Reinhold Schneiders Totengedächtnis für Jochen Klepper: „Dir ward des Volkes Schicksal auferlegt, / Das unterm Kreuz der König hat durchschritten, / Du hast des Volkes ganze Not erlitten, / Bis an den Abgrund, der Verzweiflung hegt.“

J.K.

Dir ward des Volkes Schicksal auferlegt,
Das unterm Kreuz der König hat durchschritten,
Du hast des Volkes ganze Not erlitten,
Bis an den Abgrund, der Verzweiflung hegt.

Doch hat die Heimat mächtig Dich bewegt,
Die ohne Gnade um das Reich gestritten:
So lebtest Du in zweier Völker Mitten,
An einem Ort der keinen Frieden trägt.

Gesendet waren beide. Heil und Macht
Der Welt zu tragen waren sie berufen,
Und beide widersagten dem Gebot.

Da haßten sie sich glühend in der Nacht.
Sie kämpften stürzend auf des Abgrunds Stufen
Und rissen Dich hinunter in den Tod.

Quelle: Apokalypse. Sonette von Reinhold Schneider

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