Klaus Raschzok, Textiler Klassiker. Zweihundert Jahre Talar mit Beffchen: „Die Stola auf dem schwarzen Talar dagegen besitzt für sich genommen keine überzeugende Aussagekraft und degeneriert zum persön­lichen Schmuckabzeichen. Sie wirkt wie eine unangemessene Verdoppelung dessen, was der schwarze Talar bereits aus sich heraus signalisiert: Hier agiert eine Person im Gottesdienst im amtlichen Auftrag der Kirche als ordinierte Pfarrerin oder Pfarrer. Der Talar gelangt damit bereits überall dort an seine Grenze, wo mehrere Geistliche zusam­men gottesdienstlich tätig werden. Er ist im Grunde ein Gewand für die solistisch wahrge­nommene Prediger- oder Liturgenrolle im evangelischen Gottesdienst. Überall dort, wo es stärker auf die Bewegungsdimension wie Interaktion der menschlichen Körper im Gottes­dienst ankommt, erweist sich der schwarze Talar als eher hinderlich. Insofern kommt dem gelegentlich unreflektiert artikulierten Unmut über ein zu gehäuftes Auftreten von schwarz gekleideten Talarträgerinnen und Talarträgern bei Ordinations- oder Einführungsgottesdienst durchaus ein gewisses Wahrheitsmoment zu. wahrge­nommene Prediger- oder Liturgenrolle im evangelischen Gottesdienst.“

Klaus Raschzok, Professor für praktische Theologie in Neuendettelsau, hat einen höchst instruktiven Artikel über die zweihundertjährige Geschichte des evangelischen Pfarrertalars … Mehr