Christoph Blumhardts Predigt über Lukas 18,1-8 (1890): „Das Dasein des Heilandes ist noch nicht die Rettung. Das, daß der Heiland geboren ist, gestorben ist, auferstanden ist, ist noch nicht die Rettung. Das ist freilich auch wieder so ein Satz, der allem ins Gesicht schlägt, was man uns gewöhnlich lehrt, aber so steht’s eben da! Reißet mir den Kopf herunter, daß ich’s sage, aber da steht’s eben: die Rettung ist noch nicht da. Sie schreien wohl in die Welt hinein: ‚Jesus errettet mich jetzt!‘ aber das ist ein verlogener Satz.“

Predigt über Lukas 18,1-8 (1890) Von Christoph Blumhardt Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, daß man allezeit beten und…

Karl Barth, Die letzte Frage und Antwort (Weihnachten 1938): „Es beunruhigt uns mit Recht, dass so viele schon die rechten Fragen, die uns heute gestellt sind, immer wieder ver­fehlen und missverstehen: dass sie etwa den Zusammenhang zwischen dem offenkundig gefährlichen deutschen und einem blöden, aber vorläufig noch harmlosen schweizerischen Nationalismus, oder den Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Barbarei, oder den Zusammenhang zwischen einer wirksamen Landesverteidigung und einer energischen Inan­griffnahme des Arbeitslosenproblems, oder den Zusammenhang zwischen der Sache unserer Freiheit und der der Freiheit in ganz Europa so gar nicht sehen und dementsprechend auch lauter törichte Antworten geben.“

Die letzte Frage und Antwort (Weihnachten 1938) Von Karl Barth Die «Schweizer Zeitung am Sonntag» will an der Weihnacht nicht…

Martin Luther über die guten Werke und den ausbleibenden Dank (Predigt über Matthäus 6,1–4, 1530): „Wer ein Christ sein will, muss sich also so verhalten, dass er kein gutes Werk tut oder unterlässt um der Leute willen, sondern allein deshalb, weil er in seinem Amt, Stand, mit seinem Geld, Gut oder was er hat, Gott dienen und ihm zu Ehren tun will, was er vermag – auch wenn er damit auf Erden niemals irgendeinen Dank verdient. Denn es ist auch unmöglich, dass einem frommen Menschen auch das geringste Werk, das er hier tut, jemals angemessen belohnt werden könnte – selbst wenn man ihn mit Gold krönen und ihm ein ganzes Königreich geben wollte.“

Über die guten Werke und den ausbleibenden Dank (Predigt über Matthäus 6,1–4, 1530) Von Martin Luther Wer ein Christ sein…

Karl Barth, Was ist der Mensch? (1960): „Er ist der, der in sei­ner Verborgenheit ebenso wenig ernstlich und wirklich geleugnet werden kann wie der wahre Gott in seiner Verborgenheit. Und er ist darin wahrer Mensch, dass der wahre Gott seiner gedenkt, und zwar tätig und wirksam gedenkt: trotz der Pracht und Schande seiner vielen Kleider, aber auch in der ganzen Pracht und Schande, die sein Teil ist. Er ist darin wahrer Mensch, dass der wahre Gott sein Gott ist: der Gott, der es auf ihn abgesehen hat, der für ihn Gott ist, der tatsächlich gerade ihn geliebt hat, liebt und lieben wird.“

Was ist der Mensch? Von Karl Barth Wer sich in der Bibel ein wenig auskennt, dem mag bei dieser Frage:…

John C. Lawrenz, Auslegung zur Simson-Geschichte (Richter 13,1–16,31): „Der nächste Moment trifft uns mit voller Tragik: Simson dachte tatsächlich, dass er noch mit Gottes Kraft und Gegenwart ausgerüstet sei. Doch der HERR war von ihm gewichen – und die Philister fielen über ihn her. Sie nahmen ihm die Augen. Sie brachten ihn nach Gaza. In einer Mühle banden sie ihn an einen Balken, der den oberen Mühlstein drehte. Im Kreis wanderte Simson, blind, im Dunkeln, und mahlte Korn. Welche Ironie: Der, der einst die Philister in Lehi wie Esel behandelte, war nun selbst ein Mühl-Esel. Der, der einst die Stadttore von Gaza trug, war nun in Gaza eingekerkert. Der, der die Felder der Philister in Brand gesteckt hatte, mahlte nun das Korn für ihr Brot.“

Auslegung zur Simson-Geschichte (Richter 13,1–16,31) Von John C. Lawrenz (1943-2024) 13,1 Wieder taten die Israeliten, was böse war in den…

Martin Buber, Gläubiger Humanismus (1963): „Von entscheidender Bedeutung für die Frage eines authentischen gläubigen Humanis­mus in unserer Zeit ist mithin die Erkenntnis, dass das wahre humanum und die Glaubens­erfahrung in demselben Boden der Begegnung wurzeln. Ja, in der fundamentalen Glaubenserfahrung selbst darf man die höchste Stufe der realen Begegnung sehen.“

Gläubiger Humanismus Von Martin Buber Der aufrichtige Dank, den ich hier Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Bernhard und denen, die…

Heinrich Vogel: Kreuz und Hakenkreuz. Thesen des Protestes, der Frage und der Bitte an die Glaubensbewegung Deutsche Christen (April 1933): „Kein Zeichen dieser Welt hat neben dem Kreuz Platz und Recht. Die Zeichen dieser Welt sind alle unter dem Kreuz. Wir protestieren nicht gegen das Hakenkreuz, das wir vielmehr als das Zeichen unseres deutschen Volkstums anerkennen, sondern wir protestieren gegen jede Vermengung oder Gleichordnung des Hakenkreuzes mit dem Kreuz.“

Kreuz und Hakenkreuz. Thesen des Protestes, der Frage und der Bitte an die Glaubensbewegung Deutsche Christen Von Heinrich Vogel Vorwort.…

Heinrich Vogel, Das Nicaenische Glaubensbekenntnis. Eine Doxologie (1963): „Wie sollten wir dann die Sprache des Glaubens, des Gebetes, der Predigt und des Bekenntnisses anders als aus dem gehörten Wort verstehen?! Der Geist erweckt uns, die wir als das Wortwesen, als antwortende Kreatur, geschaffen sind, aus unserer Taubstummheit zum neuen, reinen Hören, zu dem Hören vor und über und nach allem Verstehen. Kein hermeneutisches Prinzip sprengt den Riegel unseres in der Pervertierung auf uns selbst ertaubten Gehörs. Der Heilige Geist lässt das Licht des Wortes die Wände unserer Zelle durchdringen und erfüllt den ganzen Raum im reinen Hören des Wortes, das er spricht. Dieses sich selber hörbar machende Wort geht allem unseren Verständnis voran, und unsere Bemühungen zu verstehen, können in Wahrheit doch nur ein Gebet sein, neu zu hören, was wir hören. Audio, ut intellegam, – ich höre, um zu verstehen, und intellego, ut audiam, — ich verstehe, um zu hören.“

DAS NICAENISCHE GLAUBENSBEKENNTNISEINE DOXOLOGIE ausgelegt von HEINRICH VOGEL LETTNER-VERLAG · BERLIN · STUTTGART 1. Auflage im Herbst 1963 © Lettner-Verlag…