Hans Joachim Iwand, Daß ihr bestehen könnt. Dortmunder Abschiedspredigt zu Epheser 6,10-17 (1945): „Ihr lebt in einer gefährlichen Welt, ihr seid selbst Menschen, verwundbar, verführbar, allen Anfechtungen preisgegeben, in euch selbst lebt der Verräter, der nur allzu gern und allzu leicht mit dem Feinde, der die Festung berennt, paktiert, der nur allzu leicht Gleiches mit Gleichem ver­gilt und für den und für dessen Praxis die Parole ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘ nur zu verständlich ist. Hütet euch. Nehmt den Helm des Heils. Laßt euch beschirmen von der Heilsbotschaft, die über euch erklungen ist. Ihr seid gerettet, ihr dürft darauf vertrauen, daß jene Tat, am Kreuz geschehen, für euch da ist, dass dieses Heil von Christus erwirkt, auch euch umschließt.“

Daß ihr bestehen könnt Abschiedspredigt gehalten in der Notkapelle von St. Marien Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, … Mehr

Hans Joachim Iwand über die Gottesfurcht: „Mit der falschen Furcht Gottes, eben der, die aus der Angst geboren ist, hängt auch die Flucht in die Werke zusammen, die die Haltlosigkeit dieser Position zwar verdeckt, aber nicht aufhebt. Kein menschliches, sondern allein »Gottes eigent­liches Werk«, also Jesus Christus als der für uns gestorbene und auferstandene Herr ist dieser Furcht gewachsen. Gottesfurcht recht verstanden weiß also darum, dass nichts, was der Mensch an seinen eigensten Möglichkeiten hat, weder als Gesinnung noch als Tat, im Zornge­richt Gottes Bestand hat.“

Gottesfurcht IV. Dogmatisch Von Hans Joachim Iwand Während die östliche Theologie die Gottesfurcht paränetisch behandelt, begegnen in der abendländischen Entwicklung … Mehr

Hans Joachim Iwand, Die Liebe als Grund und Grenze der Freiheit (1951): „An Ostern wurde der Sieg der Liebe offenbar in der Kraft der Auferstehung. Hier triumphierte Gottes Gerechtigkeit. Und seit Ostern ist die Hand über dem Elenden entmachtet, so dass wir sie nicht mehr zu furchten haben. Seit Ostern ist die Tür der Freiheit offen für die Tat der Liebe. Seit der Auferstehung Jesu Christi von den Toten ist eine andere Hand ausgereckt über allen Entrechteten und Verlorenen – die Hand des­sen, der zur Rechten Gottes ist. Der Auferstandene verbürgt jene Einheit von Liebe und Freiheit, die allen Menschen gilt und doch immer den einzelnen sucht.“

Die Liebe als Grund und Grenze der Freiheit (1951) Von Hans Joachim Iwand I. Die geistige Situation im heutigen Deutschland,[1] … Mehr

Hans Joachim Iwand, Morgenandacht über Lukas 14,25-35 (1935): „Jesus Christus steht nicht darum als Herr vor uns, weil wir uns zu ihm bekennen, er lebt und wirkt nicht, weil Menschen ihn als ihren Heiland und Erlöser anerkennen, sondern weil sich Gott selbst zu ihm bekannt hat, als ihn alle ver­rieten, weil eine Stimme von oben ihn als den Herrn der Welt be­zeugt hat, als die Menschen meinten, nun sei es aus mit ihm. Alles, was wir Bekenntnis und Nachfolge nennen, ist nichts anderes als ein demütig-gehorsames Nachsprechen dessen, was Gott über diesen Jesus von Nazareth gesprochen und bezeugt hat: ‚Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.'“

Morgenandacht über Lukas 14,25-35 (1935) Von Hans Joachim Iwand Wir hören das Wort Gottes, das für den heutigen Tag festgelegt … Mehr

