Pazifismus Von John H. Yoder „Pazifismus“ ist ein Begriff neueren Datums, der jede moralische oder politische Position bezeichnet, der zufolge … Mehr
Kategorie: Theologie
Fulbert Steffensky, Das Glück, das Unglück und die Gottesliebe: „Gnade als ein Ausdruck, eine Figur der Liebe, des Verhältnisses zwischen Mensch und Gott — wenn wir das wieder ernst nähmen! Als Geliebte haben wir unsere Authentizität nicht in uns selber. Wir sind exzentrische Wesen, die ihr Zentrum in dem haben, der uns liebt; wir sind nicht, die wir sind, allein — wir sind die, als die wir angesehen werden. Das ist sehr leicht gesagt, aber ich glaube, dies ist der schwerste Glaubenssatz.“
Das Glück, das Unglück und die Gottesliebe Von Fulbert Steffensky Religion erklärt nichts. Religion ist nicht Welterklärung; sie erklärt nicht, … Mehr
Martin Buber über „Gott“ als das beladenste aller Menschenworte (Gottesfinsternis, 1953): „Nähme ich den reinsten, funkelndsten Begriff aus der innersten Schatzkammer der Philosophen, ich könnte darin doch nur ein unverbindliches Gedankenbild einfangen, nicht aber die Gegenwart dessen, den ich meine, dessen, den die Geschlechter der Menschen mit ihrem ungeheuren Leben und Sterben verehrt und erniedrigt haben. Ihn meine ich ja, ihn, den die höllengepeinigten, himmelstürmenden Geschlechter der Menschen meinen. Gewiß, sie zeichnen Fratzen und schreiben ›Gott‹ darunter; sie morden einander und sagen ›in Gottes Namen‹. Aber wenn aller Wahn und Trug zerfällt, wenn sie ihm gegenüberstehn im einsamsten Dunkel und nicht mehr ›Er, er‹ sagen, sondern ›Du, Du‹ seufzen, ›Du‹ schreien, sie alle das Eine, und wenn sie dann hinzufügen ›Gott‹, ist es nicht der wirkliche Gott, den sie alle anrufen, der Eine Lebendige, der Gott der Menschenkinder?! Ist nicht er es, der sie hört? Der sie – erhört?“
Über „Gott“ als das beladenste aller Menschenworte (Gottesfinsternis, 1953) Von Martin Buber An einem Morgen stand ich früh auf, um … Mehr
Eberhard Jüngel, Zukunft und Hoffnung. Zur politischen Funktion christlicher Theologie (1974): „Theologie gleicht zumindest darin den heiligen Narren, dass sie, indem sie Abstand nimmt von der Welt, eben dieser Welt näher zu kommen versucht, als dies aus abstandsloser Nähe möglich ist. Ich möchte deshalb methodisch so vorgehen, dass Zukunft und Hoffnung zunächst so in den Blick geraten, wie sie im Horizont des christlichen Glaubens sichtbar werden: nämlich als Hoffnung auf die jede Zukunft überbietende Wiederkunft Jesu Christi oder kurz: als Hoffnung auf Gottes eigenen Advent. Diese genuin theologische Zukunftserwartung soll dann als eine menschliche Einstellung erhellt werden, in der gerade das Verhältnis zur letzten Zukunft dem gegenwärtigen Menschen näher kommt, als dieser sich selber nahe zu sein vermag. Von der Einsicht in die Bedeutung der Zukunft Gottes für die menschliche Gegenwart her mögen dann einige Zumutungen des Evangeliums an die Adresse des Gesetzes im Blick auf die nähere irdische Zukunft formuliert werden.“
Zukunft und Hoffnung. Zur politischen Funktion christlicher Theologie (1974) Von Eberhard Jüngel Politik gilt nach einem bekannten Wort Bismarcks als … Mehr
Lesslie Newbigin, Kann eine moderne Gesellschaft christlich sein? (1995): „Eine Gesellschaft, die ihr Gedächtnis verloren hat, ist wie ein Schiff ohne Ruder. Sie kann nur mit den Gezeiten treiben. Es beunruhigt mich sehr, dass Geschichte in unserer öffentlichen Bildung immer weniger Platz einnimmt. Wir kennen – und wir mögen nicht – die Symptome der Alzheimer-Krankheit, wenn wir sie bei unseren Freunden bemerken. Manchmal sieht es so aus, als wäre die Verbreitung einer Art nationaler Alzheimer-Krankheit Teil der gegenwärtigen Agenda. Wenn wir unsere Orientierung für die Zukunft finden wollen, müssen wir der Vergangenheit Aufmerksamkeit schenken – nicht, um zu ihr zurückzukehren, sondern um aus ihr zu lernen.“
