Eberhard Jüngel, Der Geist der Hoffnung und des Trostes. Zur Begründung des eschatologischen Lehrstücks vom Reich der Freiheit: „Der Geist der Hoffnung und des Trostes bejaht die Begrenzung des menschlichen Daseins durch Anfang und Ende, indem er dem so begrenzten Menschenleben ewige Zukunft verheißt, und identifiziert den Zwang zum Drang des Menschen in die Verhältnislosigkeit als die das Nichts über Gottes gute Schöpfung heraufbeschwörende Sünde. Nicht die Grenzen des Menschseins machen das menschliche Dasein nichtig, sondern der grenzenlose Drang des Menschen zur Selbstverwirklichung, der als solcher das menschliche Dasein verhältnislos und beziehungslos macht, ist der Grund der Nichtigkeit des menschlichen Daseins.“

Der Geist der Hoffnung und des Trostes. Zur Begründung des eschatologischen Lehrstücks vom Reich der Freiheit[1] Von Eberhard Jüngel 1.1…

Robert Spaemann, Der Anschlag auf den Sonntag (1988): „Der Sonntag repräsentiert in unserem Lebensrhythmus das, was nicht funktional, nicht ‚gut zu etwas‘ ist, sondern das, was aller Funktionalität erst Sinn gibt. Der Sonntag repräsentiert den Sinn. Der Sonntag ist wie ein Baum, in dessen Schatten wir seit jeher auszuruhen gewohnt sind. Als Ressource darüber hinaus steht er nicht zur Verfügung. Nur wenn das ohne Wenn und Aber klar ist, nur dann werden Wege gefunden, auch ohne einen siebten Arbeitstag zu leben.“

Der Anschlag auf den Sonntag. Plädoyer für die Erhaltung eines kulturellen und religiösen Denkmals Von Robert Spaemann Artikel 140 des…

Karl Barth in Sachen Seelsorge, Brief an Frau N. N. in Württemberg (1968): „Es wäre, wenn nicht notwendig, so doch sicher gut, wenn Sie einmal herüberkämen, um mir sowohl von Ihrem «großen Kummer» wie von der «Problematik Ihres Unglaubens» offen und ausführlich Bericht zu erstatten. Ich würde Ihnen dann aufmerksam und ausgiebig zuhören und, was ich kann, dazu sagen.“

Brief an Frau N. N. in Württemberg (1968) Von Karl Barth 14 Tage vor seinem Tod schrieb Karl Barth in…

Ernst Wolf, Was wollte Luther eigentlich? (1966): „Darin, dass Christus sich des Sünders annimmt, dass er um seinetwillen sich erniedrigt, dass er für ihn eintritt, sich mit ihm solidarisch macht und ihn so den Mächten der Sünde und des Todes, der Herrschaft des Teufels entreißt, so den Menschen seiner eigenen, auch seiner religiösen Selbst-Sucht entnimmt, darin erweist sich Christus als «Herr des Lebens». Alles steht auf diesem «Artikel» des Glaubens an Christus: «Und wenn dieser Artikel wankt, so sind wir verloren».“

Was wollte Luther eigentlich? Von Ernst Wolf 1. Schrittweises theologisches Werden des Reformators Wenn die Lutherforschung den entscheidenden Durchbruch der…

Johannes Rehm, „Doch der Segen kommt von oben“ – Leben und Arbeiten in christlicher Sicht: „Biblische Rede von der menschlichen Arbeit gründet vielmehr im Schöpferhandeln Gottes, der selbst sein Werk durch einen Tag der Ruhe unterbricht. Ein gesunder Wechsel von Arbeit und Ruhe im menschlichen Leben entspricht von daher dem Rhythmus der Schöpfung, welchem Segen verheißen ist. Arbeit, insbesondere handwerkliche Arbeit, wird in der Bibel hochgeschätzt, wenngleich nicht überschätzt. Ein Laborismus oder gar eine Selbsterlösung durch Arbeit sind ausgeschlossen.“

„Doch der Segen kommt von oben“ – Leben und Arbeiten in christlicher Sicht Von Johannes Rehm Die Arbeitswelt ist im…

Heinrich Assel über Hans Joachim Iwands ‚Glaubensgerechtigkeit nach Luthers Lehre‘ (1941): „Das Gesetz hat Heilsbedeutung, weil der Glaube nur durch das gepredigte Gesetz die Kondeszendenz des Wortes Gottes und seine eigene Zeitlich­keit erlernt. Unfrei zur Endlichkeit fragt er über die Verheißung hi­naus nach dem verborgenen Gott der Erwählung, um in seiner ei­genen Gerechtigkeit vor diesem zu bestehen. Das Gesetz klagt die be­ständige Rückkehr zum offenba­ren Gott ein.“

Glaubensgerechtigkeit nach Luthers Lehre, Hans Joachim Iwand; Erstausgabe München 1941. Von Heinrich Assel Gewidmet dem im Konzentrati­onslager inhaftierten Begründer des…

Jörg Barthel, Ein Himmel, der nach Erde riecht. Predigt zu Micha 4,1-5: „»Wie ist es im Himmel?«, fragen die Kinder. Und oft sind sie enttäuscht, wenn sie von goldenen Gassen und endlosen Gottesdiensten hören. Ich verstehe die kindlichen Zweifel sehr gut. Micha 4 zeigt uns einen anderen Himmel, einen menschenfreundlichen Himmel, fast möchte man sagen: einen alttestamentlichen Himmel. Einen Himmel, der nach Erde riecht. Ei­nen Himmel, der das kleine Glück der Menschen nicht verachtet, sondern ernst nimmt und ihm Glanz gibt. Ein solches Glück ist in der Tat »u­topisch«, ortlos in der Welt der großen Politik – aber ist es deshalb weniger lebensnah als die Spekulationen der Grundbesitzer und die Strategien der Feldherren?“

Ein Himmel, der nach Erde riecht. Predigt zu Micha 4,1-5 Von Jörg Barthel 1 Und es wird geschehen am Ende…

John Donne, Todesduell – Todes Duell (Death’s Duel, 1631): „Obwohl ich das Meisterwerk des größten Meisters bin (der Mensch so ist), wird Zerstörung folgen, wenn du nicht mehr für mich tust, wenn du mich dort lässt, wo du mich gemacht hast. Der Mutterleib, der das Haus des Lebens sein sollte, wird selbst zum Tod, wenn Gott uns dort lässt. Das, was Gott so oft droht, das Verschließen des Mutterleibs, ist nicht so schwer oder unangenehm im ersten Fall wie im letzten, und nicht im Fall der Unfruchtbarkeit, sondern im Fall der Schwäche, wenn Kinder zur Geburt kommen, aber keine Kraft haben, zu gebären.“

TODESDUELLODER, EIN TROST FÜR DIE SEELE GEGEN DAS STERBENDE LEBEN UND DEN LEBENDIGEN TOD DES KÖRPERS.GEHALTEN IN EINER PREDIGT IN…