Hans Joachim Iwand, Die Neuordnung der Kirche und die konfessionelle Frage (1946): „Von der Lehre her ist die Kirche immer wieder gefragt, ob sie denn auch für das Evangelium einsteht, ob sie nicht viel­mehr längst gefallen und abgefallen ist. Die Lehre hat, wenn anders sie reine Lehre ist, eine kritische Funktion gegenüber der Kirche und darum kann die Flucht in die ‚reine Lehre‘ geradezu das Zeichen dafür sein, dass die Kirche nicht steht, die Lehre kann zur Abstraktion werden, sie verliert damit ihre konstituierende Kraft. Wenn die Lehre wirklich reine Lehre ist, wenn sie also nicht selbst etwas sein will, dann müsste sie über sich hinausweisen auf Gott und sein Wort, auf seine Offenbarung; aber im Konfessionalismus wird immer wieder die Gefahr liegen, dass es umge­kehrt herauskommt, dass man meint, in der reinen Lehre des Wortes habhaft zu werden.“

Die Neuordnung der Kirche und die konfessionelle Frage (1946) Von Hans Joachim Iwand I. Die Annahme, wir hätten für die … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über 2. Korinther 6,1-10 auf der Kirchenkonferenz in Treysa 1945: „Wir sind in solcher Sorge, ja in solcher Angst und Be­drängnis, weil wir sehen, dass die Gnade Gottes da ist – und dass sie eben doch weithin umsonst da ist. Dass sich tausend und abertausend Menschen Christen nen­nen, aber dass dies gar nichts für ihr tatsächliches Leben bedeutet. Hier bleibt alles beim alten. Es ist umsonst, dass Christus für uns gestorben ist. Es bleibt im besten Falle die sehr privat verstandene Garantie einer sehr egoistischen Seligkeit. Mit der Wirklichkeit, in der sie leben, die sie gestalten, hat die Tatsache, dass Gott gnädig ist, dass Gott die Welt liebhat, dass Gott vergibt und Gott erlöst, offenbar gar nichts mehr zu tun.“

Predigt über 2. Korinther 6,1-10 Von Hans Joachim Iwand Wir ermahnen aber euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die … Mehr

Hans Joachim Iwand, Antwort. Ein Brief an Josef L. Hromádka (1959): „Wir haben theologisch zwar an der Menschheit Jesu Christi festgehalten, aber dass dieser Mensch ein Jude war, das haben wir dogmatisch oder im Sinne eines allgemeinen Humanis­mus ethisierend für irrelevant erachtet. Wir haben den inne­ren Zusammenhang zwischen dem alten und dem neuen Bund weniger klar und scharf gesichtet als es der Gegner tat, der die schwächste Stelle in unserem modernen Christentum erspäht hatte. In diesem Falle lag die Decke eher vor den Augen der Kirche als über der Synagoge. Wir haben nicht gesehen, dass wir mit der Entwurzelung aus Israel un­sere Ökumenizität als Kirche verlieren sollten und verloren hätten.“

Antwort. Ein Brief an Josef L. Hromádka zu dessen 70. Geburtstag am 8. Juni 1959 Von Hans Joachim Iwand Lieber … Mehr

Hans Joachim Iwand, Über die methodische Verwendung von Antinomien in der Religionsphilosophie dargestellt an Karl Heims ‚Glaubensgewißheit‘ (1924): „Die Totalität ist aber eine irrationale Größe, die jeder Rationalisierung durch Zerfall ihrer Einheit spottet, d. h. die sich dann eben in Antinomien auflöst. Der Begriff des Gesetzes kann dem der Totalität nicht gerecht werden. Daher darf man, wo es sich um die Ganzheit handelt, die kategorialen Gesetze der Vernunft nicht heranziehen, vielmehr muß man auf die religiöse Setzung der schlechthinnigen Abhängigkeit rekurrieren, der sich die Totalität des Lebens erschließt.“

Über die methodische Verwendung von Antinomienin der ReligionsphilosophieDargestellt an Karl Heims „Glaubensgewißheit“ Von Hans Joachim Iwand Zusammenfassung der gleichnamigen Dissertationsschrift … Mehr