Kann eine moderne Gesellschaft christlich sein? (1995) Von J.E. Lesslie Newbigin Die Moderne ist ein Produkt der westlichen Christenheit. Viele … Mehr
Lesslie Newbigin, Das Evangelium als öffentliche Wahrheit (The Gospel as Public Truth, 1992): „Wir können nicht in den Garten Eden zurückkehren. Wir können uns nicht damit zufrieden geben, so zu bleiben, wie wir sind. Es ist möglich, und es wird von uns verlangt, was wir immer noch eine zweite Naivität nennen könnten, in der wir bewusst und verantwortungsbewusst die Geschichte von Gottes schöpferischem und erlösendem Wirken als Grundlage für all unser Denken und Handeln anerkennen. Wir können diese Geschichte erzählen, ohne uns zu schämen, dass man uns für eine Art primitive Analphabeten halten könnte. Naiv im ursprünglichen Sinne sind diejenigen, die sich der ungeprüften Dogmen, die unsere Gesellschaft beherrschen, nicht bewusst sind. Und wenn man uns, wie es einige Theologen tun, der Häresie des Fideismus bezichtigt, werden wir ganz einfach antworten: ‚Zeigt uns irgendeine Art von Wissen, das nicht einen Glaubensakt als Ausgangspunkt hat‘.“
Das Evangelium als öffentliche Wahrheit (The Gospel as Public Truth, 1992) Von J.E. Lesslie Newbigin In dem Abschnitt, den wir … Mehr
Karl Barth, Rudolf Bultmann. Ein Versuch, ihn zu verstehen (1952): „Kann ich irgendeinen anderen, irgendeinen (z. B. einen mythischen!) Text echt und recht verstehen, wenn ich mich von ihm nicht in der größtmöglichen Offenheit gefragt finde? Ich will den Mund nicht zu voll nehmen und also nicht von unbedingter, vorbehaltloser Offenheit reden, weil es dergleichen weder in unserem Verhältnis zum Worte Gottes noch zu einem Menschenwort so bald geben dürfte. Aber geht es, wenn es ums Verstehen gehen soll, jemals und irgendwo ohne prinzipielle und also ohne die größte jeweils mögliche Offenheit? Verstehe ich irgendeinen anderen, wenn ich nicht bereit bin, mir von ihm auch etwas ganz Neues sagen zu lassen: etwas, was ich mir zuvor durchaus nicht selbst sagen zu ‚können‘ meinte, etwas wogegen ich zuvor ein Vorurteil oder viele und vielleicht sehr wohl begründete Vorurteile hatte?“
Rudolf Bultmann. Ein Versuch, ihn zu verstehen (1952) Von Karl Barth Der Name Rudolf Bultmann und der Begriff „Verstehen“ werden … Mehr
Philipp Melanchthon über die Anrufung Gottes und das Gebet (Loci Praecipui Theologici, 1543): „Was ich am Anfang betont habe: Man soll sorgfältig bedenken, wen man da anruft, wo sich dieser Gott offenbart hat, und warum er uns erhört. Das soll man sorgsam erwägen, damit unser Herz beim Gebet nicht umherschweift, wie das bei den Heiden geschieht. Deshalb hat der ewige Sohn Gottes die menschliche Natur angenommen und unter uns gewohnt, damit die Betenden wissen: Dieser ist wahrhaft Gott. Er hat sich selbst offenbart durch seinen Sohn, und der ewige Vater hat durch diesen Sohn bezeugt, dass er ihn gesandt hat.“
Über die Anrufung Gottes und das Gebet (De invocatione Dei seu de precatione) Von Philipp Melanchthon Obwohl über viele andere … Mehr
Rudolf Hermann über Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (1961): „Eine außerordentliche Vielseitigkeit, eine Meisterschaft im Briefschreiben sowohl an persönlich Nahestehende wie an Gestalten des öffentlichen Lebens und der Wissenschaft, Herzensfreundlichkeit, Lauterkeit und männlicher Mut nach oben hin sind wesentliche Züge seines Bildes, dazu dauernde Liebe zu seinem Predigtamt, überzeugende und gewinnende Frömmigkeit und ein Gelehrten- und Denkertum ersten Ranges.“
Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst (21.11.1768 bis 12.2.1834), ev. Theologe und Philosoph. Von Rudolf Hermann I. Leben und Schriften 1. Bis … Mehr