Himmlischer Vater,in Deiner wunderbaren Schöpfunghast Du alles Gute für unser Leben bereitet.Dein Geist stärke unseren Glauben,damit wir uns nicht in…
Verena Pfenninger-Stadler, Brief an Karl Barth in Sachen Caprez-Roffler (1932) und Karl Barths Antwort: „Wir haben ja niemals von unseren Mitchristen, von den christlichen Redaktorinnen unseres Landes und nicht einmal von unseren Kirchenbehörden verlangt, dass sie das Wagnis, das wir im Glauben unternehmen, mit uns wagen. Wir haben uns gefreut über jeden, der mit uns ging, aber verlangt haben wir nur das Eine, dass man uns nehme und allenfalls bekämpfe als das, was wir sind: Menschen, die vielleicht irren, aber jedenfalls meinen, im Glauben gehandelt zu haben und daher von da allein angegriffen werden müssen.“
Brief an Karl Barth in Sachen Caprez-Roffler Von Veronika Pfenninger-Stadler Brig, Tunnelstraße 9,31. VII. 32 Herrn Prof. Dr. Karl Barth,Bonn…
Dietmar Mieth über das Leben theologisch verstanden: „Nur unter der Voraussetzung des Glaubens an einen lebendigen Gott kann daher die Liebe zum Leben vollendet gedacht werden. Gottes Selbstmitteilung lehrt und lebt eine Liebe, die gegenüber dem Leben zugleich universal und jedem einzelnen gegenüber spezifisch ist. Er liebt alle gleich und doch ein jedes nach seiner Art bzw. nach seiner Person.“
Leben III. Theologie Von Dietmar Mieth Die Theologie begreift das Leben zunächst als Schöpfung Gottes. Nach biblischer Schöpfungsaussage ist Gott…
Margreth Härdi-Caprez über ihre Eltern Gian und Greti Caprez-Roffler (1994): „Im Sommer 1944 geschah das Seltsame: Die gleiche Behörde, die neun Jahre zuvor Gretis Kirchgemeinde als Strafmassnahme das Kirchenvermögen fortgenommen hatte, fragte Gian und Greti Caprez an, ob sie die neugeschaffene Stelle der Pastoration in den kantonalen Anstalten miteinander übernehmen wollten! So zogen sie im September nach Chur in ein wunderschönes Privat-Haus am Calunaweg. Dieses Haus war ihnen sechs Jahre lang Heim und Zuflucht, wenn ihre Herzen schwer geworden waren ob all den vielen dunklen Schicksalen, die ihnen bei ihren Begegnungen in Spitälern, psychiatrischen Kliniken und Gefängnissen anvertraut worden waren. In der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember 1942 kam der kleine Christ-Josias auf die Welt. Seine Mutter hatte bis fast zuletzt mit ihm zusammen in all die Dunkelheiten hineingehen müssen, und dann war es doch so ein Sonnenkind.“
Rückblick auf das Leben von Greti Caprez-RofflerPfarreringeb. 17. August 1906 – gest. 19. März 1994 und Gian Caprez-Rofflerdipl. Bauing. ETH…
Friedrich Mildenberger über Martin Kähler (1835-1912): „Christus, die Bibel und die Kirche gehören also untrennbar zusammen. Miteinander bilden sie die Voraussetzung des persönlichen Glaubens, wie sie umgekehrt wieder durch solchen persönlichen Glauben in ihrer besonderen Qualität bestätigt werden. Diese besondere Qualität aber ist zugleich in der geschichtlichen Wirksamkeit der Bibel als göttliche Wirkung kenntlich.“
Martin Kähler Von Friedrich Mildenberger Man pflegt Martin Kähler zusammen mit seinem Freund Hermann Cremer, der durch das »Biblisch-theologische Wörterbuch…
