Karl Steinbauers Predigt über Matthäus 2,13-23 1939 in Senden/Iller: „Es müssten Leichenwägen fahren für die, denen Christus aus dem Herzen gerissen worden ist, für die Opfer dieses unblutigen bethlehemitischen Kindermordes, dann würde uns die Haut schauern!“

Eine ganz starke Predigt über Matthäus 2,13-23 hatte Karl Steinbauer als Pfarrverweser am 8. Januar 1939 in Senden/Iller gehalten. Darin spricht er den bethlemitischen Kindermord auf die nationalsozialistische Erziehungsdiktaur an. Eine Woche später, am 15. Januar 1939, wurde Steinbauers Pfarrhaus in Senden nachts zwischen 3 und 4 Uhr von 15 mitunter angetrunkenen SA-Leuten überfallen, die die Fensterscheiben auf der Straßenseite einwarfen und ins Haus einbrachen. Steinbauer wurde im Amtsgerichtsgefängnis Neu-Ulm inhaftiert, bevor er dann am 28. März 1939 ins Konzentrationslager Sachsenhausen verbracht wurde. Dort blieb er bis kurz vor Weihnachten 1939 inhaftiert.

Predigt über Matthäus 2,13-23

Von Karl Steinbauer

»Jesus auf der Flucht nach Ägypten.« Unter diesem Titel könnte man ein Buch schreiben über die ganze Kir­chengeschichte von ihren ersten Anfängen an bis zum heuti­gen Tag, und dane­ben herlaufend, auch durch die ganze Ge­schichte hindurch, der Bethlehemitische Kindermord.

Nicht daß wir meinen, diese eben verlesene Geschichte ist vor 2000 Jahren passiert und liegt dahinten und geht uns im Grunde nichts mehr an und hat nur noch Erinnerungswert und histo­risches Interesse. Wohl, der Herodes ist nicht immer der gleiche. Gestalt und Namen ändern sich. Aber die Verfol­gung des Jesuskindleins bleibt im Grunde immer, wenn frei­lich auch die Art und Weise der Verfolgung nicht immer die gleiche ist. Wie es in unserem Text erschüt­ternd zu lesen ist, wechselt sie zwischen geheuchelter, ja verlogener Frömmig­keit und Reli­giosität aller Spielarten und dann wieder zwi­schen ganz offener, nackter grausamer Brutalität hin und her. Herodes scheut vor keinem Mittel zurück, des Kindleins hab­haft zu werden. Aber es gelingt ihm nicht. Er kann des Kindleins nicht habhaft werden, nicht mit erheuchelter Frömmigkeit und auch nicht mit grausamen Morden und Ver­folgungen.

Man kann nur erschrecken, wenn wir hier lesen, wie He­rodes die Schriftgelehrten zusammen­ruft, daß sie forschen im [224] Wort Gottes – wozu«? – Zur Verfolgung! Bibelstudium zur Ver­folgung des Jesuskindleins! Es kann einem schauern! Wie sitzt auch heute wieder manch einer eifrig über der Bibel und forscht fleißig darin! Wozu? Zur Verfolgung der Botschaft von dem Jesus-Kind! Dazu, daß er dann in Versammlungen lä­stern kann über Gottes Wort, über seine Frommen und Er­wählten. Welch unseliges Bibelstudium!

Aber das bleibt in unserer Geschichte deutlich: Mit gar keinem Mittel kann Herodes des Kind­leins habhaft werden, nicht mit List und nicht mit Gewalt. Herodes kommt nie zum Kindlein in der Krippe, auch nicht mit noch so einem großen Aufgebot von Häschern, und mag er noch so viel Schlauheit, religiöse Tarnung und wer weiß was alles aufbieten.

Aber wie fein und schlicht heißt es dagegen von den Wei­sen – so wie es ähnlich auch von den Hirten geheißen hat: »… und gingen in das Haus und fanden das Kindlein und fie­len nieder und beteten an und … und«. Wie kommt das so be­glückend eins ums andere. Und alles tut sich wie von selbst auf. Ohne Schwierigkeit finden sie zu ihm. Gott selber hat die Führung und Leitung in der Hand; denn sie wollen ja im Geist und in der Wahrheit anbeten. Aber die »Auch-Anbeter« finden das Kind in der Krippe nicht, mit keiner List; und können den Zu­gang, die Tür zum Stall, nicht auftun, mit keiner Gewalt.

