Johannes Meyendorff, Christus als Erlöser im Osten (1985): „Diese Lehre von der Erlösung durch Vergöttlichung hätte als neuplatonische Konzeption der ‚Verschmelzung‘ zwischen Gott und der Schöpfung identifiziert werden können, wenn es nicht in ihrem Zentrum die starke ‚theopaschitische‘ Behauptung gäbe, die von Cyrill von Alexandria verteidigt wurde: ‚Der Sohn Gottes hat im Fleisch gelitten.‘ Dies bedeutet, dass die Erlösung keineswegs eine metaphysische ‚Verschmelzung‘ ist, sondern eine Tragödie der Liebe, einschließlich der Übernahme des Kreuzes durch Gott selbst. Aber gleichzeitig ist klar, dass Golgatha nicht einfach der Preis ist, der allein eine beleidigte göttliche Gerechtigkeit wiedergutmacht, sondern nur der Endpunkt der Identifikation Gottes mit der gefallenen Menschheit, auf die die Auferstehung folgt und die ein Teil der gesamten Heilsökonomie oder des Heilsplans ist.“

Christus als Erlöser im Osten Von Johannes Meyendorff ALLEN DREI synoptischen Evangelien zufolge stellte Jesus auf dem Weg nach Cäsarea … Mehr

„Am Anfang war das Wort“, sagte der unglückliche Mann. Aus Andrei Tarkowskis Tagebuch vom Februar 1979: „Hilf mir, Herr, und vergib mir! Ein Bild ist ein Abdruck der Wahrheit, den Gott uns mit unseren blinden Augen erahnen lässt. Ich glaube, ‚Stalker‘ wird wirklich mein bester Film sein. Das ist gut zu wissen, aber nicht mehr. Oder besser: Es gibt mir größeres Vertrauen. Es bedeutet keineswegs, dass ich eine hohe Meinung von meinen Filmen habe. Ich mag sie nicht – sie enthalten so viel Hektisches, Vergängliches, Falsches. (Weniger in ‚Stalker‘ als in anderen.) Das liegt nur daran, dass die Filme anderer so viel schlechter sind. Ist das Hochmut von mir? Vielleicht. Aber es ist auch die Wahrheit.“

„Am Anfang war das Wort“, sagte der unglückliche Mann. Aus Andrei Tarkowskis Tagebuch 10. Februar 1979 Herr! Ich spüre, wie … Mehr

Janet Martin Soskice über Metaphern in der Bibel: „Moderne Studien haben gezeigt, dass die Auffassung, Metaphern seien bloß schmückendes Beiwerk, unzureichend ist; vielmehr wird etwas Neues ausgedrückt, das auf keine andere Weise gesagt werden könnte. Dies wird besonders bei komplexen poetischen Bildern deutlich. So vergleicht Philip Larkin, wenn er von Religion als ‚jenem riesigen, mottenzerfressenen, musikalischen Brokat, geschaffen um vorzutäuschen, wir sterben nie‘ (Aubade) spricht, die abgenutzte Religion nicht einfach nur mit altem Stoff.

Metapher Von Janet Martin Soskice Es ist fraglich, ob eine einzige Definition der Vielfalt sprachlicher Verwendungen gerecht werden könnte, die … Mehr

Edmund Schlink über den Antichrist (1957): „Dass in dem Auftreten antichristlicher Gestalten, in ihrem Weg, in ihren Worten und »Heilstaten« und in dem Zeugnis der ihnen den Weg bereitenden »Propheten« die Strukturen des Christus-Geschehens in eigentümlicher Verzerrung wiederkehren, macht ihre verwirrende und selbst für die Christenheit versucherische Bedeutung aus. Die Kirche ist hier zur Wachsamkeit gerufen und hat die Pflicht, diese Gestalten öffentlich zu entlarven. Wo dies aber geschieht, da erkennen die Glaubenden trotz aller sich wider sie wendenden Lüge und Gewalt die Ohnmacht dieser Gestalten. Der Antichrist hat weder eigene Gestalt noch Macht, sondern er ist nur das äffische Gegenbild Jesu Christi und besteht nur durch die Geduld dieses Herrn.“

Antichrist III. Dogmatisch Von Edmund Schlink Die Dogmatik handelt vom Antichrist im Rahmen der Lehre von den Vorzeichen der Parusie … Mehr

