Karl Barth, Wiederherstellung (zum Reformationsgedächtnis am 31. Oktober 1945): „Das Lob der Kirche und der Christen wird auch in der heutigen Zeit ein kümmerliches Lob bleiben, dem allzuviel berechtigter Tadel und Spott die Waage halten muss. Wir dür­fen und müssen aber das kleine Licht der Kirche darum so hoch halten, weil es unter so vielen anderen, scheinbar größeren und eindrucksvolleren, das einzige ist, das von einer Wiederherstel­lung redet, die, indem sie gesucht wird, auch schon gefunden, indem sie erwartet, schon lange geschehen ist.“

Wiederherstellung Von Karl Barth „Herr der Heerscharen, stelle uns wieder her! Laß dein Angesicht leuchten, so wird uns geholfen!“ (Psalm … Mehr

Ordnung der christlichen Kirchenzucht für die Kirchen im Fürstentum Hessen – Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung von 1539: „Es sollen die Ältesten und Prediger auch darauf sehen, dass die Kinder, die nun durch den Katechismus-Un­terricht im christlichen Verständnis so weit gebracht sind, dass man sie billig zum Tisch des Herrn zulassen sollte, auf ein hohes Fest wie Ostern, Pfing­sten und Weihnachten vor aller Ge­meinde dem Pfarrer an dazu verord­netem Ort von ihren Eltern und Paten vorgestellt werden; dabei sollen die Ältesten und alle anderen Diener des Wortes um ihn stehen. Da soll der Pfarrer diese Kinder über die wichtig­sten Stücke des christlichen Glau­bens befragen.“

Ordnung der christlichen Kirchenzucht für die Kirchen im Fürstentum Hessen – Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung von 1539 Apostelgeschichte 20,28 So habt nun … Mehr

Klaus Bajohr-Mau über Christoph Blumhardt (1842-1919): „Blumhardt ermahnte seine Hörerschaft, nicht dem Hass zu ver­fallen. Er forderte sie auf, sich bewusst zu machen, dass Gott der Gott aller Menschen sei, und erinnerte: »Wir sind nicht bloß Deutsche, wir sind auch Weltbürger; wir sind berufen zu Königen und Priestern in der Welt. Wir sollen beten können auch für unsere Feinde, wir sollen lieben können die ganze Menschheit, weil sie für Gott bestimmt ist in Jesus Christus«.“

Christoph Blumhardt Geb. 1. 6. 1842 in Möttlingen bei Calw; gest. 2. 8. 1919 in Jebenhausen bei Göppingen Von Klaus … Mehr

Theophil Wurm im Brief an August Marahrens (1943): „In unserem Volk ist weithin die Empfindung, dass nun viele Sünden, die das deutsche Volk entweder begangen oder unwidersprochen gelassen hat, gebüßt werden müssen, dass auch die Christenheit darunter leiden muss, dass sie nicht offener und nicht einmütiger Unrecht Unrecht geheißen hat. Soll nun ausgerechnet die Kirche solche Gedanken zurückdrängen zugunsten einer hemmungslosen Kriegsleidenschaft?“

Aus einem Brief des württembergischen Landesbischofs Theophil Wurm an August Marahrens, Bischof der hannoverschen Landeskirche vom 9. August 1943 […] … Mehr

Stewart W. Hermans Gespräch mit Bischof Hans Meiser vom Oktober 1945: „Der Bischof stellt klar, dass es für die Kirche wichtiger denn je ist, ihrem bestürzten Volk beizustehen und der Regierung als loyale Institution die Gefühle des Volkes zu vermitteln, die einen Einfluss auf die zivile Verwaltung haben könnten. Deshalb ist die Kirche nicht nur daran interessiert, ihre eigenen Geistlichen zu schützen, deren Verliebtheit in den Hitlerismus wirklich geheilt ist, sondern auch gute Kirchenleute, deren Existenz jetzt durch den Verlust von Stellung und Gehalt bedroht ist.“

Stewart Winfield Herman, Jr. (1909-2006), US-amerikanischer lutherischer Pastor im Dienst des Office of Strategic Services (OSS) über sein Gespräch vom … Mehr