Aber Herodes läßt nichts unversucht, dieses Kind in seine Gewalt zu bekommen, seiner hab­haft zu werden. Angegan­gen ists also gleich bei seiner Geburt. Dann ist dieser Herodes bald gestorben. Bei dem öffentlichen Auftreten des Herrn etwa nach 30 Jahren hat sich dieser Ver­such fortgesetzt. Da­mals war der Sohn des Herodes König, der den Johannes den Täufer hat enthaupten lassen, und den der Herr Jesus den Fuchs genannt hat. Die Beauftragten der Phari­säer und des Herodes haben da Hand in Hand gearbeitet und haben oft [225] ihre Hände nach ihm ausgestreckt: »Aber seine Stunde war noch nicht gekommen.« Dort in Nazareth z.B. schien die rechte Gelegenheit schon gekommen: »Jetzt zugreifen, dann haben wir ihn!« So meinten sie und führten ihn schon hinaus vor die Stadt, daß sie ihn wie einen Gotteslästerer vom Felsen herunterstürzten. »Aber er ging mitten durch sie hinweg.« (Lk 4,30). Sie haben ihm aufgelauert, das heißt, sie haben ihn bespitzelt und ihn bespitzeln lassen bei seinen Pre­digten, ha­ben ihm Fallen gestellt und die Spitzel haben ihn denunziert. – Was ist auch das für eine betrübliche Sache, die einen so trau­rig machen kann, wenn da der und jener in die Kirche kommt, wie es scheint: »auch – anzubeten«, und dann, wenn er meint, das oder jenes verfängliche Wort aufgefangen zu ha­ben, dann läuft er zum Denunzieren. So hat mans schon dem Herrn Jesus gemacht.

Später hat dann Judas ihn um Lohn verraten und ihn in die Hände der Mörder gespielt. Die haben sich gefreut, daß sie ihn nun endlich in ihrer Gewalt haben und vernichten kön­nen. Aber nicht mit Lug und Trug, nicht mit verlogener Freundlichkeit – »Judas, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß?«. Auch nicht mit »Speichel, Schlägen, Strick und Banden«, Geiselung, Dornenkrönung und Kreuzestod kann man seiner habhaft werden. Am dritten Tag heißt es: »Er ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!«

Aber die Verfolgung hört nicht auf – und der bethlehemitische Kindermord hört auch nicht auf! Nur fällt man jetzt über seine Apostel und Jünger her. Wieder ist der Ruf zu hö­ren, aus dem Mund der Kirchenobersten der Schriftgelehrten und Pharisäer: »Gehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein …« Und man hat ihnen nachgespürt wie mit Spür­hunden. Saulus aus Tarsus war auch unter den Verfolgern, so Weit kann die Verblendung gehen: Saul im Herodesdienst! Die [226] Juden meinten wieder, wie dort in Bethlehem der Herodes mit der Ausrot­tung der Jünger müßten sie auch den Namen des Jesus von Nazareth ausrotten können. Aber wer will den Auferstandenen ermorden? Als Stephanus in seinem Todesprozeß vor de­nen stand, die Christus austilgen wollten, war sein Angesicht wie eines Engels, und er sah den Himmel offen und Ihn sitzen zur Rechten Gottes in Macht! Nein, sie kön­nen Seiner nicht hab­haft werden, auch nicht durch die Steini­gung seiner Zeugen.

Nach der Steinigung des Stephanus aber konnte man auch wieder die Engelsstimme hören: »Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und fliehe nach Ägypten.« Und viele Jünger Jesu sind in jenen Tagen hinausgeflohen aus Jerusalem, nach Samarien, nach Zypern, nach Damaskus usw., bis schließlich ums Jahr 70 die letzten Reste der Chri­stenge­meinde kurz vor der Zerstörung Jerusalems durch die Römer abgewandert sind.

