Stelenprojekt „Zehn Gebote entfaltet“ vor der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen/Iller: „Da man selbst zu den jeweiligen Geboten zu stehen hat, können und sollen die Gebots­stelen nicht als Selbstermächtigung für ein moralisches Urteil über andere dienen.“

Stelenprojekt „Zehn Gebote entfaltet“ vor der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen/Iller

Die evangelische Kirchengemeinde Vöhringen/Iller hat für die Neugestaltung der Außenanlage um die Martin-Luther-Kirche ein deutschlandweit einzigartiges Projekt „Zehn Gebote entfaltet“ initiiert [Auf dem „Weiterweg“ der Graf von Pückler und Limpurg’sche Wohltätigkeitsstiftung in Gaildorf finden sich als neunte Station zehn Leitplanken als Symbole für die Zehn Gebote] .

Vor der Kirche werden nach einem Entwurf des Landschaftsarchitekten Manfred Rauh (Schmid-Rauh, Neu-Ulm) zehn Stelen zu den Zehn Geboten in einer Reihe entlang des Wegs zum Kirchenportal aufge­stellt. Jede Stele mit einer Höhe von zwei Metern besteht aus zwei 30 cm breiten Hälften, die in einem Winkel von 120 Grad angestellt sind. Auf der rechten Hälfte aus Granitstein ist der Wortlaut des jewei­ligen Ge­bots eingraviert; auf der linken Hälfte aus gebürstetem Edelstahlblech sind positive Grundworte aus Luthers Erklärung zu dem jeweiligen Gebot aus dem Kleinen Katechismus eingelassen. Das diesbezüg­liche Schriftbild wird von Matthias Bumiller (Finken & Bumiller, Stuttgart) entworfen, der Gestaltung und Satz für das katholische Gotteslob bzw. Die Bibel. Einheitsübersetzung verantwortet hat.

Die zehn Gebotsstelen wollen im öffentlichen Raum vor Augen führen, was für den christlichen Lebens­weg wie auch für das Zusammenleben in der Gesellschaft im Hinblick auf eine „Nächsten-Gerechtigkeit“ we­sentlich ist. Da man selbst zu den jeweiligen Geboten zu stehen hat, können und sollen die Gebots­stelen nicht als Selbstermächtigung für ein moralisches Urteil über andere dienen.

Für die einzelnen Gebotsstelen sind folgende Texte vorgesehen:

Linke Edelstahlseite
Grundworte aus der jeweiligen Gebotserklärung Luthers
Rechte Granitseite
Biblischer Wortlaut des jeweiligen Gebotes
1.GOTT über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauenIch bin der HERR, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.
2.IHN in allen Nöten anrufen, beten, loben und dankenDu sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen.
3.SEIN Wort heilig haltenDu sollst den Feiertag heiligen.
4.Eltern in Ehren halten, sie lieb und wert haben.Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
5.unserm Nächsten helfen und beistehen in allen NötenDu sollst nicht töten.
6.in der Ehe einander lieben und ehrenDu sollst nicht ehebrechen.
7.unsers Nächsten Gut und Nahrung bessernDu sollst nicht stehlen.
8.unsern Nächsten entschuldigen, Gutes von ihm redenDu sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
9.unserm Nächsten sein Haus zu behalten dienlich seinDu sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
10.tun, was man schuldig istDu sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist.

Das Projekt soll nicht nur in der Außenanlage der Martin-Luther-Kirche realisiert werden, sondern auch in der Gemeinde bzw. in der Öffentlichkeit ins Gespräch gebracht werden. Dazu sind eine Predigtreihe zu den Zehn Geboten mit verschiedenen Predigern sowie Podiumsgespräche zur Relevanz einzelner Gebote im Rahmen der Evangelischen Erwachsenenbildung angedacht. Zusätzlich wird das Projekt „Zehn Gebote ent­faltet“ auf einer eigens eingerichteten Webseite www.zehngebote.online vorgestellt. Dort sollen die ein­zelnen Gebote näher erläutert und deren Gegenwartsrelevanz herausgestellt werden.

Hier der Text als pdf.

1 Kommentar

  1. Sehr geehrter Herr Teuffel,

    seit einiger Zeit bin ich dankbarer Empfänger der Beiträge aus Ihrem Blog. Ich konnte für mich und meine Arbeit schon viel daraus schöpfen. Bei der Vorstellung Ihres Projektes „Zehn Gebote entfaltet“ bin ich jedoch über einen Satz gestoßen, der bei mir wahrscheinlich nicht so gut angekommen ist, wie Sie ihn gemeint haben. Sie sprechen von einem „deutschlandweit einzigartigen Projekt“. Im Rahmen unseres mittlerweile seit 13 Jahren existierenden Kunst- und Besinnungspfades „weiterweg“ (www.weiterweg.info) haben wir ebenfalls die zehn Gebote anhand von Stelen an unserem Weg installiert, ungefähr in gleicher Höhe und Größe wie es bei Ihnen geplant ist. Das Material ist allerdings bei uns etwas alltäglicher. Unser Künstler Martin Burchard aus Tübingen hat dafür Leitplanken gewählt, wie sie an Verkehrsstraßen installiert werden. Die Station nennt sich „Leitplanken des Lebens“. Gerade in Corona-Zeiten ist unser weiterweg erneut zu einem „Publikumsmagnet“ geworden, weil der Wald als Zufluchtsort für viele Menschen neue Bedeutung gewonnen hat. Ich lade Sie gerne ein, sich unsere Variante der Idee „Zehn Gebote entlang des Weges“ in Verbindung mit unserem Kunst- und Besinnungspfad einmal anzusehen.
    In der Gestaltung und Ausführung Ihres Projektes möchte ich Ihnen die „Einzigartigkeit“ keinesfalls streitig machen, da planen Sie weitaus aufwändiger und edler als wir es bei uns realisiert haben. Ich wollte Sie lediglich auf die Parallele in der Grundidee aufmerksam machen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Matthias Rebel
    Geschäftsführer

    Graf von Pückler und
    Limpurg’sche Wohltätigkeitsstiftung
    Graf-Pückler-Straße 19
    74405 Gaildorf
    Tel.: 0 79 71 / 95 33 – 11
    Fax: 0 79 71 / 95 33 – 20

    matthias.rebel@graf-pueckler.de
    http://www.graf-pueckler.de

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