Hermann Diem, Die Geburt der Gemeinde in der Predigt (1948): „Meine Gemeinde verlässt sich also in ihrem Dasein auch lieber auf den volkskirchlichen Rahmen, als darauf, dass sich in der Predigt die großen Taten Gottes ereignen. Über den Heiligen Geist kann man nicht verfügen und seine voraussichtlichen Wirkungen kann man nicht in den Etat einsetzen. Darum erhebt man lieber die Besteuerungsgrundlagen beim Finanzamt und garantiert den äußeren Bestand der Gemein­de durch die Einrichtung der Kirchensteuer.“

Die Geburt der Gemeinde in der Predigt Von Hermann Diem 1. Die Gemeinde von gestern Wenn ich am nächsten Sonntag…

Karl Rahner, Die Sinnfrage als Gottesfrage (1982): „Es soll nochmals ausdrücklich betont werden, dass wir die absolute Sinnfrage, die wir als berechtigt und unausweichlich erklären (obzwar sie im Modus des Verdrängtseins gegeben sein kann), nicht eigentlich mit einem Gott oder einem Begriff von Gott beantworten, der von irgendwo anders her als Antwort an diese Sinnfrage herangetragen wird. Vielmehr gibt die Frage nach einem absoluten Sinn, wenn sie wirklich angenommen wird und sie sich selber bis zum letzten aussprechen darf, die Existenz eines absoluten Sinnes als wirklichen und somit die Existenz Gottes selber her.“

Die Sinnfrage als Gottesfrage (1982) Von Karl Rahner Es ist bekannt, daß man heute viel von Sinn, von Sinnverlust spricht.…

Emanuel Hirschs selbstgerechte  Einsamkeitstheologie ‚Der nahe Gott‘ (1960): „Und dünk ich einsam euch zu sein: / Ich gehe keinen Weg allein. / Unmerklich fast ein leiser Tritt / Rührt an das Pflaster. Gott geht mit. // Sein Auge hab ich nie geschaut. / Nie hört ich seiner Stimme Laut. / Kaum daß ich einst, in hoher Stunde, / Den Atem spürt’ von seinem Munde.“

Der nahe Gott 1 Und dünk ich einsam euch zu sein:Ich gehe keinen Weg allein.Unmerklich fast ein leiser TrittRührt an…

Walter Sparn über Christel Schmid (1892-1970): „Die Bundesleitung des BCP gab Mater Christel, fast siebzigjährig, am 28. Oktober 1961 beim Bundesthing auf dem Schwanberg an die gewählten Hedwig Döbereiner und (als Stellvertreterin) Maria Pfister ab. Ihre Ab­schiedsrede, die immer noch von ihrem Charisma für die Jugend getragen ist, vom 28. Oktober bringt ihre mit den Pfadfinderinnen so eng verbun­dene Lebensgeschichte seit 1931 in Erinnerung – von den jetzt 24 Ordens­frauen kommen 21 aus dem Bund –, die Osternacht 1942, aber auch die schmerzliche Geburt des evangelischen Ordensgedankens im Casteller Ring – langsam selbstverständlich auch für Kirchenbehörden und schwerhörige Gemeinden. Umgekehrt gibt sie freimütig zu, dass sie, in der das Bild der Pfadfinderin deutscher Prägung lebte, die großen Gaben des Internationalen wahrzunehmen lernen musste, aber auch erfuhr.“

Christel Schmid/Mater Felizitas (1892-1970) Von Walter Spam Das überdauernde, spirituell und pädagogisch auch heute weit aus­strahlende Lebenswerk von Christel Schmid…

Heinrich Schlier, Über die Herrschaft Christi (1957): „Von den täuschenden oder lügnerischen Wundern und Zeichen des Antichrist, hinter dem ja der feindselige Geist steht, ist nicht nur in der Offenbarung Johannes, sondern auch bei Paulus die Rede. Die Angst vor der Zukunft, in der ja Christus auch als Herr der Mächte und sie, die Mächte, als entmächtigt offenbar werden, macht sie so aufgebracht, gegeneinander und gegen die Kirche, dass der Apostel, im Gegensatz zu aller trügerischen Hoffnung in und außerhalb der Kirche, von der Zeit seit Christus als von ‚bösen Tagen‘ redet und davon spricht, daß diese bösen Tage auslaufen in ‚den bösen Tag‘, der sie begrenzt und erfüllt. Für diesen Tag, da die Herrschaft Christi über die Seinen noch einmal durch den umfassenden Angriff der erbitterten Mächte auf die Probe gestellt wird, gilt es, wie der Apostel sagt, sich zu rüsten mit der vollen Rüstung Gottes. Sie schützt zwar die milites Christi nicht vor Leiden und Sterben und bereitet ihnen nicht den Sieg auf Erden, sie bewahrt sie aber vor dem ewigen Untergang und lässt sie vor Gott bestehen.“

Über die Herrschaft Christi Von Heinrich Schlier Die folgenden Ausführungen wollen nicht ein bibeltheologischer Traktat über die Herrschaft Christi sein.…

Jürgen Roloff über die Hölle in der Bibel: „Beim Endgericht wird Christus nicht nur die Toten aus dem Hades befreien, sondern er wird Tod und Hades zusammen vernichten. Die feurige Gehenna (auch »Feuerpfuhl«, »ewiges Feuer«, »Abgrund«) erscheint als Bereich ewiger und endgültiger Gottes- und Heilsferne. Ihr werden im Endgericht alle widergöttlichen Menschen und Mächte überantwortet. Das Neue Testament verzichtet jedoch auf jede spekulative Ausmalung von Hölle und Höllenstrafen.“

Hölle in der Bibel Von Jürgen Roloff Die Bibel spricht zwar vielfach von unterweltlichen Aufenthaltsorten der Toten bzw. endzeitlichen Straforten,…

Martin Luther, Auslegung zu 5. Mose 6,4–9 (1525): „Wenn er daher sagt: Der HERR, dein Gott, ist ein einiger HERR, so nimmt er alles falsche Vertrauen hinweg. Wenn er sagt: Du sollst den HERRN lieb haben, so regt er an zu einem fröhlichen und freien Dienst gegen Gott. Denn wenn ich Gott liebe, so will ich in Wahrheit alles, was Gott will; so ist mir auch nichts lieber, als das zu hören und zu tun, was Gott will, wie auch die fleischliche Liebe tut gegen den geliebten Gegenstand. So empfangen wir durch die Einheit mit Gott im Glauben alles umsonst von Gott; durch die Liebe tun wir gegen Gott alles umsonst.“

Auslegung zu 5. Mose 6,4–9 (1525) Von Martin Luther V. 4. Höre, Israel, der HERR, unser Gott, ist ein einiger…