Durch diese versprengten und zerstreuten Christenhäuflein und besonders auch durch die Missionstätigkeit des Apostels Paulus bildeten sich rasch übers ganze römische Reichsgebiet hin da und dort Christengemeinden. Auch sie hatten keine Ruhe. Alsbald konnte man wieder das Herodeswort aus dem Munde der römischen Kaiser hören: »Gehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein …« Und die Folge war, daß sich wie­derholt eine blutige Verfolgung des Kindleins von Bethlehem über das ganze römische Reich hinwälzte, die die oft noch schwa­chen, jungen Christengemeinden in Blut ersticken sollte. Zu Hunderten und Tausenden wur­den die Christen in den Tod getrieben, den wilden Tieren im Zirkus vorgeworfen oder auf andere grausame Weise ums Leben gebracht. Auch die rö­mischen Cäsaren dachten, auf diese Weise diesen Christus tödlich zu treffen und ihn dadurch mit auszurotten. Aber auch [227] die größ­te Grausamkeit kann dessen nicht habhaft werden, der sitzt zur Rechten Gottes! Mit Lob- und Dankliedern auf den Lippen haben die Christen ihren lebendigen, auferstande­nen Herrn Tau­senden im Zirkus zu Rom und anderorts ver­kündigt wie einst der erste Blutzeuge Stepha­nus vor dem Ho­hen Rat und dem Volk in Jerusalem, und unter ihm auch dem Saulus aus Tar­sus.

Aber wieder kam auch der Ruf des Engels an die Christen: »Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und fliehe …« Die Gemeinde und Kirche floh mit ihrem Jesus­kind wieder in die Stille in die Keller und Katakomben und beteten ihn dort an und priesen und lobten dort ihren erhöh­ten Herrn, der lebt und regiert und wiederkommt, um sein herrliches Reich aufzurichten. Darin blieben sie getrost: Unsern erhöhten Herrn kann keine Verfolgung, kein Tod treffen!

Danach kam eine ganz gefährliche Zeit. Auch mit den grausamsten Verfolgungen konnten die römischen Kaiser Christus nicht in ihre Gewalt bekommen. Aber da hieß es ei­nes Tages: »In diesem Zeichen wirst du siegen.« Und seit jenen Tagen des Kaisers Konstantin sind nun gar Kriegsfahnen und Kriege mit dem Kreuz Christi in unguter Weise verkoppelt. Seit jener Zeit haben nicht wenige Kaiser und Könige, Fürsten usw. mit dem Herrn Christus und seinem Kreuz ihre oft recht böse Politik getrieben. Diese Beschlagnahmung und Inan­spruchnahme des Christentums für die Politik hat seitdem durch die ganze weitere Geschichte der Kirche unsäglichen Schaden zugefügt. Die Staatsmänner und die Gewaltigen der Welt nahmen das Christentum bereitwillig in ihre Obhut, aber sie verfügten nun auch in ihrer Weise darüber nach eige­nem Gutdünken. Was Wunder, daß der Herr Christus mit sol­chem Christentum weithin gar nichts mehr zu tun hatte, ja, daß seit jener Zeit der echte, wahrhaftige Christus in sol-[228]chem verweltlichtem Christentum nicht selten »Im Namen Christi« verfolgt worden ist und wird.

Darnach folgt vielleicht die traurigste Zeit der Verfolgung des Jesus-Kindes. »Die Stellver­treter Jesu Christi auf Erden« auf dem Stuhl Petri treten das Erbe der römischen Kaiser an. Wieder wird aus dem Mund dieses oder jenes Kirchenfürsten, wie einstmals aus dem Munde der Schriftgelehrten und Pha­risäer der Herodesruf laut: »Gehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein …« und es ging eine schlimme blutige Hetzjagd an nach den kleinen, vorrefor­matorischen Kreisen in der alten Kirche, nach den Waldensern und Albigensern, die mit Recht nicht glauben wollten, daß das Kindlein aus der Krippe im Stall von Bethlehem geholt werden kann und in Prunkpalästen Einzug halten und in goldene Wiegen gelegt werden soll. Und die­se Verfolgungen hießen die Kirchenobe­ren gar noch Kreuzzüge. Da ist Christus geflohen vor solchen Kirchenoberen und da und dort bei armen, kleinen, nach dem wahren Christus su­chenden Häuflein eingekehrt und hat Herberge genommen. Aber gerade dorthin haben »Seine Stell­vertreter« ihm nachspüren und ihn verfolgen lassen. Aber auch sie konnten seiner nicht habhaft werden, und die wahre Kirche Jesu Christi ist nicht zugrunde gegangen, wenn auch die offizielle Kirche ihn nicht mehr beherbergt hat.

