im Jahr zur Kirche zur Christvesper mit den Kin­dern oder zum Totensonntag, wenn ein Todesfall ein­getreten ist. Aber das ist’s dann auch! Ich sagte, daß solche Gleichgültigkeit eine im Grunde normale Haltung sei. Das wird ja sehr deut­lich und in Zahlen nachweisbar, wenn man die Zahl der Gottesdienstbesucher mit der Seelen­zahl vergleicht, die im Bereich einer Kirchengemein­de wohnhaft und zu Hause sind. Es galt vor Zeiten einmal als Bürgerpflicht, am sonntäglichen Gottesdienst teilzunehmen; davon blieb für viele Jahrzehnte ein Brauch und eine Sitte, die sich in ländlichen Verhältnissen hier und da noch bis heute gehalten hat: Eine Person muß am Sonntag den Hof oder die Familie in der Kirche vertreten; aber im allgemeinen nimmt nur noch der am Gottesdienst teil, der nicht gleichgültig ist, sondern sich selber zu solcher Teil­nahme entschließt, und das sind zur Zeit in der Gegend meiner südhessischen Kirche nirgend­wo im Durchschnitt mehr als 5 %, aber in den Großstädten erheblich weniger. Man muß also wohl sagen, daß jedenfalls in den Landes­kirchen die über neunzigprozentige Mehrheit der Getauften zu den »Gleichgültigen« zählt, soweit sie nicht Atheisten sind, die aus irgendwel­chen Gründen ihre Gliedschaft oder Mit­gliedschaft in der Kirche beibehalten. Es gibt solche Gründe mannigfacher Art. Nach dem Ende des Dritten Reiches sind viele tausend wieder in die Kirche eingetreten, weil ihr Kir­chenaustritt zur Hitlerzeit einem allgemeinen Zug der Zeit entsprechend geschehen war; nun war im Zug der Zeit ein Kurswechsel eingetreten, und man folgte wiederum dem neuen Zug der Zeit, ohne irgendwelche weiteren Konsequenzen daraus zu ziehen: vollendete, absolute Gleichgültigkeit! Man will nur nicht auffallen. Eine nicht geringe Zahl durchaus gleichgülti­ger Menschen verbleibt in der Kirche, weil sie zwar am christlichen Glauben nicht interessiert sind, aber doch einen Restbestand sogenannter christli­cher Prinzipien für hilfreich und not­wendig zur Erhaltung der allgemeinen Moral, beson­ders auch in der Erziehung der jun­gen Generation, ansehen. Die große Menge der in Wahrheit völlig gleichgültigen Namens­christen gibt die kirchliche Zugehörigkeit einfach deshalb nicht auf, weil ja keine andere gei­stig-geistliche Organisation vorhanden ist und weil man ohne eine solche Rückzugsstellung für den Fall eines Falles nicht sein möchte. Es gibt noch viele andere Motive, die auch den in Wahrheit völlig Gleichgültigen dazu bewegen, seine offizielle Kir­chenzugehörigkeit beizube­halten: persönliche und familiäre Rücksichten, geschäftliche und politische Interessen u. a. m. Wir kranken da noch an Folgeerscheinungen des Staatskirchen­tums, mit denen wir immer noch nicht fertig geworden sind, und seit 1945 suchen wir sogar einige übriggebliebene Vor­rechte, die dem Christentum als Staatsreligion zugewachsen waren, vom heutigen Staat garan­tiert zu bekommen. Daß diese Vorrechte erheblich dazu beitragen, daß die Christenheit eine Riesenlast von Gleichgültigen mitschleppt, wird dabei leider außer acht gelassen. Mir will seit langem scheinen, daß die Christenheit besser fährt, d. h. ihren Auftrag, für den sie da ist, bes­ser erfüllen kann und besser erfüllt, wenn der Staat sich völlig von der Kirche, die Kirche sich völlig vom Staate löst. Die heute üblich gewordenen Staatsverträge machen zwar die Kirchen nicht vom Staat abhängig; man könnte wohl eher sagen, daß der Staat sich in mancher Hin­sicht von der Kirche dreinreden