Søren Kierkegaard über die Heilige Schrift und die historische Kritik: „Nimm die heilige Schrift — schließe deine Tür, aber dann nimm zehn Wörterbücher, fünfundzwanzig Auslegungen: dann kannst du es ebenso ruhig und ungeniert lesen, wie du die Zeitung liest. Fällt es dir dann, wunderlich genug, ein, gerade wenn du am allerbesten sitzest und eine Stelle liest, zu fragen: habe ich dies getan, handle ich danach (es ist natürlich in einem zerstreuten Augenblicke, wo du nicht in gewöhnlichem Ernst gesammelt bist, daß du auf so etwas verfällst), so ist die Gefahr doch nicht so groß. Denn sieh, vielleicht sind da verschiedene Lesarten, und vielleicht ist jetzt gerade eine neue Handschrift gefunden und dann ist Aussicht auf neue Lesarten, und vielleicht sind fünf Ausleger der einen Meinung und sieben der andern, und zwei haben eine merkwürdige Meinung, und drei schwanken oder haben gar keine Meinung.“

Die heilige Schrift Von Søren Kierkegaard Wenn historisch nach der Wahrheit des Christentums gefragt wird, zeigt sich gleich die heilige … Mehr

Heinz Brunotte über die Sorge in der Bibel: „Die Bibel kennt, besonders in den von zeitgenössischer Philosophie beeinflußten Schriften der Weisheitsliteratur des Alten Testaments, die Sorge als den die Seele bedrückenden Zustand. Auch in der Bibel befindet sich der tiefste Pessimismus: Sorge macht alt vor der Zeit; es ist ein jämmerlich Ding um aller Menschen Le­ben: da ist immer Sorge, Furcht, Hoffnung und zuletzt der Tod. Über den Zusam­menhang von Sorge und Tod vergleiche auch Sirach 41,1-4.“

Sorge, sorgen, sorglos in der Bibel Von Heinz Brunotte Der natürliche Mensch stellt sich häufig als der von Sorgen gequälte … Mehr

Martin Luther über Vögel als Lehrmeister der Sorglosigkeit (zu Matthäus 6,26): „Das ist uns zu einer mächtigen, großen Schande gesagt, dass wir nicht so handeln können, wie die Vögel es tun. Ein Christ sollte sich vor einem Vogel schämen, weil dieser eine Kunst beherrscht, die er nie gelernt hat. Wenn du ihm im Frühling, wenn die Vögel am schönsten singen, sagen würdest: ‚Warum singst du so fröhlich, hast du doch noch kein Getreide in den Scheunen?‘, er würde dich verspotten. Es ist ein gewaltiges Beispiel, das uns wahrlich ins Herz treffen und uns anspornen sollte, Gott mehr zu vertrauen, als wir es tun.“

Vögel als Lehrmeister der Sorglosigkeit (zu Matthäus 6,26) Von Martin Luther Von den Vögeln spricht er [Jesus] so: „Seht die … Mehr

Martin Luthers Auslegung zu Matthäus 6,24-34 (Evangeliums am fünfzehnten Sonntag nach Trinitatis, 1526): „Dankt den Blümlein, die von den Kühen gefressen werden, und Gott hat euch so hoch erhoben, dass ihr unsere Meister und Lehrer werdet. Wir müssen bekennen, dass das geringste Blümlein, welches eine Kuh oder ein Schaf mit Füßen tritt, unser Schulmeister werden soll. Sind wir nicht feine Leute? Ich meine auch. Und stellt daneben den reichsten, mächtigsten König Salomo, der aufs Kostbarste mit Purpur und Gold bekleidet war, dessen Schmuck dennoch nicht mit dem Blümlein zu vergleichen ist.“

Auslegung zu Matthäus 6,24-34 (Evangeliums am fünfzehnten Sonntag nach Trinitatis, 1526) Von Martin Luther Matthäus 6, 24–34: Jesus sprach zu … Mehr

Rudolf Landau, Rezension zu Hans Joachim Iwands Predigtmeditationen: „Aber diese theologie- und kirchenge­schichtlichen Edelsteine sind noch nicht der Schatz insgesamt. Die Kleinodien fangen erst an zu glänzen, wenn der Leser der Sonne ansichtig wird, die hier alles bescheint: das große Licht der Ge­rechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes, in das Iwand von der Schrift her seine Zeitgenossen hineinstellt, in dem er aber auch die biblischen Texte Alten und Neuen Testaments zum Strahlen bringt, indem er sie hineinhält in die Gegenwart dieses Gottes, der richtet und rechtfertigt in seiner Gnade. Die Ostersonne strahlt auf auch in der Strenge und Gewißheit, in der Iwand redet.“

Rezension zu Hans Joachim Iwands Predigtmeditationen Von Rudolf Landau Hans Joachim Iwand: Predigt-Medita­tionen 1, Vandenhoeck & Ruprecht, Göt­tingen, 4. Aufl., … Mehr

Zukunft als genetische Entwicklung („Werdende“) und adventliche Apokalypse („Kommende“): „Die christliche Apokalyptik ist im Wesentlichen die Ansage einer göttlichen Gegenwirklichkeit, die sich gegenwärtig in einer visionären Botschaft erschließt und die die Bedrängnis in der Gegenwart in den Blick nimmt.“

Zukunft als genetische Entwicklung („Werdende“) und adventliche Apokalypse („Kommende“) Wenn es um das deutsche Wort „Zukunft“ geht, sind damit zwei … Mehr

Søren Kierkegaard über Hiob und dessen Wort „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s ge­nommen, der Name des Herrn sei gelobt!“: „Nur der Weichling könnte wünschen, dass Hiob nicht da wäre; damit er je eher je lieber jeden Gedanken fahren lassen, jede Bewegung in der widerwärtigsten Ohnmacht aufgeben, sich selbst in der elendesten und erbärmlichsten Vergessenheit auslöschen könnte.“

Hiob Von Søren Kierkegaard Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt. „Da stand … Mehr

Gerhard von Rad über Hiob. Predigtmeditation zu Hiob 2,1-10: „Der Satz: ‚Haben wir …‘ ist aber nicht mit großem religiösen Pathos gesprochen, sondern er enthält vielmehr eine ganz nüchterne Überlegung, ja fast eine primitive Logik des Glaubens: Wir haben Gott ja schon soundsooft als Geber be­jaht und ihm gedankt.“

Predigtmeditation zu Hiob 2,1-10 Von Gerhard von Rad Eine Szene aus der Prosageschichte von Hiob. Der Erzähler läßt bekanntlich wie … Mehr