Julius Schniewind, Die Seligpreisungen Matthäus 5,3-12 (NTD): „Das Fragen und Verlangen nach Gerechtigkeit auf Erden wird selig gepriesen, das brennende Verlangen (Hunger und Durst!) danach, dass Unrecht und Ungerechtigkeit aufhören möchten. Wo dies Verlangen brennt, ist es ein Fragen nach Gott und nach seiner Gerechtigkeit, und das bedeutet allerdings eine Haltung des ganzen Lebens, ein Warten; die Antwort auf dies Warten ist die von Christus geschenkte Tat.“

Wie Julius Schniewind (1883-1948) die Seligpreisungen der Bergpredigt 1936 biblisch-theologisch auf ein „Heute“ auszulegen vermochte, erweist sich immer noch als…

Gisbert Greshake, Zum Begriff der Zukunft: „Wo der Mensch versucht, das Ganze der Wirklichkeit in den Griff zu bekommen, wo er das Ganze (das „totum“) mani­pulieren und eine total heilvolle Welt herbeiführen will, da wird er – wie viele schmerzvolle Erfahrungen der jüngsten Gegenwart und Vergangenheit zeigen – not­wendig „totalitär“: er opfert das einzelne der Allgemeinheit, den Teil dem Ganzen, die Gegenwart der Zukunft.“

Zum Begriff der Zukunft Von Gisbert Greshake Zukunft als Werden (futurum) Das deutsche Wort Zukunft trägt eine seltsame Zweideutigkeit an…

Timothy Radcliffe, „In Gott zu Hause und Gott in uns zu Hause“. Zweite Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom am 1. Oktober 2023: „Gott bleibt in unserer Kirche, auch bei aller Korruption und allem Missbrauch. Deshalb müssen wir bleiben. Aber Gott ist bei uns, um uns in die weiten Räume des Reiches Gottes hinauszuführen. Wir brauchen die Kirche, unsere gegenwärtige Heimat mit all ihren Schwächen, aber auch, um den geisterfüllten Sauerstoff unserer zukünftigen Heimat ohne Grenzen zu atmen.“

„In Gott zu Hause und Gott in uns zu Hause“. Zweite Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom am…

Trutz Rendtorff, Vom Beruf der Ethik (1999): „Von der Ethik wird eine erlösende Antwort erwartet. Aber die Erwartungen sind keineswegs einheitlich. Nach Ethik wird gerufen im Interesse zusätzlicher, erweiterter Legitimation des eigenen Handelns, Konsens wird eingefordert in der Form des Assensus, der Zustimmung anderer, es geht um Akzeptanz. Legitimation vor der Legalität, Konsens über das rechte und sittliche Leben vor dem, was durch Gesetze und Gesetzeszwang geregelt wird. Der Ruf nach dem Gesetzgeber als Ausweg aus Konflikten bei mangelndem Konsens kommt dabei immer mit ins Spiel.“

Vom Beruf der Ethik[1] Von Professor Dr. Dr. h.c. Trutz Rendtorff, München ETHIK, KONSENS UND KONFLIKTE Ethik hat es mit…

Timothy Radcliffe, Hoffen wider alle Hoffnung (Hoping against hope). Erste Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom am 1. Oktober 2023: „So mögen wir durch unterschiedliche Hoffnungen getrennt sein. Aber wenn wir auf den Herrn und aufeinander hören und versuchen, seinen Willen für die Kirche und die Welt zu verstehen, dann werden wir in einer Hoffnung vereint sein, die unsere Meinungsverschiedenheiten übersteigt, und wir werden von dem berührt, den der heilige Augustinus ‚eine so alte und so neue Schönheit‘ nannte.“

Hoffen wider alle Hoffnung (Hoping against hope). Erste Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom am 1. Oktober 2023…

Timothy Radcliffe, Freundschaft. Dritte Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom am 2. Oktober 2023: „Unsere Welt sehnt sich nach Freundschaft, aber sie wird durch zerstörerische Trends untergraben: Der Aufstieg des Populismus, bei dem die Menschen durch vereinfachende Erzählungen, oberflächliche Slogans und die Blindheit des Pöbels zusammengehalten werden. Und es gibt einen ausgeprägten Individualismus, der bedeutet, dass alles, was ich habe, meine Geschichte ist.“

Freundschaft. Dritte Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom am 2. Oktober 2023 Von Timothy Radcliffe OP In der…