lassen muß, z. B. bei der Beauftragung von Lehrern mit dem Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen oder bei der Berufung von theologischen Pro­fessoren an die staatlichen Universitäten. Das ist auch wohl richtig und gut, solange Religion als ordentliches Lehrfach der Schule beibehalten wird und solange es theologische Fakultäten in den staatlichen Universitäten gibt. Aber die über­große Menge der in Wahrheit gleichgülti­gen getauften Kirchensteuerzahler zählen als kirchli­cher Teil der Bevölkerung und werden auch in der kirchlichen Öffentlichkeit als Christen gezählt; aber was haben sie im Grunde mit Christus überhaupt zu tun? Und was hat Christus mit ihnen zu tun? Christus und die Gleich­gültigen! Das Und im heutigen Thema bedeutet jedenfalls nicht, daß da eine wirkliche, und das heißt: eine lebendige Verbindung bestünde. Und es müht sich auch niemand darum, diese Verbindung zu schaffen; man tut vielmehr so, als wäre sie da. In der Weltstatistik der Religio­nen werden diese 95 % als Christen gezählt, obgleich sie außer der Taufe, die sie fast alle als Säuglinge empfingen, und vielleicht noch der Konfirmation, ohne die ein anständiger jun­ger Mensch nicht ins Leben hinausgeht oder hinausging, mit Christus nie etwas zu tun hatten, sicherlich aber heute gar nichts zu schaffen haben. Es ist erstaunlich, wie wenig Interesse von Seiten der Kirche für diese große Majorität ihrer »Glieder« aufgebracht wurde. Für die Einzie­hung ihrer Kirchensteuer ist gesorgt und wird gesorgt; aber das ist denn auch alles – alles bis auf die sogenannten »volks­missionarischen« Bemühungen. Da geht es ja wohl darum, die Verbindung zwischen Christus und diesen »Gleichgültigen« herzustellen. Evangelisationen und volksmissionarische Vorträ­ge und Veranstaltungen (wie Zeltmissionen) sollen das Inter­esse beleben, haben es hier und da wohl auch belebt. Aber das geschah hundert Jahre lang durch freie Vereinigungen und nicht durch die Kirche als solche, und das stand und steht in gar keinem Verhältnis zum Umfang der Aufgabe. Heute hat die Kirche angefangen, sich der Sache anzunehmen, aber das scheint ihre Kräfte zu übersteigen. Und der rechte Weg ist auch noch nicht entdeckt: Zu den Evangelisationen kommen die Gleichgültigen nicht, weil gerade das sie nicht interessiert. Und nicht einmal ein Billy Graham, der vor Jahren immerhin – wenn ich nicht irre – 70.000 Men­schen ins Frankfurter Stadion brachte, bringt die eigentlich Gleich­gültigen in Bewegung. Das ist auch nicht weiter verwunderlich: Der Gleichgültige braucht die persönliche Ansprache; auf die Einladung zum Kommen hören »Mühselige und Beladene«, Menschen, die etwas nötig haben und darum wissen und danach suchen; der Gleichgültige hat ja nichts nötig bzw. ist der Überzeugung, daß er das, was er nötig hat, in der Kirche und bei ihren volksmissionarischen Veranstaltungen doch nicht findet. Zu ihm muß man hingehen, was gerade in der Volksmis­sion erst jetzt wirklich geschieht, wo Evangelisa­tionen durch »Hausbesuche« vorgearbeitet werden. Es ist seltsam, wie unsere nichtgleichgül­tige Christen­heit den Auftrag: »Gehet hin in alle Welt und predigt die Frohe Botschaft aller Kreatur!