Karl Barth, Jesus Christus ist auferstanden (Ostern 1947): „Wenn in einer Versammlung eines unserer Interessenverbände auf einmal jemand aufstehen, das Wort verlangen und in aller Ruhe, aber jedermann sofort verständlich nur das sagen würde: «Jesus Christus ist auferstanden»! Wenn in einer Pfarrer-Konferenz – vielleicht in der Woche nach Ostern, wenn sie alle begreiflicherweise etwas müde und etwas zum Unglauben geneigt sind – jemand durchs offene Fenster von außen dieses Wort hereinriefe! Oder wenn es jetzt eben vor mir selbst so aufstünde, wie es lautet und gemeint ist, so dass ich es zur Kenntnis nehmen und mich von jetzt an daran zu halten hätte, dass es so ist, wie dieses Wort sagt! Wenn …“

Jesus Christus ist auferstanden (Ostern 1947) Von Karl Barth Man schämt sich tief, wenn man sich vor Augen hält, wie … Mehr

Karl Barth über Niklaus von Flüe als Heiliger (1944): „Das Spiel des in Rom vollzogenen Heiligsprechungsprozesses ist ein übles Spiel mit dem Gedanken, dass dem Menschen über die Heiligkeit der heiligen Taufe hinaus nun doch noch etwas Höheres und Besseres zugesprochen werden könnte. Dieses Höhere kann nur ein Geringeres, dieses Bessere kann nur ein Schlechteres sein. Darum können wir an diesem Spiel nicht teilnehmen.“

Ein Heiliger. Über Niklaus von Flüe Von Karl Barth Unsere katholischen Mitschweizer und die übrige katholische Welt sehen einer Handlung … Mehr

Karl Barth, Das Lob der Werke (Kirchliche Dogmatik): „Wir hätten diesen Abschnitt wohl auch mit dem bekannteren, so viel umstrittenen Begriff «Die guten Werke» überschreiben können. Wir ziehen «Das Lob der Werke» darum vor, weil damit sofort etwas Bestimmtes, das Entscheidende darüber gesagt wird, was die Güte der guten Werke der Christen ausmacht: sie besteht darin, dass Gott sie loben kann und will und tatsächlich lobt – und darin, dass sie ihrerseits Gott loben können und dürfen, ihn tatsächlich loben.“

Das Lob der Werke (Kirchliche Dogmatik IV/2) Von Karl Barth Werke – das sind (zunächst) die Taten und Früchte menschlichen … Mehr

Karl Barth, Möglichkeiten liberaler Theologie heute (1960): „Eben an ihrer Egozentrik (mein Glaube, mein Heilsbedürfnis, meine Seligkeit usw.) krankt aber mit der Theologie des Pietismus, der nachreformatorischen Orthodoxie, ja weithin schon der Reformatoren selbst, auch die Schleiermachers und Biedermanns — aber auch die Kierkegaards und seiner «existentialistischen» Nachfolger. Immer wieder erscheint da der Mensch als ein erstlich und letztlich in sich ver­schlossenes einzelnes «Subjekt», dem der Mitmensch nur nachträglich, nur beiläufig, fast nur ein wenig widerwillig zugesellt ist, wenn er ihm nicht gar, mit Sartre zu reden, die Hölle bedeutet. Und immer wieder erscheint da Gott — als «Objekt» dieses bruderlosen Subjektes ganz folgerichtig! — nicht einmal als ein Er, sondern als ein unpersönliches Es: das Woher des Gefühls schlechthiniger Abhängigkeit, das Absolute, das Zukünftige.“

Möglichkeiten liberaler Theologie heute Von Karl Barth Mir ist von den Herausgebern der «Theologischen Umschau» ein merkwür­diger Auftrag erteilt worden: … Mehr

Karl Barths Antwortbrief an Béla Vasady vom November 1938: „An diese andere Grenze habe ich in diesem Sommer und Herbst unablässig denken müssen: die Grenze zwischen einem Bereich, in welchem es allerdings auch keine auch nur von ferne vollkommene Ordnung der menschlichen Dinge gibt, aber immerhin mehr oder weniger aufrichtige Versuche dazu, immerhin noch Recht und Freiheit, immerhin noch einen Raum auch für die Kirche – und einem anderen Bereich, in welchem ein antichristli­cher Mythus seinen totalitären Anspruch auf den ganzen Menschen und auf jedes Lebens­gebiet erhebt und damit das Unrecht und die Unfreiheit zum Prinzip, die Kirche innerlich unmöglich macht. An dieser Grenze wird das politische Problem von selbst zum theologischen. An dieser Grenze war in diesem Jahr nicht nur die Tschechoslowakei und auch nicht nur die europäische Humanität, sondern auch die christliche Kirche angegriffen.“

Antwortbrief Karl Barths an Bela Vasady (1938) Basel, St. Albanring 186, 9. November 1938 Herrn Professor Vasady BélaDebrecenUngarn Lieber Herr … Mehr

Karl Barth, Du weißt, wer wir sind (Gebet): „Nun aber stehen wir alle vor dir: in aller Ungleichheit darin gleich: dass wir alle vor dir und auch untereinander im Unrecht sind – dass wir alle einmal sterben müssen – dass wir alle ohne deine Gnade verloren wären – aber auch darin, dass deine Gnade uns allen verheißen und zugewendet ist in deinem lieben Sohn, unserem Herrn Jesus Christus.“

Du weißt, wer wir sind Herr, unser Gott!Du weißt, wer wir sind:Menschen mit gutem und Menschen mit schlechtem Gewissen –zufriedene … Mehr

Béla Vasady im Brief an Karl Barth zur ‚Sudetenkrise‘ 1938: „Nach all dem, was geschehen ist, ist es unvermeidlich, dass man in Deutschland und wohl auch anderswo Ihre Zeilen mit dem Gefühl liest: siehe, Karl Barth, der Theologe, hat die Tschechen zum Kriege gehetzt in einer Sache, deren unblutige Erledigung den Politikern gelungen ist. Hitler und seine Regierung haben erklärt, dass sie keine Tschechen zu Deutschland zwingen wollen. Hitler hat nur die deutschbewohnten Gebiete beansprucht. Von einem Freiheitskampf der Tschechen gegen die Deutschen zu sprechen, entbehrt also jeder wahren Grundlage.“

Karl Barths Brief an Josef Hromádka vom September 1938 während der sogenannten Sudetenkrise enthielt die Worte „Jeder tschechische Soldat, der … Mehr

Karl Barth, «Du sollst Dir kein Bildnis — noch irgendein Gleichnis machen». Eine Erklärung zur Diskussion über die Münsterscheiben (1952): „Das Christusbild auf der Scheibe aber hat die fatale Eigenschaft, unver­änderlich sich selbst gleich zu bleiben, sich der Ge­meinde dauernd aufzudrängen und in dieser seiner Beharrlichkeit ein Hindernis der fortwährend notwendigen Neugeburt der Verkündigung und des Glaubens zu sein. Aus dem Gottesbild entsteht not­wendig die Abgötterei. Die Kirche zerstört sich selbst, wenn sie ihr Vorschub leistet. Was für Apollo am Casino recht ist, ist darum für Christus im Mün­ster noch lange nicht billig!“

«Du sollst Dir kein Bildnis — noch irgendein Gleichnis machen». Eine Erklärung zur Diskussion über die Münsterscheiben. Von Karl Barth … Mehr