Hans Saner, Altwerden heute – Abschied von einer Ausnahme: „Alt in einem zeitlichen Sinn ist man, wenn man schon lange Zeit gealtert hat. Altern, ebenfalls zeitlich verstanden, ist weder eine Verminderung von Fähigkeiten noch eine Rückentwicklung noch ein Niedergang, sondern das eindimensionale, immer irreversible Kontinuum, in dessen Fluß alle Entwicklung steht. Es gibt kein Werden, auch keine Selbstentfaltung, ohne Altern. Kindheit und Jugend sind ebenso bestimmte Phasen des Alterns wie das Greisenalter. Jung in zeitlichem Sinn ist, wer noch nicht lange gealtert hat.“

Altwerden heute – Abschied von einer Ausnahme Von Hans Saner Als die hier porträtierten Menschen zur Welt kamen, hatte ein … Mehr

Hellmut Traub, Enderwartung in der Bibel: „Gott ist also immer der erwartete, der an seinem Tage richtend und heilbringend kommt. Erwartet ist eine unbeschreibliche Unmittelbarkeit und Nähe zu Gott, die mit „Gott sehen“ ausgedrückt wird; erwartet ist kein „Jen­seits“, sondern die Neuschöpfung dieser Erde und dieses Himmels. Erwartet ist dies alles nicht für den Einzelnen, sondern für die Gemeinde und zwar durch eine Heilsgestalt, die zugleich göttliche und menschliche Züge trägt.“

Enderwartung in der Bibel Von Hellmut Traub 1. Enderwartung bezieht sich auf eine Geschichtsbetrachtung, die eine Beendigung der Zeit voraussetzt … Mehr

Andrew F. Walls, Das Prinzip der Übersetzung in der christlichen Geschichte (The Translation Principle in Christian History): „Der christliche Glaube beruht auf einem göttlichen Akt der Übersetzung: „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Johannes 1,14). Jedes Vertrauen, das wir in die Übersetzbarkeit der Bibel haben, beruht auf diesem vorausgegangenen Akt der Übersetzung. Es gibt eine Geschichte der Übersetzung der Bibel, weil es eine Übersetzung des Wortes in Fleisch gab.“

Das Prinzip der Übersetzung in der christlichen Geschichte Von Andrew F. Walls Übersetzung und Inkarnation Politik ist die Kunst des … Mehr

Helmuth Plessner über das Lächeln in seiner Philosophischen Anthropologie: „Durch seine Distanziertheit gewinnt das Lächeln Bedeutung als Mittel und Ausdruck der Kommunikation. Man gibt sich lächelnd zu verste­hen: gemeinsames Wissen um etwas, Gemeinsamkeit überhaupt, auch in der Form des Getrenntseins wie Triumph und Niederlage, Überle­genheit, Verlegenheit, Demut. Das Lächeln reagiert auf die Situation und bestätigt zugleich sich selbst und dem anderen, dass man die Situa­tion begreift und insofern ihre Bindung wieder gelockert hat.“

Das Lächeln Von Helmuth Plessner An Vieldeutigkeit alle anderen mimischen Bewegungen des Men­schen übertreffend, scheint das Lächeln seine Ausnahmestellung dar­in … Mehr

A. J. Thamburajs Meditation über sein Gemälde „Die Heilige Trinität“: „Die dritte Hand symbolisiert Christus, wie aus der Wunde in der Handfläche ersichtlich ist, die den erlösenden Aspekt Gottes zum Ausdruck bringt. Die Hand zeigt in der „varada mudra“ nach unten, einer Geste, die das Geben symbolisiert – sowohl das Sich-Selbst-Geben als auch das Geben von Geschenken. Sie bedeutet, dass der Sohn Gottes sich für uns hingegeben hat und dass uns alle Gnaden durch ihn zufließen, der uns mit seinen Gaben überschüttet.“

Da mögen berechtigte Vorbehalte gegenüber einer indischen Kontextualisierung der Trintitätslehre bestehen („Avatar-Inkarnation“); und doch ist die Beschreibung des Gemäldes „Die … Mehr

Erhard Eppler, Von der Staatsvergottung zur Staatsverspottung (2007): „Der Staat ist für Wahrheit nicht zuständig, wohl aber für die Bedingun­gen der Wahrheitsfindung. Der Staat ist dafür zuständig, dass nicht zur Ware wird, was nicht zur Ware werden darf. Er ist dafür verantwortlich, dass die politische Auseinandersetzung darüber, wie wir leben wollen, in Freiheit möglich ist. Er darf nie versuchen, den Markt zu ersetzen, aber er muß ihm den Rahmen zimmern, innerhalb dessen er dem Gemeinwohl besser die­nen kann.“

Von der Staatsvergottung zur Staatsverspottung Von Erhard Eppler Staat: berechenbar – unberechenbar Was Menschen zum Thema „Staat“ zu sagen haben, … Mehr

Clifford Geertz, Religion als kulturelles System: „Jemand, der beim Ritual in das von religiösen Vorstellungen bestimmte Bedeutungssystem »gesprungen« ist (vielleicht ist dieses Bild für die tatsächlichen Vorgänge ein wenig zu sportlich – »geglitten« mag zutreffender sein) und nach Beendigung desselben wieder in die Welt des Common sense zurückkehrt, ist – mit Ausnahme der wenigen Fälle, wo die Erfahrung folgenlos bleibt – verändert. Und so wie der Betreffende verändert ist, ist auch die Welt des Common sense verändert, denn sie wird jetzt nur noch als Teil einer umfassenderen Wirklichkeit gesehen, die sie zurechtrückt und ergänzt.“

Religion als kulturelles System Von Clifford Geertz Der Versuch zu sprechen, ohne eine konkrete Sprache zu sprechen, ist ebenso zum … Mehr