« (Mk 16,15), schon vor 200 Jahren aufnahm und in der sogenannten »Äußeren Mis­sion« bei den Heidenvölkern in fernen Erdteilen begann, ohne Hilfe der damaligen Staatskir­chen, die daran nicht interessiert waren, weil der Staat dort keine Interessen hatte. Heute haben’s die Kirchen gelernt, daß sie ohne Mission gar nicht Kirche sind, weil sie ja nur für eine missionarische Aufgabe in dieser Welt existieren. So hat es der Herr angeordnet, als er seine Jüngerschar auf Erden zurückließ. Aber heute schlie­ßen sich in der ganzen Welt die Tore für europäische Missionare gerade in dem Augenblick, da die Kirchen die Mission als ihren eigenen Auftrag erkannt haben. Vielleicht eine sehr glückliche Fügung unseres Herrn: Die jungen christlichen Kirchen auf den alten Missions­feldern fangen ihr Dasein mit dem missionarischen Auftrag an, den sie jetzt übernehmen müs­sen, und die alten Kirchen in Europa bekommen die Augen dafür geöffnet, daß sie ja mitten in ihrem Missionsgebiet drin sind. Wir leben nicht in einem christlichen Volk, und würden auch dann noch kein christliches Volk sein, wenn die gesamte Bevölkerung getauft wäre. Die 95 % Gleichgültigen haben keine Verbindung mit dem Haupt, mit dem, den wir unseren Herrn heißen; ihnen müßte und muß die Frohe Botschaft gebracht werden, was wir ganz schmählich vernachlässigt, unterlassen und übersehen haben. Eine gewaltige Aufgabe! Hier ist nicht nur ein Schaf verlorengegangen, hier ist eine ganze Herde in der Wüste verstreut und muß verdur­sten und verkommen, wenn die Gemeinde der Glauben­den nicht wach wird und sich nicht ans Werk begibt. Mission heißt heute für uns Volksmis­sion, und dazu wird jeder gebraucht, nicht nur eine Gruppe von Volks­missionaren, sondern der Christ in seinem Beruf und in seiner All­tagsarbeit, die ihn täglich mit solchen verirrten und verlorenen, getauften und gleichgültig gewordenen Mitmenschen zusammenbringt. Viele von ihnen warten am Ende auf solchen brüderlichen Anspruch und Zuspruch; denn der Gleichgültige ist nicht glücklich und zufrie­den, wie es zunächst scheinen mag; er traut es nur der Kirche, der Gemeinde Jesu gar nicht zu, daß sie ihm etwas zu bringen und zu geben hat, weil seine Not vielleicht – und sehr häufig ist das so – gar keine religiösen Züge und Merkma­le aufweist. Das ist ja der gewöhnliche Ur­sprung solcher Gleichgültigkeit, daß jemand den Eindruck gewinnt: Was dort – in diesem Fall in der Kirche und bei den Chri­sten – getrieben und behandelt wird, bedeutet für mich im Grunde nichts oder doch so wenig, daß ich dafür keine Zeit und Kraft zu opfern bereit wäre. Wir Christen wissen freilich, daß die uns aufge­tragene Botschaft auch die Gleichgültigen meint und auch für solche Leute Frohe Botschaft sein will. Es gibt heute eine notvolle Frage, auf die auch der Gleichgültige an­sprechbar ist, weil er selber sie kennt und fragt: Es geht dabei ums Leben selbst. Wohin führt der Weg, den wir seit Jahrtausenden immer weiter­gegangen sind nach dem uralten Gesetz, von dem gilt, daß es eine alles andere überragende Bedeutung hat. Es ist das Darwin­sche Gesetz der Selbsterhaltung. Das war das oberste Gesetz für den einzelnen Menschen sowohl wie für menschliche Gruppenbildungen: Familien, Stäm­me, Völker und Rassen. Und heute ist’s am Ende oder doch dicht davor: Das Recht des Stär­keren funktioniert nicht mehr; er kann nicht mehr auf Kosten des Schwächeren leben, weil der Schwächere den Stärkeren in seinen Unter­gang mit hineinziehen kann. Diese Entwicklung ist sozusagen über Nacht gekom­men, und zunächst bezieht es sich erst auf zwei Staaten mit ihren Völkern: Amerika und Ruß­land. Aber die Entwicklung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden: Bald werden alle Staaten und Rassen in der Lage sein, dem Stärkeren den Gebrauch seiner Stärke mit der Ver­nichtung allen Lebens heimzuzahlen. Das Wort Jesu ist dann als wirksam und allgemeingültig erwiesen: »Wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren!« (Mt 16,25) Das geht jeden an, und da hört jede Gleichgültigkeit auf. Jeder ist heute unausweichlich mit der Frage konfron­tiert, wie wir Menschen beieinander und miteinander leben können, um nicht miteinander und aneinan­der zu sterben. Auch der Gleichgültigste kann dieser Frage nicht entgehen; sie heißt in ande­ren Worten: Was kann geschehen und was müssen wir tun, um die Unmenschlichkeit nicht zum Siege kommen zu lassen, was den Untergang der ganzen Menschheit durch sich selbst zur Folge haben müßte? Wir müssen wahrhaft menschlich wer­den und wahrhaft menschlich miteinander umgehen. Wie das zu erreichen und zu schaffen ist, das ist die Frage, der gegen­über heute niemand gleichgültig bleiben kann. Und auf diese Frage antwortet Chri­stus Jesus und bezeugt uns, daß er der wahrhaft menschliche Mensch ist, der in keiner Weise dem Gesetz der Selbsterhaltung verhaftet ist und dem Recht des Stärkeren völlig entsagt. Er lebt, trägt, leidet und erduldet das große Gebot wahrer, schöpfungsgemäßer Menschlichkeit. Das heißt: gehorsame Liebe zu Gott und helfende, dienende Liebe zum Mitmenschen. So hat Gott den Menschen gewollt und geschaffen: als sein Kind und Ebenbild und zugleich als Bru­der des Mitmenschen; und so steht das Bild Jesu von Nazareth vor uns. So ist er, und so begegnet er uns im Zeugnis und in der Verkündigung, die er seiner Gefolg­schaft aufgetragen hat. Das geht alle an, und dem muß sich auch der Gleichgültigste stellen. Von »Sünde« und »Gna­de« und »Erlösung« zu sprechen, das findet bei den Gleichgül­tigen kaum Eingang, weil das alles einen »religiösen« Geschmack oder Beigeschmack hat; aber von Unmenschlich­keit und mitmenschlicher Solidarität und Verwirklichung unserer Menschlichkeit können wir als Jün­ger Jesu sprechen und damit heute überall Interesse und Anteilnahme – auch bei den sonst ganz Gleichgültigen – wecken! Denn Jesus, der Christus, ist Heiland und Retter für die ganze Welt und für alle Menschen, auch für die, denen jeder reli­giöse Sinn abgeht; denn Gott begegnet seinen Menschenkindern als ihr menschlicher Bruder, Helfer und Freund, nicht weil sie ihn suchen – sie sind ja zum allergrößten Teil Gleichgültige –, sondern weil er sie sucht und wiederhaben will. Sie begegnen einem Menschen, der wahr­haft Mensch und wahrhaft menschlich-mitmenschlich ist, und wissen zunächst nur: Das ist etwas ganz Besonderes, der ist etwas ganz Besonderes – Johannes der Täufer, Elia, einer der alten Propheten? Wir können nicht mehr tun, als unseren Botendienst ausrichten und den Gleichgültigen im Auftrag des Christus Jesus sein Bild vor die Augen stellen, den Menschen, der wahrhaft menschlich ist und so seine Bestimmung erfüllt, ohne irgendwie sich selber zu wollen, der aber uns dienen und helfen will, ihm seine mitmenschliche, brüderliche Liebe zu glauben. Daraus mag dann – es steht nicht in unserer Macht, es zu schaffen, aber Gott tut das in seiner Menschenfreund­lichkeit und Vaterliebe – wahrer Glaube geboren werden, der mit dem Jünger Petrus auf die Frage Jesu: »Wer, sagt denn ihr, daß ich sei?« die Glaubensantwort gibt: »Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!« (Mt 16,15f)

Hier der Text aller drei Vorträge als pdf.

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