Person/Personalität Von Dietrich Ritschl Entwicklung des Begriffs Person kann am ehesten in Zuordnung zu den verwandten Begriffen der Persönlichkeit, der … Mehr
Kategorie: Philosophie
Johann Christoph Adelung über den Mut (1798): „Das ganze Begehrungsvermögen des Menschen, die Seele in Ansehung ihres Begehrungsvermögens; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, für welche nunmehr Gemüt und Herz üblich sind.“
Das wäre eine umfassende begriffsgeschichtliche Studie wert, wie sich im Deutschen die Bedeutung des Wortes „Mut“ auf Kühnheit bzw. Unerschrockenheit … Mehr
Hans-Georg Gadamer, Wer bin ich und wer bist Du? Zu einem Gedicht von Paul Celan: „Wer ist dieses Du? Es klingt fast, als wisse da einer, wieviel er dem Ich aufladen kann, wieviel das hoffende Herz des Menschen erträgt, ohne daß es die Hoffnung sinken läßt. Ein unbestimmtes Du, das vielleicht in dem Du des Nächsten, vielleicht in dem Du des Fernsten seine Konkretion findet, oder gar in dem Du, das ich mir selbst bin, wenn ich meiner eigenen Zuversichtlichkeit die Grenzen des Wirklichen fühlbar mache. In jedem Fall ist das Zusammenspiel von Ich und Du, das den Fang verheißt, das, was in diesen Versen eigentlich präsent ist und dem Ich seine Wirklichkeit verleiht.“
Wer bin ich und wer bist Du? Zu einem Gedicht von Paul Celan Von Hans-Georg Gadamer In den späteren Gedichtbänden … Mehr
Max Horkheimers Notiz über das Vergessen: „Wenn einer ganz tief unten ist, einer Ewigkeit von Qual, die ihm andere Menschen bereiten, ausgesetzt, so hegt er wie ein erlösendes Wunschbild den Gedanken, dass einer komme, der im Licht steht und ihm Wahrheit und Gerechtigkeit widerfahren läßt. Es braucht für ihn nicht einmal zu seinen Lebzeiten zu geschehen und auch nicht zu Lebzeiten derer, die ihn zu Tode foltern, aber einmal, irgendwann einmal, soll doch alles zurechtgerückt werden.“
Über das Vergessen (1966/69) Von Max Horkheimer Wenn einer ganz tief unten ist, einer Ewigkeit von Qual, die ihm andere … Mehr
Alfons Deissler, Das evolutionistische Weltbild und die biblischen Schöpfungsberichte: „Die biblische Schöpfungsoffenbarung und die wissenschaftliche Evolutionstheorie eröffnen je verschiedene und damit zu unterscheidende Aspekte und Perspektiven auf Kosmos und Mensch. Diese Unterschiedenheit in der Dimensionalität verhindert grundsätzlich unlösbare Konflikte beider Bereiche, ist aber zugleich der Grund dafür, daß eine vermischende Amalgamierung beider Erkenntnisweisen unmöglich und auch unsinnig ist.“
Das evolutionistische Weltbild und die biblischen Schöpfungsberichte Von Alfons Deissler Unser Thema steht im größeren Rahmen der allgemeinen Thematik des … Mehr
Hans-Georg Gadamer über das Verstehen: „Eine noch ungelöste Aufgabe wäre eine Geschichte des Verstehens, die nicht eine Geschichte der Hermeneutik wäre. Sie hätte etwa zu fragen: Wann wird einer Aussage gegenüber die fremde Meinung als solche zum Gegenstand der Bemühung (statt der Frage ihrer Richtigkeit)? Wann wird die naive Angleichung aller Überlieferung an das eigene Weltverständnis soweit brüchig, dass das geschichtlich Andere zur Aufgabe des Verstehens wird? Am Ende dieser Geschichte müsste wohl die Frage stehen, wie weit die Bereitschaft des Verstehens getrieben werden darf, ohne die normativen Maßstäbe der Moral zu zersetzen, und wieweit das christliche Existenzverständnis, das christliche Liebesgebot und seine Grundlage, das eigene Sündenbewusstsein, die Gefahr bannen, die im Alles-Verstehen liegt.“
Verstehen Von Hans-Georg Gadamer Das alte Wort »Verstehen« erfährt seine Prägung zum Begriff – nach einer Vorphase, in der die … Mehr
Bernhard Waldenfels über die Phänomenologie: „Insgesamt läßt sich die Phänomenologie mit Merleau-Ponty charakterisieren als Suche nach dem Sinn von Welt und Geschichte in statu nascendi. Den offenen Horizonten der Erfahrung entspricht eine Welt, die nie fertig, und ein Ausdruck, der nie abgeschlossen ist. Doch tun sich bedeutsame Unterschiede auf je nachdem, wie Art und Ort der Phänomenalität bestimmt werden.“
Phänomenologie Von Bernhard Waldenfels 1. Allgemeine Umrisse a) Entstehung und Eigenart. Der Terminus Phänomenologie taucht seit dem 18. Jh. wiederholt … Mehr
Bernhard Waldenfels über Andere, Andersheit und Anderssein: „Die Andersheit des Andere durchbricht erst dann den Kreislauf der Vermittlungen und Spiegelungen, wenn sie als Fremdheit, also als Unzugänglichkeit, Ferne, Abwesenheit sowie von einem Geschehen des Aufschubs und der Ungleichzeitigkeit her gedacht wird. Dies geschieht auf anfängliche Weise schon in Husserls Theorie der Fremderfahrung, auf radikalere Weise dann in der französischen Phänomenologie, bei Sartre, der vom uneinholbaren Blick des Anderen ausgeht, bei Merleau-Ponty, der den Anderen in zwischenleiblichen Verflechtungen wiederfindet, und vollends bei Levinas, der in seiner Ethik der »Spur des Andere« nachgeht und darauf beharrt, dass der Andere uns in Anspruch nimmt, bevor wir uns miteinander über etwas verständigen.“
Andere/Andersheit/Anderssein Von Bernhard Waldenfels 1. Sprachliche Varianten Im alltäglichen Sprachgebrauch hat ›ander‹ (ähnlich wie griech. heteros/thateros, lat. alius, franz. autre, … Mehr
Bernhard Waldenfels über ‚fremd‘ und ‚Fremdheit‘: „Die neuzeitliche Freisetzung des Ich als eines denkenden Wesens, das sich kritisch prüfend aus den natürlichen und sozialen Zusammenhängen heraushebt, entfacht einen Fremdheitsbrand, der über ethische und religiöse Grenzerfahrungen hinausführt und in den Kern von Ich und Welt vordringt. Eine Seele, die sich gemeinschaftlich im All spiegelt oder in Gott geborgen weiß, mag sich überall daheim fühlen. Ein Ich dagegen, das selbst ins Zentrum rückt, sieht sich mit konkurrierenden ‹Fremd-Ichen› konfrontiert, von denen es nicht bloß verschieden, sondern durch eine Kluft geschieden ist.“
Fremd/Fremdheit Von Bernhard Waldenfels 1. Zu den Begriffen Die Tatsache, dass sich hinter den dt. Ausdrücken ein besonders komplexer Bedeutungsgehalt … Mehr