Wolfgang Huber über den Begriff ‚Fortschritt‘ (1980): „Fortschritt wird also vorrangig als Steigerung aus­gelegt. Erst allmählich tritt die Frage auf, ob im Prozess derartiger Steigerung die Bedingungen menschlichen Lebens zugleich erhalten werden können; und ebenfalls allmählich erst verbindet sich damit die Frage, ob nicht durch fortschreitende quantitative Steigerung die Bedin­gungen menschlicher Freiheit aufs Spiel gesetzt werden.“

Fortschritt Von Wolfgang Huber 1. Der Begriff und seine Herkunft Für das „wissenschaftlich-technische Zeitalter“ ist kaum ein Be­griff kennzeichnender als…

Das Bauernkriegsgeschehen um Weißenhorn und Roggenburg im März und April 1525 nach der Weißenhorner Historie von Nikolaus Thoman: „Ich glaube, dass Gott der Allmächtige der Obrigkeit in Weißenhorn besondere göttliche Gnade verliehen hat, da sie es geschafft haben, diesen unrechtmäßigen Aufstand des Volkes niederzuschlagen und Frieden herzustellen. Wäre es anders gekommen, hätte der Stadt großer Schaden drohen können, vielleicht wäre sie ganz zerstört worden und die Menschen hätten ihr Leben und ihr Hab und Gut verloren.“

Das Bauernkriegsgeschehen um Weißenhorn und Roggenburg im März und April 1525 nach der Weißenhorner Historie von Nikolaus Thoman Am Freitag,…

Alfred Delp, Der Stern wird über der Wüste stehen (Epiphanias 1945, Haftanstalt Berlin-Tegel): „Es steht schlimm um ein Leben, wenn es die Wüste nicht besteht oder sie meidet. Die Stunden der Einsamkeit müssen mit denen der Gemeinsamkeiten in einem bestimmten Verhältnis stehen, sonst verkümmern die Horizonte und werden die Gehalte zerredet und vertan. Das ist eine der bewußten Befreiungstaten, die der Mensch an sich selbst tun muss, dass er sich immer wieder in der Einsamkeit dem großen Frager und dem echten Anblick der Dinge stellt.“

Der Stern wird über der Wüste stehen (Epiphanias 1945, Haftanstalt Berlin-Tegel) Von Alfred Delp In diesen Wochen der Gebundenheit habe…

Eintretendes Schweigen. Was Dichterinnen und Dichtern den anderen im Jüngsten Gericht möglicherweise voraushaben: „Wie viele unnütze Worte schon längst gesprochen worden sind und ausgesprochen werden – und dann heißt es aus Jesu Mund, dass im Jüngsten Gericht für jedes dahergesagte Wort wiederum mit weiteren Worten Rechenschaft zu geben ist. Ich kann mir da nur einen unendlichen Wortschwall aus unzähligen Menschenmündern vorstellen – ein Gerede, das vor dem Richter kein Ende finden kann.“

Mir geht das Jesus-Wort nach Matthäus 12,36 nach: „Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage…

Marsilio Ficino, Über die christliche Religion (1474): „Die kostbarsten Perlen der Religion hingegen wurden oft von Ignoranten in die Hand genommen und wie von Säuen zertreten. Denn oftmals scheint die müßige Bemühung von Toren und Trägen mehr Aberglaube (superstitio) als Religion [zu sein].“

Ahnherr des liberalen Protestantismus ist nicht etwa Martin Luther, sondern der Florentiner Renaissancephilosoph Marsilio Ficino (1433-1499) mit seinen Schriften „Theologia…

Martin Luther, Von Brauch und Bekenntnis der christlichen Freiheit (1524): „So haben wir gelehrt, dass einem Christenmenschen von Gott eine solche Freiheit gegeben und eingesetzt wurde, dass er sich auf kein Werk oder äußeres Ding verlassen darf, sondern allein sein Vertrauen auf die Gnade Gottes durch den Glauben setzen soll. Alles Äußerliche, das Ort, Zeit oder Person betrifft, bleibt frei und soll von niemandem mit Gesetzen gebunden werden, um das Gewissen zu binden. Wer jedoch wagt, dies zu tun, der kämpft gegen Gott, der dies alles frei haben will.“

Von Brauch und Bekenntnis der christlichen Freiheit (1524) Von Martin Luther So haben wir gelehrt, dass einem Christenmenschen von Gott…

Martin Buber, Biblischer Humanismus: „Die eigentliche Wirkung tut nur das ursprüng­liche Wort im Geheimnis seiner Gesprochenheit: wenn man es so nach­spricht, dass es jetzt und hier gesprochen ist. Das biblische Wort ist über­setzbar, weil es einen Gehalt hat, mit dem es an den Menschen ergeht. Es ist unübersetzbar, weil es ein Sprachgeheimnis hat, mit dem es an Israel ergeht. Im Zentrum eines biblischen Humanismus steht der Dienst an dem unübersetzbaren Wort.“

Biblischer Humanismus Von Martin Buber Als 1913 ein von mir versammelter und geleiteter kleiner Kreis pädagogisch interessierter Juden den Plan…