Ulrich Simon über eine Theologie nach Auschwitz (A Theology of Auschwitz, 1967): „Die radikale Natur der modernen Erfahrung verzweifelt beinahe an einer verbalen Definition der Gottheit. In Auschwitz stößt die gänzliche Andersheit Gottes, verborgen und unermesslich, nicht länger mit der Offenbarung des Einen zusammen, der nahe, liebend und in den Bedrängnissen des Menschen bedrängt ist. Die Wissenschaft vom Kreuz gibt der unendlichen qualitativen Unterscheidung zwischen Gott und Mensch eine neue Schärfe, indem sie den Schöpfer des Universums als das Lamm des Opfers akklamiert.“

Über eine Theologie nach Auschwitz (A Theology of Auschwitz, 1967) Von Ulrich Simon Ulrich Simon (1913–1997) war deutsch- bzw. jüdischstämmiger … Mehr

Richard Coggins‘ Nachruf auf Ulrich Simon (1913–1997): „Was mir damals völlig unbekannt war, war, dass Simon Thomas Mann während seiner Kindheit in Berlin gekannt hatte: eine Kindheit, die in materieller Hinsicht nicht immer sehr wohlhabend war, aber sicherlich ein intellektuelles Fest, mit Leuten wie Mann und Dietrich Bonhoeffer als nahen Nachbarn. Simons Familie waren nicht praktizierende Juden, aber ob praktizierend oder nicht, ihr Leben war im Dritten Reich gefährdet, und nach einem Flirt mit den Kommunisten kam Simon 1933 nach Großbritannien. Sein Vater wurde später hingerichtet, und unter Ulrich Simons Büchern muss ‚A Theology of Auschwitz‘ (1967) das erschütterndste sein. Sein Bericht in seiner Autobiografie ‚Sitting in Judgement‘ (1978) über die Schwierigkeiten seiner Aufnahme in Großbritannien ist eine Erinnerung daran, dass sich die Haltungen gegenüber Flüchtlingen in den dazwischenliegenden Jahren nicht viel verändert haben.“

Nachruf auf Ulrich Simon (1913–1997) Von Richard Coggins Vor fast 40 Jahren wurde ein nervöser junger Kandidat für eine Dozentenstelle … Mehr