Hans Joachim Iwand, Über die methodische Verwendung von Antinomien in der Religionsphilosophie dargestellt an Karl Heims ‚Glaubensgewißheit‘ (1924): „Die Totalität ist aber eine irrationale Größe, die jeder Rationalisierung durch Zerfall ihrer Einheit spottet, d. h. die sich dann eben in Antinomien auflöst. Der Begriff des Gesetzes kann dem der Totalität nicht gerecht werden. Daher darf man, wo es sich um die Ganzheit handelt, die kategorialen Gesetze der Vernunft nicht heranziehen, vielmehr muß man auf die religiöse Setzung der schlechthinnigen Abhängigkeit rekurrieren, der sich die Totalität des Lebens erschließt.“

Über die methodische Verwendung von Antinomienin der ReligionsphilosophieDargestellt an Karl Heims „Glaubensgewißheit“ Von Hans Joachim Iwand Zusammenfassung der gleichnamigen Dissertationsschrift…

Philipp Melanchthon, Von Leiden und vom Kreuz sowie von wahren Tröstungen (Loci praecipui theologici): „Da nun die Leiden der Kirche viele zu Zweifeln bringen – ob Gott sich um irgendeinen Teil der Menschheit kümmert, ob es überhaupt eine Kirche Gottes gibt, ob die, die die prophetische und apostolische Lehre annehmen, wirklich Gottes Volk sind, ob Gott diese Gemeinde in ihrer Not erhört –, da also solche traurigen Anblicke viele vom Glauben abbringen und zu epikureischen Irrtümern führen, muss die Kirche gegen solche Anfechtungen gewappnet sein. Sie muss gelehrt werden, warum sie so großem Leid unterworfen ist und dass sie dennoch gehört, gestärkt, erhalten und schließlich erlöst wird. Das ist die besondere Weisheit der Kirche. Deshalb müssen zuerst die Beweggründe und Endursachen erkannt, gelernt und oft durchdacht werden.“

Von Leiden und vom Kreuz sowie von wahren Tröstungen (De calamitatibus et de cruce et de veris consolationibus – Loci…

Eduard Thurneysen, Die Zukunft hat schon begonnen! Predigt zu Jesaja 2,1-5 (1961): „Wenn uns gesagt wird, dass die ganze dunkle Gegenwart nicht das Letzte ist, weil es eine letzte Zeit gibt, der auch diese unsere Gegenwart entgegengeht, eine letzte Zeit, von der her Licht und Heil in unsere Zeit hereinbricht, dann wird diese unsere Zeit, auch unsere eigene kleine Lebenszeit zu einer Insel, die rings umflossen ist von der Zeit Gottes, von der Ewigkeit. Dann müssen wir all das, was hier und jetzt noch geschieht an Schwerem, bei allem Ernst, nicht mehr ganz ernst nehmen. Es gibt etwas, das noch ernster ist als das, was wir vor Augen haben; es gibt ein Heil Gottes, das aus der letzten Zeit her zu uns kommt.“

Die Zukunft hat schon begonnen! Predigt zu Jesaja 2,1-5 Von Eduard Thurneysen Das ist’s, was Jesaja, der Sohn des Amos,…

Friedrich Mildenberger, Abraham und wir – einige systematisch-theologische Reflexionen (1980): „Solange und soweit unser Bemühen um die Bibel das Werk ist, dessen wir uns rühmen – jeder kanns besser, und der Dogmatiker natürlich sowieso besser als der Exeget, aber miteinander können wir’s doch am allerbesten – solange wird nichts Rechtes daraus. Aber vielleicht begegnet uns Abraham wieder, wenn wir uns herausrufen lassen aus unserer idololatria Chaldaica und uns wieder auf den Weg machen, um hinter die historischen und hermeneutischen, die wissenschaftlichen und religiösen Horizonte zu kommen, in denen wir die Bibel gerade nicht erfassen können.“

Abraham und wir – einige systematisch-theologische Reflexionen Von Friedrich Mildenberger Meine Überlegungen sollen nicht in der schweren dogmatischen Rüstung Sauls…

Huub Oosterhuis, Warum musst das sein? „Im Katharina-Krankenhaus in Eindhoven / hat jemand ihre Körper gewaschen und gepflegt, / Blumen zu ihnen gelegt / und eine Kerze angezündet. / Man hat sie noch gesehen: / sie waren nicht entstellt, / sie waren tot. / Tjeerd, als würde er schlafen. / Pientje plötzlich viel älter – / ‚mindestens zwanzig Jahre älter‘, / sagte ihre Mutter.“

WARUM MUSSTE DAS SEIN? Tjeerd Naves und Pien van Diemenverstorben am 29. Juli 1984 1 Sie waren wieder zusammen.Nach einer…

Georg Merz, Tausendjähriges Reich: „Sie er­hoffen das Reich Christi als ein Ereignis der Ge­schichte, unterscheiden darum das Tausendjährige Reich als eine Epoche dieser Geschichte von der Wiederkunft Christi in seiner Herrlichkeit als dem Ende aller Geschichte. In der Aussage von Offenbarung 20 und in den auf dieses Kapitel sich beziehenden Aussagen der Schriften Alten und Neuen Testaments sehen sie ein unüberhörbares Zeugnis für die Realität der dieser Erde zugesagten Hoffnung.“

Tausendjähriges Reich Von Georg Merz In der Offenbarung des Johannes wird im 20. Kapitel berichtet, daß der Satan „tausend Jahre“…

Das Paradies, der Überdruss und das Lebensglück: „Weder in dem dauerhaft Zuhandenen noch in dem erfolgreich Erstrebten findet der Mensch sein umfassendes Lebensglück. Was in der christlichen Lehre als (Glück-)Seligkeit (beatutido) verheißen wird, ist ein lebensvollendende Schau Gottes (visio Dei beatifica), von der ’selige‘ Menschen selbst eingenommen ist. Das Lebensglück entzieht sich damit eigener Bestimmung bzw. Wahl. Die Gottesschau lässt sich nur in paradoxer Weise als lebenserfüllend – Erfüllung, die keine Erfüllung ist – bezeichnen, da der Zustand einer ewigen Erfüllung den Vorgang einer Erfüllung unterbinden würde. Die visio Dei ist also ein Sehen, das sich nicht sattsehen kann.“

Das Paradies, der Überdruss und das Lebensglück Paradiesische Zustände sollen das eigene Lebensglück bedingen. In der Paradieserzählung (Genesis 2-3) wird…

Karl Barth, Philosophie und Theologie (1960): „Ob der Philosoph fähig und geneigt sein wird, in der vom Theologen angegebenen und beschriebenen Be­ziehung von «Schöpfer» und «Geschöpf» von «Gott» und «Mensch» seine eigenen Gegenüber- und Zusammenstellungen wiederzuerkennen? Und ob der Theologe seinerseits in den Begriffspaaren des Philosophen das wiederfinden wird, was er unter «Schöpfer» und «Geschöpf», «Gott» und «Mensch» versteht? Ob man sich hiervon beiden Seiten mit gutem Ge­wissen darüber verständigen könnte, dass man ja «im Grunde dasselbe» meine und sagen wolle? Ob es also gelegentlich oder gar durchgängig tun­lich sein möchte, dass der Philosoph in der Sprache des Theologen, der The­ologe in der des Philosophen redet?“

Philosophie und Theologie Von Karl Barth Die Gegenüberstellung von «Philosophie» und «Theologie» ist eine (leicht mythologisierende) Abstraktion. Das Wirkliche, das…