Dolf Sternberger, Vorbemerkung zum Wörterbuch des Unmenschen (1945): „Soviel und welche Sprache einer spricht, soviel und solche Sache, Welt oder Natur ist ihm erschlossen. Und jedes Wort, das er redet, wandelt die Welt, worin er sich bewegt, wandelt ihn selbst und seinen Ort in dieser Welt. Der Verderb der Sprache ist der Verderb des Menschen. Seien wir auf der Hut! Worte und Sätze können ebensowohl Gärten wie Kerker sein, in die wir, redend, uns selbst einsperren., und die Bestimmung, Sprache sei allein die Gabe des Menschen oder eine menschliche Gabe, bietet keine Sicherheit.“

Vorbemerkung zum Wörterbuch des Unmenschen (1945) Von Dolf Sternberger Sprache ist die Gabe allein des Menschen, das verwirrende und befreiende, … Mehr

Jürgen Roloff, Die Christen und der Staat nach Offenbarung 13: „Die Apokalypse dagegen entwirft ein Bild faktischer staatlicher Wirklichkeit in ihrer schlimmsten denkbaren Form: Es ist ein Staat, der zum Werkzeug des organisierten Widerstandes der gottfeindlichen Menschheit gegen den Schöpfer geworden ist. Für den Christen gibt es ihm gegenüber nur eines: entschlossenen Widerstand.“

Die Christen und der Staat nach Offenbarung 13 Von Jürgen Roloff Man kann den innerhalb des Neuen Testaments einzigartigen Aussagen … Mehr

Wolf Krötke, Gebot und Gewissen im evangelischen Verständnis: „Luther hat das Gewissen darum eine »Urteilskraft« genannt. Es urteilt über die Person als Täter, besser: es verurteilt sie. Denn es tritt als aktuelle, bedrohliche Beunruhigung nur auf, wenn das Tun problematisch ist und den Menschen mit sich selbst zu entzweien droht. Es ist also wesentlich das sogenannte schlechte Ge­wissen der sündigen Menschen, die mit Gott und mit sich selbst in Widerspruch geraten.“

Gebot und Gewissen im evangelischen Verständnis Von Wolf Krötke »Mein Gewissen bleibt gefangen in Gottes Wort … Widerrufen kann und … Mehr

Emanuel Hirsch, Die Stillung des Sturms. Predigtmeditation zu Markus 4,35-41: „Man sitzt auf einmal mit den Jüngern im Boot. Und man sitzt darin nicht als einer, der im voraus weiß, dass alle Angst und Bangigkeit wirklich töricht ist, weil der zum Kreuzestod Ersehene noch durch viel größere Fährnisse hindurchkommen wird. Nein, man ist ganz in die Gegenwart jener Sturmesfahrt versunken. Das unenthüllte Geheimnis, welches um die Jünger weht, haucht einen selber an. Und so allein kann denn echter Glaube an Jesus als den vom Vater gesandten Sohn sich gebären.“

Die Stillung des Sturms. Predigtmeditation zu Markus 4,35-41 Von Emanuel Hirsch Die Geschichte gehört, wenn man einige geringe Überma­lungen fortnimmt, … Mehr

Emanuel Hirschs ‚tiefsinnige‘ völkische Theologie in seinem Leitfaden zur christlichen Lehre von 1938: „Alles bewußte Schaffen und Gestalten zur Verwirklichung von Volksehre und Volkssendung aber steht unter dem Gesetz, dass der Leistungssinn des Handelns im zur Staatlichkeit sich bestimmenden Volke, d. h. die wirksame Behauptung und Entfaltung der in Art und Schicksal angelegten geschichtlichen Möglichkeiten, und der Erbsinn seines Handelns, d. h. die Behütung und Bewahrung der im Geheimnis von Geburt und Tod sich fort und fort erneuernden volklichen Lebendigkeit, nicht notwendig in eins fallen, sondern sich auch gegenseitig begrenzen.“

Das Volk (Leitfaden zur christlichen Lehre, 1938) Von Emanuel Hirsch Erschreckend ist, wie einer der klügsten protestantischen Theologen des 20. … Mehr

Emanuel Hirsch und die nationalsozialistische Rassenideologie (1933): „Nun steht die neue Verantwortung des Staats dafür da, dass das Volkstum sich in zahl­reichen gesunden Kindern rechter deutscher Art verjünge und Menschen aus Geschlechtern und Sippen rechter deutscher Art die Führung im gemeinsamen Leben haben. […] Nun ist es allen Deutschen klar, dass ohne dies Handeln des Staats uns der Volkstod bereitet worden wäre. Die alte Verpflichtung zur Deutschheit wirkt sich aus in neuer Tat.“

Emanuel Hirsch und die nationalsozialistische Rassenideologie Erschreckend liest es sich, wie Emanuel Hirsch (1888-1972), wohl einer der klügsten protestantischen Theologen … Mehr