Karl Marx über die Politik des modernen Russlands (Revelations of the Diplomatic History of the 18th Century, 1857): „Die feindliche Macht trügerisch für eigene Eroberungen zu nutzen, sie durch eben diesen Gebrauch zu schwächen und sie schließlich mit den Waffen zu stürzen, die sie selbst geliefert hatte – diese Politik wurde Iwan Kalita durch den besonderen Charakter der herrschenden wie der dienenden Rasse eingegeben. Sie blieb auch die Politik Iwans III. Sie ist noch heute die Politik Peters des Großen und des modernen Russlands, mag die feindliche Macht, die es sich zunutze macht, auch Namen, Sitz und Wesen gewechselt haben.“

Über die Politik des modernen Russlands (Revelations of the Diplomatic History of the 18th Century, 1857) Von Karl Marx Eine … Mehr

Wort an die Gemeinden in den Gliedkirchen des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR wider die Einführung des obligatorischen Wehrunterrichts an den Schulen vom 14. Juni 1978: „Die Kon­ferenz bedauert, dass die kirchlichen Be­denken nicht berücksichtigt wurden, und hat die Regierung noch einmal um eine Überprüfung gebeten. Die Konferenz be­fürchtet, dass durch die Einführung von ob­ligatorischem Wehrunterricht die Erzie­hung zum Frieden im Bewusstsein gerade von Jugendlichen ernsten Schaden leidet und die Glaubwürdigkeit der Friedenspoli­tik der DDR in Frage gestellt wird.“

Wort an die Gemeinden in den Gliedkirchen des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR wider die Einführung des obligatorischen … Mehr

Karl Barth, Die Menschlichkeit Jesu (1956): „Die Menschlichkeit Jesu ist in ihrer ganzen Überlebensgroße keine gespenstische, sondern echte, wirk­liche Menschlichkeit. Wie könnte er für uns eintreten, wenn es zwischen ihm und uns, uns und ihm nicht bei aller Un­gleichheit auch Gleichheit gäbe, wenn er nicht recht und natürlich unser Bruder wäre? Die Ungleichheit zwischen ihm und uns besteht klar darin, daß wir einander keine Heilande, keine Erretter sein, daß wir nicht füreinander einstehen können. Die Gleichheit zwischen uns und ihm besteht aber eben in der von Gott gut geschaffenen mensch­lichen Natur, die bei uns zwar mannigfach und schwer ver­deckt, bei uns verborgen bei ihm offenbar, die aber in ihm und in uns dieselbe ist.“

Die Menschlichkeit Jesu Von Karl Barth Im Neuen Testament kommt an einer Reihe von Stellen ein merkwürdiger Ausdruck vor, in … Mehr

Martin Luther, Summarien über die Psalmen und Ursachen des Dolmetschens (1531-1533): „Was ist’s Not, über alle Worte solche Rechenschaft zu geben? Wir haben fürwahr keinen Fleiß noch Mühe gespart. Wer’s besser machen kann, dem ist’s wohl gegönnt. Aber ich nehme an: wenn er unsern Psalter dazu nicht gebraucht, werde er den Psalter so verdeutschen, dass weder viel Deutsch noch Hebräisch darinnen bleibt. Das wirst du daran merken, wenn du unsern Psalter mit dem seinen vergleichen und seine eigene Kunst, d.h. die bei uns gestohlenen Worte, finden wirst.“

Summarien über die Psalmen und Ursachen des Dolmetschens (1531-1533) Von Martin Luther Allen frommen Christen Gnade und Friede in Christus. … Mehr

Peter Noss über Hans Ehrenberg (1883-1958): „Erst spät wurde die Bedeutung Ehrenbergs für die philosophische und theologische Wissenschaft und Praxis in angemessener Weise wiederentdeckt. Insbesondere die in Person und Biographie vermittelte Spannung von Judentum und Christentum ist neben vielem anderen ein lohnender Anknüpfungspunkt zur Beschäftigung mit Ehrenberg.“

Hans Philipp Ehrenberg Von Peter Noss Am 4. Juni 1883 kommt Ehrenberg als Sohn von Gabriella Emilie Ehrenberg, geb. Fischel … Mehr