Greti Caprez-Roffler, Die Pfarrerin. Lebenserinnerungen der ersten Bündner Theologin (1980): „Gestern wurde ich ins Kantonsspital gerufen zu einer Frau, die am Morgen in einem Anfall von Schwermut Salzsäure getrunken hatte und nicht mehr zu retten war. Nie werde ich dieses Sterben vergessen. Eine junge Frau, erst 33 Jahre alt, eine schöne Frau, mit wunderbaren dunklen Augen, krausem schwarzem Haar, schön gewachsen, geliebt von Mann und Kind. «Es ist niemand schuld, mein Mann war immer, immer lieb zu mir», das waren ihre ersten Worte. Sie war ganz gelöst vom Leben, es war keine Reue über ihre Tat da, nichts vom Willen, ins Leben zurückzukehren. Nur die Schuld ihrer Tat lag auf ihr, das Verlangen nach Vergebung. Sie litt furchtbare Schmerzen und quälenden Durst und konnte nicht mehr trinken. Ich nahm sie in meine Arme. So beteten wir, bald sie, bald ich; sprachen wir, bald sie, bald ich. Meine Tränen hinderten mich oft am Sprechen. Sie weinte nicht. Sie freute sich zu gehen.“
Die Pfarrerin. Lebenserinnerungen der ersten Bündner Theologin von Greti Caprez-Roffler Vom Hüschergada zur Universität «Im Sommer 1906 gingen meine Eltern…
Walter Benjamins Wiedergabe einer Gesprächserinnerung Max Brods an Franz Kafka in Sachen Hoffnung: „›Oh nein‹, meinte er, ›unsere Welt ist nur eine schlechte Laune Gottes, ein schlechter Tag.‹ – ›So gäbe es außerhalb dieser Erscheinungsform Welt, die wir kennen, Hoffnung?‹ – Er lächelte: ›Oh, Hoffnung genug, unendlich viel Hoffnung – nur nicht für uns.‹«“
Franz Kafka über die Hoffnung Aus dem »Prozeß« läßt sich entnehmen, daß dieses Verfahren hoffnungslos für die Angeklagten zu sein…
Philipp Melanchthon, Warum die christliche Kirche unter das Kreuz gelegt sei? (Examen ordinandorum, 1552): „Unser Elend kommt nicht ohne Gottes Rat, wie die blinde Vernunft der Heiden dichtet. Und es ist Gottes ernstlicher Wille, dass wir ihm in der Strafe oder Übung gehorsam sind – nicht wider ihn zürnen, sondern unsere Herzen dazu neigen, dass sie diese Last mit göttlicher Hilfe tragen wollen. Also spricht Petrus: ‚Ihr sollt euch demütigen unter die gewaltige Hand Gottes‘ – verstehe: die gewaltig strafen kann und wiederum gewaltig alle retten kann, die bekehrt werden und ihn anrufen – wie in Davids Strafe und Rettung zu sehen ist. Und solche Beispiele soll man anschauen.“
Warum die christliche Kirche unter das Kreuz gelegt sei? (Examen ordinandorum, 1552) Von Philipp Melanchthon Dieser Schein macht die Vernunft…
Helmut Gollwitzer, Krieg und Christentum: „Der Begriff des »gerechten Krieges« ist ein integrierender Bestandteil der christlichen Kriegsethik. Ihr unverzichtbarer Kern besagt subjektiv, dass jeder seine Teilnahme am Waffengang in jedem Falle vor seinem göttlichen Herrn verantworten muss. Objektiv besagt jener Begriff, dass Krieg und Kriegsdienst christlich nur als Handlung im Dienste der Erhaltung oder Wiederherstellung der lebensnotwendigen Rechtsordnung vertreten werden kann (was übrigens das Vorhandensein zweier gegensätzlicher Rechtsinteressen nicht ausschließt).“
Krieg und Christentum Von Helmut Gollwitzer 1. Geschichtlich a) Alte Kirche bis Konstantin: Die eschatologische Naherwartung, die Einflußlosigkeit der Christen…