Berührt – wie Hingabe aufleben lässt: „Mit Worten lässt sich vieles sagen. Aber da, wo aufrichtige Berührung stattfindet, ist Liebe mehr als nur dahergesagt. Sie geht unter die Haut und trifft mich in meinem Innersten.“

Berührt – wie Hingabe aufleben lässt

Es ist eine berührungsarme Zeit, in der wir leben, zumindest außer Haus. Abstandsregelungen und Maskenpflicht lassen kaum einen Händedruck oder eine Umarmung zu. Dabei sind mitmenschliche Berührungen – so sie nicht zudringlich oder übergriffig sind – für unser Seelenleben wichtig. Medizinische Forschung spricht ihnen gar den Rang eines Lebensmittels zu, so der Leipziger Haptik-Forscher Martin Grunwald: „Wir brauchen die Berührung. So wie Schlaf und Essen, so wie die Luft zum Atmen. Ohne Berührung werden wir krank.“ Wahrscheinlich hat jeder Mensch in sich ein tiefes Verlangen, im guten Sinne berührt zu werden. Mit Worten lässt sich vieles sagen. Aber da, wo aufrichtige Berührung stattfindet, ist Liebe mehr als nur dahergesagt. Sie geht unter die Haut und trifft mich in meinem Innersten.

In den Evangelien zeigt sich uns Jesus, wie er die Nähe zu Menschen sucht und dabei auch Kinder in seine Arme nimmt (Markus 10,16). Mit seinen Händen berührt er andere in heilsamer Weise und lässt sich auch selbst berühren, so durch eine Sünderin im Haus eines Pharisäers (Lukas 7,36-50) oder beim letzten Abendmahl, wo der Lieblingsjünger Johannes zu Tisch an seiner Brust liegt (Johannes 13,23.25).

In der Berührung nimmt Jesu sich nichts von anderen; er begehrt niemanden für sich selbst, sondern schenkt sich ihm und ihr. Eindrücklich und tiefgehend geschieht dies am letzten Abend vor seiner Verhaftung, als er seinen Jüngern die Füße wäscht. Wo Petrus zu widersprechen sucht, antwortet Jesus: „Wenn ich dich nicht wasche, hast du kein Teil an mir.“ (Johannes 13,8) Du brauchst diese Berührung, die ich dir gebe. Soll Jesu Wirken mit einem einzigen Wort benannt werden, so ist es „Hingabe“. Er gibt sich uns Menschen liebevoll hin, zuletzt und endgültig am Kreuz von Golgota. So wird unser Leben der Sünde und dem Tod entrissen.

In dieser berührungsarmen Zeit kann unser Gebet die Nähe zu Jesus suchen, damit unser Leben von ihm neu berührt wird:

Jesus Christus, Du mein Heiland,
berühre mich mit Deiner Hingabe an Leib und Seele.
Lass mich Deine Liebe spüren,
damit auch ich andere Menschen berühren,
ihnen Nähe schenken kann,
ohne von ihnen Besitz zu ergreifen.
Amen.

Hier mein Text als pdf.

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