Lukas Cranach, Verkündiger des Evangeliums in visueller Form. Eine Reflexion über dessen Holzschnitt bzw. Gemälde „Gesetz und Evangelium“ Von Robert … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Klaus Weigelt über Hans Graf von Lehndorff (1910 -1987) und dessen Ostpreußisches Tagebuch: „Lehndorffs Schlüssel für alles, was er erlebte, war sein Glaube. Hass konnte da gar nicht aufkommen. Die sachliche Unmittelbarkeit und Drastik der Schilderung macht betroffen – auch heute noch – und sie beteiligt den Leser an dem Wissen, ‚dass es keinen Ort gibt, an dem der Christ nicht Anteil hat an der Herrlichkeit, die in allem nur so lange verborgen ist, als die Augen zu stumpf sind, um sie wahrzunehmen!’“
„Wir sahen seine Herrlichkeit“. Hans Graf von Lehndorff (1910 -1987) zum 30. Todestag Von Klaus Weigelt Wenige Wochen nach dem … Mehr
Hans Steinacker über Joseph Wittig (1879-1949): „Der »Roman mit Gott«, erschienen 1950, ist das radikalste, persönlichste Buch Wittigs, geht es in diesen »Tagebuchblättern der Anfechtung« doch um die »Geschichte und den Ausgang meiner unglücklichen Liebe zu dem, was man Gott nennt«. So spricht Joseph Wittig als ein zeitgenössischer Hiob: Von seiner Kirche verstoßen und der beruflichen Existenz beraubt – trotz seiner vagen Wiederaufnahme –, hungernd und frierend, an Leib und Seele tödlich bedroht, harrte er bis zum letzten Augenblick in der geliebten Heimat aus, um dann mit Frau und Kindern hinausgetrieben zu werden.“
Die angefochtene Gottesliebe des ökumenischen Grenzgängers Joseph Wittig (1879-1949) Von Hans Steinacker »Froh wollte ich alle Leser machen in dem … Mehr
Lucie Adelsberger, Auschwitz. Ein Tatsachenbericht (1946): „Wenn wir nachts aus dem Schlaf erwachten – wir, die wir das sahen, und doch aßen und schliefen wie normale Menschen – war der Block innen hell erleuchtet, beleckt von den Reflexen der Riesenglut. Und wenn ich aufstand und mich durch die hintere Türe des Blocks schlich und auf das gegenüberliegende Krematorium, das zweite, schaute, sah ich daneben die offenen Feuer im Freien, in die man die Kinderleiber schmiss, tote und auch lebende; hörte das Schreien der Kinder, sah, wie die Feuer mit den zarten Körpern spielten, und keine Metamorphose meines Seins, gleichviel in welcher Sphäre, wird dieses Gesicht aus meiner Seele je ausradieren.“
Lucie Adelsberger (1895-1971) hatte als jüdischstämmige Fachärztin für Kinderheilkunde sowie Innere Medizin das KZ Auschwitz überlebt. Ihr 1946 abgefasster Text … Mehr
Wolfgang Niederstraßer in seiner Predigt zu Psalm 10 im Trauergottesdienst für Gefallene 1942: „Man drängt die Kirche zurück aus dem öffentlichen Leben, zunächst in ihre Mauern, doch auch dort lässt man sie nicht. Anstelle der Taufe tritt die Namensgebung. Anstelle der Konfirmation tritt die Jugendreife, die politische Verpflichtung der Jugend. Anstelle der Trauung die Eheweihe. Anstelle der christlichen Beerdigung die Totenehrung. Es ist die Absicht vorhanden, dass auf christlichen Friedhöfen auch nicht christliche Bestattungen stattfinden müssen, dass selbst die Gotteshäuser zu solchen Feiern geöffnet werden müssen. [. . .] Genug. Warum bist Du so ferne, verbirgst Dich zur Zeil der Not? Warum?! Weil der Gottlose Übermut treibt, muß der Elende leiden!“
Es ist Björn Mensing zu verdanken, dass der Widerstand und die Inhaftierung des Pfarrers Wolfgang Niederstraßer (1907-1981) im KZ Dachau … Mehr
Martin Luther, Vorwort zu dem Libellus de ritu et moribus Turcorum (Büchlein über den Ritus und die Sitten der Türken, 1530): „Aus diesem Buch sehen wir also, dass die Religion und die Zeremonien der Türken, ja, ich könnte fast sagen, ihre Sitten, viel ansehnlicher sind als die unserer eigenen, auch derjenigen, die sich religiös nennen, und aller Geistlichen. Denn jene Bescheidenheit und Einfachheit in Lebensweise, Kleidung, Wohnverhältnissen und allen Dingen, wie dieses Buch es beschreibt, ebenso Fasten und Gebete, allgemeine Versammlungen des Volkes, sind bei uns nirgendwo zu sehen. Es ist sogar unmöglich, unser Volk dazu zu bewegen.“
Vorwort zu dem Libellus de ritu et moribus Turcorum (Büchlein über den Ritus und die Sitten der Türken, 1530) Martin … Mehr
Christian Möller, Joseph Wittig – ein (fast) vergessener Schlesier: „Es ist ein Unglück, das sich vor allem in der protestantischen Theologie ausgeprägt hat, dass das Leben Jesu historisiert und die biblischen Texte in die Abständigkeit abgeschoben werden und die Christologie in dogmatischer Richtigkeit konserviert wird, während darüber das Leben Jesu verloren geht, das durch Wort und Sakrament immer wieder neu gestiftet wird in Schlesien und anderswo. Der Glaube verliert seine Vollmacht, wenn Menschen sich nicht mehr selber als Söhne und Töchter Gottes zu verstehen wissen.“
Joseph Wittig – ein (fast) vergessener Schlesier Von Christian Möller 1. Joseph Wittig – wer war das? Er stammt aus … Mehr
Das Bauernkriegsgeschehen um Weißenhorn und Roggenburg im März und April 1525 nach der Weißenhorner Historie von Nikolaus Thoman: „Ich glaube, dass Gott der Allmächtige der Obrigkeit in Weißenhorn besondere göttliche Gnade verliehen hat, da sie es geschafft haben, diesen unrechtmäßigen Aufstand des Volkes niederzuschlagen und Frieden herzustellen. Wäre es anders gekommen, hätte der Stadt großer Schaden drohen können, vielleicht wäre sie ganz zerstört worden und die Menschen hätten ihr Leben und ihr Hab und Gut verloren.“
Das Bauernkriegsgeschehen um Weißenhorn und Roggenburg im März und April 1525 nach der Weißenhorner Historie von Nikolaus Thoman Am Freitag, … Mehr
Wiedertäufermandat des pfälzischen Kurfürsten Ottheinrich nach einem Entwurf von Georg Frölich vom 25. Januar 1558: „Sollten sich jedoch einer oder mehrere solchermaßen aufsässigen und halsstarrigen Personen so weit vergehen, dass sie aufrührerisch werden, so wären wir gezwungen, sie entsprechend dem Verbrechen und den Reichsgesetzen an Leib und Leben nicht ungestraft zu lassen. Danach soll sich jeder richten.“
Georg Frölichs Gutachten in Sachen Religionstoleranz vom März 1530, das dieser als Nürnberger Kanzleischreiber verfasst hatte, ist in der frühen … Mehr