Karl Barth, „Der christliche Glaube ist die Betätigung des Gehorsams gegen Jesus als den Messias Israels.“ Antwort auf eine Bekanntmachung der Deutschen Evangelischen Kirche (April 1939): „Die rechte Unterscheidung und Beziehung zwischen Politik und Weltanschauung auf der einen und dem christlichen Glauben auf der anderen Seite dienen dem Lebendigwerden des wahren Verständnisses des christlichen Glaubens, indem sie das Zeugnis bestätigen, dass nicht der Kirche, aber dem Herrn Jesus Christus nicht nur einige sondern alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden: auch über Politik und Weltanschauung.“

„Der christliche Glaube ist die Betätigung des Gehorsams gegen Jesus als den Messias Israels.“ Antwort auf eine Bekanntmachung der Deutschen … Mehr

Franz Overbeck, Geschichtschreibung und Theologie (Christentum und Kultur): „Ist das Christentum noch jung genug, um die Prüfungen, die ihm der Besitz einer Theologie auferlegt, zu ertragen? Ist das Christentum noch jung genug, um eine Theologie zu erzeugen? Was bedeutet im Grund die unbegreiflicher Weise gerade bei modernen Theologen so akzentuierte historische Auffassung des Christentums? Gerade sie, ihrer eigenen Einbildung zum Trotz, sperren sich beharrlich gegen dessen historische Auffassung. Der ganze Gedanke, die Frage der ewigen Fortdauer des Christentums historisch zu stellen, ist ein besonders beredter Zug im hippokratischen Gesicht des modernen Christentums, — ein Zeugnis, daß seine Theologen in Wahrheit nicht dessen Vertreter, sondern dessen Totengräber sind.“

Geschichtschreibung und Theologie (Christentum und Kultur) Von Franz Overbeck Die selbstgewählte Blindheit der Geschichtsschreibung, welche sich von jeder Verpflichtung zur … Mehr

Verena Pfenninger-Stadler, Gedanken zur 400jährigen Wiederkehr von Ulrich Zwinglis Todestag am 11. Oktober 1931: „Wo sind die Christen, die tapfer und unerschrocken sich in den Dienst der Sache Gottes stellen, die sich nicht scheuen, die Ränke der Gewalthaber und Herrschsüchtigen, welche unter schönen Worten von Demut und Gehorsam die Armen und Geringen bedrücken und es noch heute Aufruhr und Verhetzung nennen, wo man sich gegen ihr Unrecht wehrt, enthüllen, welche auch Geschwätz und üble Nachrede und mehr noch, wo es nottut, ertragen, weil sie Gott mehr als den Menschen gefallen wollen? Noch ist Christus da und seine Gnade, noch wissen wir, dass Gott uns liebt. Darum lasset uns nicht furchtsam sein, nicht immer zögern und schwanken, sondern um Gottes willen, um der großen Liebe willen, die er uns erzeigt hat, etwas Tapferes tun.“

Gedanken zur 400jährigen Wiederkehr von Ulrich Zwinglis Todestag am 11. Oktober 1931 Von Verena Pfenninger-Stadler „Der heilige Paulus war nicht … Mehr

Rudolf Mau, Kirche als Raum der Befreiung zum eigenen Wort. Stationen des Weges zur Friedlichen Revolution (2009): „Die SED registrierte als positiv, dass der Kirchenbund von der Realität des »Sozialismus in der DDR« ausging, fand aber durch den eigenständigen kirchlichen Umgang mit dem Sozialismus-Begriff ihre Deutungshoheit in Frage gestellt. Zudem drohte ihr von der Neuen Ostpolitik der Bundesregierung, die auf menschliche Erleichterungen zielte und einen »Wandel durch Annäherung« erstrebte, der Verlust des bislang so klaren »Feindbildes« (»ideologische Diversion«). Ohnehin blieb der 1968 unterdrückte Prager »Sozialismus mit einem menschlichen Gesicht« unvergessen. Das zeigte 1972 die schroffe Reaktion auf das Synodalreferat von Heino Falcke »Christus befreit – darum Kirche für andere«.“

Kirche als Raum der Befreiung zum eigenen Wort. Stationen des Weges zur Friedlichen Revolution Von Rudolf Mau 1. Aufbruch am … Mehr