Martin Luthers Sprichwort über die Vögel und deren Nester: »Sieh, so kann niemand der Anfechtung enthoben sein. Man kann sich aber gut wehren und dem allen mit Gebet und Anrufung der Hilfe Gottes steuern. So liest man, dass ein junger Bruder seiner Gedanken loszuwerden begehrte. Da sprach der alte Pater: Lieber Bruder, dass dir die Vögel in der Luft über dem Haupte hinfliegen, dem kannst du nicht wehren; wohl aber kannst du dem wehren, dass sie dir in den Haaren ein Nest machen. So können wir uns, wie Augustinus sagt, der Anstöße und Anfechtungen nicht erwehren; dass sie uns aber überwinden, dem kann man mit Beten und Anrufen göttlicher Hilfe wohl wehren.«

Sprichwort über die Vögel und deren Nester

Von Martin Luther

Sieh, so kann niemand der Anfechtung enthoben sein. Man kann sich aber gut wehren und dem allen mit Gebet und Anrufung der Hilfe Gottes steuern. So liest man, dass ein junger Bruder seiner Gedanken loszuwerden begehrte. Da sprach der alte Pater: Lieber Bruder, dass dir die Vögel in der Luft über dem Haupte hinfliegen, dem kannst du nicht wehren; wohl aber kannst du dem wehren, dass sie dir in den Haaren ein Nest machen. So können wir uns, wie Augustinus sagt, der Anstöße und Anfechtungen nicht erwehren; dass sie uns aber überwinden, dem kann man mit Beten und Anrufen göttlicher Hilfe wohl wehren.

Deutsche Auslegung des Vaterunsers für die einfältigen Laien (1519), Zur sechsten Bitte (WA 2, 124).

1 Kommentar

  1. Es kann niemand angefochten sein
    wenn er nicht selbst
    mit sich im stillen Kämmerlein
    die Arbeit am Gleichgewicht
    auf seinem Lebensweg getan

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