Hans Joachim Iwand über Kreuz und Auferstehung in seiner Christologie-Vorlesung 1959: „Das Kreuz ist nicht erden­näher oder rational fassbarer als das of­fene Grab oder als jenes Bild von dem Sieg des Aufer­standenen, das uns der Isenheimer Altar zeigt. Es geht dies alles weit über unser Fassungsver­mögen und unseren Verstand hinaus. Und wenn es nicht darüber hinausgin­ge, dann würde es auch nicht in ihn hineinkommen. Es muss erst transzen­dent für uns werden, ehe es wirklich begriffen wird – ehe es sich unsere Be­griffe aneignet! Es darf nie so sein, dass wir uns mit und nach unseren Be­griffen das aneignen, was wir in der Theologie die Offenbarung nennen. Damit hörte sie auf, Offenbarung zu sein. Aber das Unbegreifliche wird be­greiflich, das jen­seits aller Vernunft sich Ereignende wird zu etwas, das wir mit unserer Vernunft fassen, nach­buchstabieren, nachdenken können. Das ist unsere Aufgabe. So allein werden wir es uns an-eignen. Und wir müssen es uns aneignen.“

Kreuz und Auferstehung Jesu Christi Von Hans Joachim Iwand Wie kein anderer Theologe hat Hans Joachim Iwand das Evangelium kreuzestheologisch … Mehr

Martin Luthers Predigt über Christi Höllenfahrt (1533) mit deren Anti-Hermeneutik: „Weil wir uns ja unsere Gedanken und Vor­stellungsbilder von dem machen müssen, was uns in Worten vorge­tragen wird, und weil wir nichts ohne Bilder denken und verstehen kön­nen, so ist es fein und recht, dass man’s ganz wörtlich auffasst, so wie man’s malt: dass Christus mit der Fahne hinunterfährt und die Höllenpforten zerbricht und zerstört; die hohen, unver­ständlichen Gedanken sollen wir auf sich beruhen lassen.“

„Hermeneutik ist die Kunst, aus einem Text herauszukriegen, was nicht drinsteht.“ Odo Marquards bekanntes Diktum verweist auf die platonische Grundlage … Mehr