Hans Georg Gadamer über die Verborgenheit der Gesundheit: „Selbst wenn man sagt, es sei gelun­gen, die Krankheit zu beherrschen, hat sich am Ende die Krankheit schon von der Person getrennt und wird wie ein Eigenwesen behandelt, mit dem wir fertigwerden müssen. Das hat sogar besonderen Sinn, wenn wir in großen Maßstä­ben denken, etwa an die großen Seuchen, deren Beherr­schung der neuzeitlichen Medizin so weitgehend gelungen ist. Dabei wissen wir gleichwohl, dass solche Seuchen immer wieder viele einzelne Kranke sind, die ihr zum Opfer fallen. Gleichwohl sind sie wie ein eigenes Lebewesen.“

Über die Verborgenheit der Gesundheit Von Hans-Georg Gadamer Es gilt, über Dinge nachzudenken, die nicht nur den Arzt in seiner…

Günther Anders, Da wir beliefert werden, gehen wir nicht auf Fahrt; bleiben wir unerfahren (Die Antiquiertheit des Menschen, 1956): „Das Leben hatte in einer Entdeckungsreise bestanden; und mit Recht hatten die großen Erziehungsromane nichts anderes dargestellt, als die Wege, Umwege und Fahrtabenteuer, die er zu bestehen hatte, um, obwohl längst auf der Welt, schließlich doch bei ihr anzulangen. – Nun, da die Welt zu ihm kommt, zu ihm eingelassen wird, und zwar in effigie, so daß er sich auf sie nicht einzulassen braucht – ist diese Befahrung und Erfahrung überflüssig und, da Überflüssiges verkümmert, unmöglich geworden.“

Da wir beliefert werden, gehen wir nicht auf Fahrt; bleiben wir unerfahren (Die Antiquiertheit des Menschen) Von Günther Anders Da…

Karl Jaspers über das Tragische: „Erst ein Glaube, der ein anderes als das immanente Sein kennt, erlöst vom Tragischen. So ist es bei Dante, bei Calderon. Das tragische Wissen, die tragischen Situa­tionen, das tragische Heldentum, alles ist radikal verwandelt, weil es durch die Darstellung aufgenommen ist in den Sinn der Vorsehung und in die Gnade, die von diesem ganzen un­geheuren Nichtigsein und Sichselbstzerstören der Welt erlöst.“

Über das Tragische Von Karl Jaspers Schuld Das Tragische wird sich verständlich als Folge der Schuld und als die Schuld…

Karl Barth, Vom Oberlicht der Geschichte. Auslegung zu Römer 4,17b (Der Römerbrief, 1922): „Nie ist die Geschichte, nie die geschichtliche Persönlichkeit des Menschen ganz ohne dieses ungeschichtliche Oberlicht: ‚vor Gott, an den er glaubte‘. In diesem Oberlicht verliert sich die Vereinzelung des Einzelnen, die Vergangenheit des Gewesenen, die Entlegenheit des Fernen, die Getrenntheit des Besonderen, die Zufälligkeit des Persönlichen. In diesem Oberlicht erscheint die Gleichzeitigkeit, die einheitliche Wichtigkeit und Würde alles Geschehens.“

Jüngst hat Sabine Rückert in der Sonderausgabe der ZEIT „Die 100 besten Bücher“ die Lutherbibel besprochen und sie abschließend mit…

Martin Buber, Im Anfang (1924): „Es kommt nicht darauf an, ein ‚Ideal‘ zu verkün­den und seine Erfüllung zu fordern, zu verfechten und abzuwarten, sondern darauf, an jedem Morgen mit der Verwirklichung des Rechten neu zu be­ginnen, ohne zu wissen, wie weit man heute kommt, wissend, dass es am nächsten Tag erneuten Anfang gilt — und dass in diesem All-Tag verborgen unser Vollenden und unsere Vollendung ruht.“

Im Anfang (1924) Von Martin Buber Die ersten Worte der Schrift „Im Anfang schuf Gott“ haben unsere Weisen so gedeutet:…