Vom Kreuz und den Tröstungen (Compendium locorum theologicorum) Von Leonhard Hutter 1. Aus welchen Gründen lässt Gott es zu, dass … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Werner Schmauch, Predigt über Matthäus 5,13-16 (1957): „Das ist doch das Einzigartige dieser christlichen Botschaft, dass nicht der Mensch als einzelner in ihrem Blickfeld steht, dass es nicht mehr um mein Ich geht, um meine Existenz und um den Sinn meines Daseins. Dass es vielmehr nur soweit um mich selber geht, als es geht um meine Bestimmung für den anderen. Wenn es heute wieder verstanden wird, dass Menschen und Völker nur in der Koexistenz zu existieren vermögen, so müssen wir sehen, Christen existieren in der Proexistenz für den anderen, für die Welt.“
Predigt über Matthäus 5,13-16 (1957) Von Werner Schmauch Liebe Brüder und Schwestern! Wer sind wir eigentlich? Väter, Mütter, Söhne, Töchter, … Mehr
Theophil Wurm über die Theodizee (1941): „Alle diese Erfahrungen, die das Übel als mit der Heiligkeit und Güte Gottes nicht unvereinbar, ja sogar das Böse als in seinen Heilsplan eingestellt betrachten lassen, sind nur dem Glauben möglich, d. h. der Fähigkeit, auch gegen den Augenschein an den in Christus offenbaren Gott zu glauben. Je stärker dieser Glaube an Gott noch mit eudämonistischen und egozentrischen Gedanken und Trieben durchsetzt ist, desto schwerer wird es auch dem Christen, zu der soteriologischen und eschatologischen Theodicee durchzudringen.“
Theodicee Von Theophil Wurm Theodicee bedeutet Rechtfertigung Gottes gegenüber den Anklagen, die gegen die von ihm geschaffene Welt und seine … Mehr
Richard Sennett, Liebesmühen. Über den Handwerker (craftsman): „Die meisten Menschen haben das Potenzial, gute Handwerker zu werden. Sie verfügen über die Fähigkeiten, sich zu verbessern und sich mehr mit ihrer Arbeit zu identifizieren – über die Fähigkeit zu lokalisieren, zu hinterfragen und Probleme zu öffnen, was schließlich zu guter Arbeit führen kann. Auch wenn die Gesellschaft diesen Einsatz nicht ausreichend belohnt – am Ende können sie Selbstachtung gewinnen. Und das ist Lohn genug.“
Liebesmühen. Über den Handwerker (craftsman) Von Richard Sennett Das Wort Handwerker ruft sofort ein Bild hervor. Man blickt durch ein … Mehr
Kornelis Heiko Miskotte über das Buch Hiob (Over het boek Job, 1971): „Stellen Sie sich vor, Hiob hat richtig über den gesprochen, der ihm begegnet ist. Diese Anklagen, diese Auflehnung, diese Wut – das war schließlich in der Tiefe doch die richtige Art und Weise, über Gott in diesen Umständen zu sprechen. Stellen Sie sich vor! Hiob, der Kämpfer gegen Gott, gewinnt den Preis. In all diesem Protestieren und Blasphemieren hat er so über den Verborgenen gesprochen, dass es die Realität unseres Daseins berührt, trifft.“
Über das Buch Hiob (Over het boek Job, 1971) Von Kornelis Heiko Miskotte Unsere Einteilung der biblischen Bücher folgt der … Mehr
Das Paradies, der Überdruss und das Lebensglück: „Weder in dem dauerhaft Zuhandenen noch in dem erfolgreich Erstrebten findet der Mensch sein umfassendes Lebensglück. Was in der christlichen Lehre als (Glück-)Seligkeit (beatutido) verheißen wird, ist ein lebensvollendende Schau Gottes (visio Dei beatifica), von der ’selige‘ Menschen selbst eingenommen ist. Das Lebensglück entzieht sich damit eigener Bestimmung bzw. Wahl. Die Gottesschau lässt sich nur in paradoxer Weise als lebenserfüllend – Erfüllung, die keine Erfüllung ist – bezeichnen, da der Zustand einer ewigen Erfüllung den Vorgang einer Erfüllung unterbinden würde. Die visio Dei ist also ein Sehen, das sich nicht sattsehen kann.“
Das Paradies, der Überdruss und das Lebensglück Paradiesische Zustände sollen das eigene Lebensglück bedingen. In der Paradieserzählung (Genesis 2-3) wird … Mehr
Martin Luther über die Sprache der Tiere und das menschliche Hörvermögen: „Alle Kreaturen schreien uns an, dass wir Gott dankbar sein sollen. Wenn ich nicht taub wäre, so müsst ich hören, wie die Kühe sprechen bei ihrem Ausgang und Eingang: freut euch, wir bringen Butter und Käs, esset, trinket und gebet andern! So sprechen die Hühner: wir wollen Eier legen.“
Alle Kreaturen schreien uns an, dass wir Gott dankbar sein sollen Von Martin Luther Alle Kreaturen schreien uns an, daß … Mehr
Johannes Brenz, Antwort auf das Verzeichnis, das auf die Frage gestellt ist, ob eine weltliche Obrigkeit das Recht habe, in Glaubensangelegenheiten mit dem Schwert zu handeln [Antwort auff die vertzeichnus, so auff diße frag (Ob ein weltliche oberkait recht habe, in des glaubens sachen mit dem schwert zu handeln) gestelt ist, 1530]: „Aber wenn es nicht beim Glauben im Herzen und beim persönlichen mündlichen Bekenntnis bleibt, sondern so weit geht, dass man sich versammelt – sei es öffentlich oder heimlich –, ein neues Lehramt aufrichtet und beginnt zu lehren, dann beginnt es, Sache der weltlichen Obrigkeit zu werden, sich in solches Handeln einzumischen. Dann kann sie solche Versammlungen und Lehrämter fördern, wenn sie nützlich und friedlich erscheinen, oder sie verhindern, wenn sie aus triftigen Gründen als schädlich und unfriedlich erkannt werden.“
Georg Frölich anonym verfasste Gutachten „Ob eine weltliche Obrigkeit das Recht habe, in des Glaubens Sachen mit dem Schwert zu … Mehr
Wenn das Volk murrt … hat man da noch Töne? Gerold Jaspers über das Murren in der Bibel: „Gegenüber schweren Schickungen Gottes oder dem Leiden überhaupt bedeutet das Nichtmurren keineswegs ein fatalistisches Sichabfinden, sondern ein williges Aufsichnehmen der Last, die um Gottes oder Christi willen getragen werden will. Gleichzeitig erweist sich darin das Vertrauen zu Gott, dessen Liebe sich in der Auferstehung Christi so unverhüllt zu erkennen gegeben hat, daß alle Dunkelheiten des Lebens, und wäre es das Sterben selbst, dem Glaubenden nur als Gelegenheiten göttlicher Hilfe und Rettung erscheinen (bis hin zur Auferstehung zum ewigen Leben), aber keinen Grund zum Murren bieten.“
Murren, murmeln in der Bibel Von Gerold Jaspers Das Wort begegnet als Ausdruck der Unzufriedenheit mit widerwärtigen Ereignissen und Taten, … Mehr