Hans Joachim Iwand – Vom Primat der Christologie

Wuppertal, Evangelische Gesellschaft, Jahrestagung
Iwand mit Karl Barth 1956 auf der Jahrestagung der Evangelischen Gesellschaft in Wuppertal

Der Aufsatz „Vom Primat der Christologie“, den Hans Jochim Iwand 1956 für die Barth-Festschrift „Antwort“ geschrieben hatte, gilt wohl als einer der „klassischen“ Iwand-Texte:

So unübersichtlich die theologische Debatte in unseren Tagen erscheinen mag, so viele unechte Frontbildungen unter uns vorhanden sein mögen, so viele leere Probleme, Sack­gassen und Holzwege uns als Gegenstand des Nachdenkens und der Entscheidung angeboten werden mögen – die eigent­liche Wende in der Fragestellung der Christologie ist gefallen, sie ist meines Erachtens gefallen mit dem Neuansatz, den KARL BARTH damit vollzog, daß er den Satz schrieb: «Indem der Mensch Jesus das offenbarende Wort Gottes ist, ist er die Quelle unserer Erkenntnis des von Gott geschaffenen menschlichen Wesens» und ihn zum Thema einer neuen von der Christologie her entworfenen Anthropologie machte (K. D. III/2). Damit ist der Anthropologie ein eigener Ansatz in der Theologie, ein Ansatz, kraft dessen diese bei einem ihr unmittelbar zugänglichen Selbstverständnis einsetzen und dieses dann zur Offenba­rung ins Verhältnis setzen könnte, entzogen. Zunächst erschrickt man, wenn man auf die Kon­sequenzen blickt, die diese von KARL BARTH eingenommene Position mit sich bringt und die er selbst, alle Wege und Möglichkeiten aus­schreitend, sichtbar gemacht hat. Was hier bei der Beschreibung des «wahren Menschen» aufgezeigt wird, von der Geschöpflichkeit und Mitmenschlichkeit desselben beginnend bis hin zu der Ordnung von Leib und Seele und zu dem Thema: Der Mensch und seine Zeit!, ist so neu und teilweise so gewagt, ist dem griechi­schen Verständnis des Menschen gegenüber solch ein «beglückender!» Affront, daß demge­genüber alle Forderungen, das «metaphysische Denken» als griechisch oder gar mythisch aufzugeben, als nebensächlich verblassen. Hier, nicht in der Preisgabe der Logos-Lehre, wird die Substanz des griechischen Denkens entscheidend getroffen

Hier der vollständige Text als pdf.

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