„schāh māt“ – „der König (Schah) kann nicht mehr“: „Wo sich die Todesnacht über sein Leben gelegt hat, greift der Vater in Treue zu seinem Sohn ein, entreißt Jesus dem Grab und präsentiert ihn den Jüngern: Der König lebt! Auferstanden von den Toten gilt kein schāh māt mehr. Der Tod hat verspielt.“

„schāh māt“ – „der König (Schah) kann nicht mehr“

Seit Jahrhunderten vermag das Schachspiel Menschen zu faszinieren. Man sucht für die eigenen Spielzüge Konstellationen vorwegzunehmen und den Gegner unter Zugzwang zu setzen. Kommt es dann beim Schach zum Endspiel, hat der König selbst eine aktive Rolle zu übernehmen. Schließlich ist kein Entkommen mehr möglich: Schachmatt. Eigentlich müsste es auf Persisch lauten: „schāh māt“ – „der König (= Schah) kann nicht mehr“. Der König ist also matt, wenn er hilflos seinem Schicksal überlassen ist. So kommt er durch den letzten Zug des Gegners handlungsunfähig zum Erliegen.

Was im Schach auf 64 Spielfelder beschränkt ist, lässt sich auf das Leben übertragen. Auf das Lebensende hin können wir uns selbst nicht länger im Spiel halten und müssen uns dem Tod geschlagen geben – wenn da nicht einer das Endspiel entmachtet hätte. Dieser eine hat sich für uns auf das Spiel des Lebens eingelassen, hat sich dem gefügt, was für ihn vorgesehen gewesen ist: „Jesus nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespien werden, und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er auferstehen.“ (Lukas 18,31-33)

Jesus von Nazareth König der Juden“ steht auf seinem Kreuz „Wenn du der König der Juden bist, so rette dich selbst“ spotten die Soldaten (Lukas 23,37). Für Jesus, der sich auf das tödliche Endspiel eingelassen hat, heißt es schließlich: schāh māt! Verlassen von allen Getreuen ist dieser König hilflos ans Kreuz geschlagen und muss sterben.

Wo sich die Todesnacht über sein Leben gelegt hat, greift der Vater in Treue zu seinem Sohn ein, entreißt Jesus dem Grab und präsentiert ihn den Jüngern: Der König lebt! Auferstanden von den Toten gilt kein schāh māt mehr. Der Tod hat verspielt. „Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens“ (Hebräer 12,2). Im Glauben an ihn sind wir nicht dem tödlichen Endspiel des Lebens überlassen. „So wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt ist, werden auch wir in einem neuen Leben wandeln.“ (Römer 6,4)

Hier mein Text als pdf.

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