Predigtmeditation zu Josua 1,1-9 (Neujahr) Von Gerhard von Rad Entscheidend für das Verständnis dieses Textes ist die Bestimmung des heilsgeschichtlichen…
Tagesgebet zum 2. Sonntag nach dem Christfest, 4. Januar 2026
HERR Gott,unsere Zeit steht in Deinen Händen.Ein neues Jahr hast Du für uns vorgesehen.Was auch immer auf uns zukommt,lass es…
Immanuel Kant über Hiob (Über das Misslingen aller philosophischer Versuche in der Theodizee, 1791): „Der Schluss ist dieser: dass, indem Hiob gesteht, nicht etwa frevelhaft, denn er ist sich seiner Redlichkeit bewusst, sondern nur unweislich über Dinge abgesprochen zu haben, die ihm zu hoch sind, und die er nicht versteht, Gott das Verdammungsurteil wider seine Freunde fällt, weil sie nicht so gut (der Gewissenhaftigkeit nach) von Gott geredet hätten als sein Knecht Hiob. Betrachtet man nun die Theorie, die jede von beiden Seiten behauptete: so möchte die seiner Freunde eher den Anschein mehrerer spekulativen Vernunft und frommer Demut bei sich führen; und Hiob würde wahrscheinlicherweise vor einem jeden Gerichte dogmatischer Theologen, vor einer Synode, einer Inquisition, einer ehrwürdigen Classis, oder einem jeden Oberkonsistorium unserer Zeit (ein einziges ausgenommen), ein schlimmes Schicksal erfahren haben.“
Über Hiob (Über das Misslingen aller philosophischer Versuche in der Theodizee, 1791) Von Immanuel Kant Hiob wird als ein Mann…
Helmut Tacke im Brief an Christian Möller (1980): „Hat uns nicht Kierkegaard gerade mit seinen Meditationen zur Nachfolge auf uns selbst und nur auf uns selbst festgelegt? Musste nicht folgerichtig bei Bultmann und anderen die eigene Entscheidung zum Maßstab werden, bei der eben alles Entscheidende von mir ausgeht? Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Dolmetscher der Rechtfertigung ausgestorben sind. Dass etwa unsere Predigten mit der Nachricht des ›Für uns‹ ihre Schwäche darin haben, dass die Hörer in sich selbst so stark sind und unter allen Umständen bei sich selbst bleiben und mit sich identisch sein wollen? Es ist wie in einem Uhrwerk, in dem ein Rad aus der Mitte herausgebrochen wurde. Das Motiv bewegt nicht mehr die Zeiger.“
Helmut Tacke im Brief an Christian Möller vom 30. Juni 1980 Ich bin davon überzeugt, daß die Seelsorge auf eine…
George MacDonald, Die Imagination – ihre Funktion und ihre Kultur (The Imagination: Its Function and its Culture, 1867): „Die Imagination des Menschen ist nach dem Bilde der Imagination Gottes gemacht. Alles vom Menschen muss zuerst von Gott gewesen sein; und es wird viel zu unserem Verständnis der Imagination und ihrer Funktionen im Menschen beitragen, wenn wir zuerst recht daran gehen, die Imagination Gottes, in der die Imagination des Menschen lebt und sich bewegt und ihr Wesen hat, richtig zu betrachten.“
Die Imagination – ihre Funktion und ihre Kultur (The Imagination: Its Function and its Culture, 1867) Von George MacDonald Es…
Ernst Robert Curtius über das theatrum mundi in Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter (1948): „Calderón ist der erste Dichter, der das von Gott gelenkte theatrum mundi zum Gegenstand eines sakralen Dramas macht. Der tiefsinnige Gedanke, den Platon einmal hinwarf und der in der ungeheuren Fülle seines Werkes wie verloren ruht, der dann aus dem Theologischen ins Anthropologische gewendet und moralisch trivialisiert wurde, erfährt eine leuchtende Palingenesie im katholischen Spanien des 17. Jahrhunderts. Die Schauspielmetapher, gespeist von antiker und mittelalterlicher Tradition, kehrt in ein lebendiges Theater zurück und wird Ausdrucksform für eine theozentrische Auffassung des Menschenlebens, die weder das englische noch das französische Schauspiel kennt.“
Schauspielmetaphern – theatrum mundi (Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, 1948) Von Ernst Robert Curtius In Platons Alterswerk, den «Gesetzen», lesen…
Johannes Rehm, „Gute Arbeit“ in christlicher Sicht: „Das gesellschaftliche Leben in unserem Land und insbesondere das Arbeitsleben verträgt keine weitere Beschleunigung und zusätzliche Arbeitsverdichtung. Die arbeitenden Menschen müssen spüren, dass es in den aktuellen Debatten um sie geht, dass ihre Arbeit geschätzt wird, dann wählen sie nicht rechtsradikal. Investitionen in ‚gute Arbeit‘ sind Investitionen in die Zukunft, die sich umfassend lohnen.“
„Gute Arbeit“ in christlicher Sicht Von Johannes Rehm I. Zur Einführung: Schlechte Zeiten für „gute Arbeit“? Eine „gewaltige Kraftanstrengung“ ist…
Johannes Chrysostomus, Vom Trug des Vergänglichen: „Solange die Zuschauer dasitzen und die Aufführung dauert, so lange sind auch die Masken in Geltung; kommt aber der Abend, dann ist das Spiel zu Ende und alle gehen nach Hause. Dann werden die Masken beiseite gelegt, und der bei der Darstellung ein König war, entpuppt sich jetzt vielleicht als ein Kupferschmied. Die Masken sind abgelegt, die Täuschung ist vorüber, die Wahrheit tritt zutage. Der im Schauspiel ein freier Mann war, den findet man draußen als Sklaven wieder; denn dort galt die Täuschung, hier gilt die Wahrheit. Der Abend kam, das Schauspiel war zu Ende, die Wahrheit trat zutage.“
Vom Trug des Vergänglichen Von Johannes Chrysostomus Hier auf Erden geht es zu wie in einem Schauspiel. Ihr seht im…
Rolf Wischnath, Blutspritzer auf den Schuhen. Eine Weihnachtsbesinnung zu Lukas 2,7: „Mit dieser Szene öffnet Strittmatter die Ohren dafür, was der Glanz, den wir so oft um die Weihnachtsgeschichte des Lukas legen, uns meist nicht sehen und hören lässt: die raue und blutige und schreiende Realistik einer Menschen-Geburt; die damit verbundene leidvolle, körperliche Erschöpfung der Gebärenden und des Geborenen. Damals: Unter freiem Himmel. Allein. Es gibt keinen Anlass, uns die Geburt des Jesus von Bethlehem anders vorzustellen.“
Blutspritzer auf den Schuhen. Eine Weihnachtsbesinnung zu Lukas 2,7 Von Rolf Wischnath Als Fakt geschieht nicht mehr als eine dörfliche…