Johann Baptist Metz, Kleine Apologie des Erzählens (1973): „Eine Theologie des Heils, die weder die Heilsgeschichte konditioniert oder suspendiert noch die Nicht-Identität der Leidensgeschichte ignoriert bzw. dialektisch überfährt, kann nicht rein argumentativ, sie muß immer auch narrativ expliziert werden; sie ist in fundamentaler Weise memorativ-narrative Theologie.“

Kleine Apologie des Erzählens Von Johann Baptist Metz Zeitgenössische theologische Lexika sind verräte­risch – vor allem durch das, was sie … Mehr

Martin Rössler, Ein neues Lied wir heben an. Ein Protestsong Martin Luthers: „Es ist ein Protestlied, und als solches ein Sololied. Hier ist ein einzelner zutiefst erschüttert, und aus dieser Betroffenheit heraus redet er, singt er. Luther übernimmt keine vorhandene Melodie, sondern formt zugleich mit den Worten seine eigene Weise, die er auf der Laute begleitet.“

Ein neues Lied wir heben an. Ein Protestsong Martin Luthers[1] Von Martin Rössler Wer Revolution machen will, muß erst zum … Mehr

Margarete Susman, Gib uns Frieden! (1950): „Daß die Menschenbitte / Von ihren Lippen / Als Wort sich nicht mehr emporwagt / Und nur noch als Schrei, / Als ein einziger brandender Weheschrei aller / Die Wolken durchstößt, / Den Himmel zerreißt: / Dona nobis pacem!“

Gib uns Frieden! Dona nobis pacem!Bitte der Bitten,Osterbitte,Gewaltiger ChorSterblicher Wesen,Die ein Unsterbliches zu suchenAngetreten sind! Ach, aber sterblicher Wesen,Die auf … Mehr

Tadeusz Borowski, Bei uns in Auschwitz (1946): „Hätte ich Dir gesagt, damals, als wir beide in meiner kleinen Kammer tanzten, unter der orangefarbenen Lampe, nimm eine Million Menschen, nimm zwei Millionen Menschen oder drei Millionen und töte sie, aber so, dass niemand etwas davon erfährt, selbst die Getöteten nicht, nimm einige hunderttausend Menschen gefangen, brich ihr Solidaritätsgefühl, hetze einen Menschen auf den anderen Menschen und … Du hättest mich glatt für verrückt erklärt und wahrscheinlich sogar aufgehört, mit mir zu tanzen.“

Der polnische Schriftsteller Tadeusz Borowski (1922-1951) veröffentlichte schon 1946 seine Überlebnisse im Konzentrationslager Auschwitz in Briefform unter dem provozierenden Titel … Mehr

Elie Wiesel, Wo bin ich? Eine chassidische Geschichte: „Am nächsten Morgen nahm er seine Liste zur Hand und hakte einen Punkt nach dem anderen ab. Die Jacke? Im Schrank. Das Hemd? Auf dem Stuhl. Die Schuhe? Unter dem Bett. Sehr gut. Aber dann las er den letzten Punkt auf der Liste: Und ich bin im Bett. In seiner Verwirrung starrte er auf das leere Bett und rief entsetzt: Aber wo bin ich? Weinend lief er zu seinem Meister: Rabbi, wo bin ich? Sagte der Meister: Diese Frage hättest du gleich zu Anfang stellen müssen, nicht erst am Schluss.“

Wo bin ich? Eine chassidische Geschichte Ein Mann suchte in seiner Verzweiflung den berühmten Rabbi Héno’h von Alexander auf. Hilf … Mehr