Da hat Gott in deutschen Landen einen Mönch nach hartem, schwerem Suchen wieder den Weg zur Krippe in dem Stall von Bethlehem finden lassen, daß er aufgejubelt hat: »Gelobet seist Du, Jesu Christ, daß Du Mensch geboren bist …« Und da hat man aufgehorcht in ganz Deutschland und weit über seine Grenzen hinaus, und manch einer hat wieder durch die lautere Verkündigung Dr. Martin Luthers den Weg in den Stall zu Bethlehem gefunden und hat froh und dankbar angebetet. [229]

Aber auch Herodes ließ nicht lange auf sich warten. Und wieder ging sein blutiges Suchen und Forschen nach dem Kindlein an, und auch der Engel ward wieder gehört: »Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und flie­he …« Und ganze Züge von Emigranten mußten sich aufmachen und kamen zu Tausenden und Abertausenden, beson­ders aus dem Österreichischen und aus Frankreich, und viele, viele sind diesem neuen, grausamen bethlehe­mitischen Kin­dermord zum Opfer gefallen.

Aber auch innerhalb der reformatorischen Kirche ist dem Kindlein von Bethlehem die Verfol­gung nicht erspart geblie­ben. Auch hier hat mancher Fürst Politik damit gemacht, und man hat ihn dann vielfach umgefälscht später, ihn auch nach den angeblichen, wissenschaftlichen, un­umstößlichen Er­kenntnissen ummodeln und umfaconieren und ihn gesell­schaftsfähig machen wollen. Es begann gerade in der evange­lischen Kirche eine ganz neue Art der Verfolgung. Die ratio, die Menschenvernunft, saß allerorts auf dem hohen Thron und stand auch auf den Pulten der Universitäten und auf den Kanzeln der Kirche. Mit dem Verstand sollte er sich messen lassen, der einige Gottessohn, geboren von der Jungfrau Ma­ria, und sollte sich aus seiner Krippe heraus in das kleine Ge­hirnkästchen der Vernunftchristen zwingen lassen. Das ist wohl die größte Schuld des 18. und 19. Jahrhunderts. Der Herr Christus mußte aus den mei­sten Hörsälen der Universi­täten und sogar von den meisten Kanzeln aus den Kirchen fliehen und zog sich zurück, besonders zu den sogenannten Stillen im Lande. Wohl hat man noch im­mer viel um ihn her­umgeredet, aber das war der tote Gedanken- und Vernunftchristus, der wahre Bethlehem-Christus wurde selten lauter und rein gepredigt. Da ging auch ein böses Morden durch die Lande, ein unblutiger bethlehemitischer Kindermord, aber [230] deshalb nicht weniger grausam, der viele, viele Opfer forder­te.

Und das schmerzlichste war, daß er von der Kirche selbst betrieben wurde und sie es gar nicht wußte, was sie tat. Viele, viele sind verschmachtet, weil sie Steine statt das Brot des Le­bens bekommen haben. Das Sterben, das damals durch den Vernunftglauben anfing, hat nicht auf­gehört bis in unsere Tage und läuft wie ein Gericht bis zur Stunde durch unser Volk. Es ist an der Zeit, daß wir, die Kirche der Reformation, uns ernstlich darüber besinnen, Buße tun, ein­kehren, umkeh­ren zur Krippe nach Bethlehem. Oder wollen wir nicht sehen, was sich im Osten, in Rußland vollzieht? Ein solches Gericht, wie es sich dort über die Kirche entladen hat und noch ent­lädt, kommt nicht von ungefähr. Die Kirche Rußlands von Zars Gnaden mit ihrer Popen- d. h. Pfaffenwirtschaft hatte aufs Ganze gesehen wenig oder nichts mehr zu tun mit der Kirche Jesu Christi. Die Kirche wurde mehr oder weniger nur noch als Mittel zum Zweck nach ihrer Rentierlichkeit für Staat und Politik angesehen und gebraucht. Die Verkün­digung geschah nicht im Geist und in der Wahrheit. Die Kirche war nicht der Schutz und Hort, die Zuflucht für die Mühseligen und Beladenen, die Bedrückten und Ausgesogenen. Sie war unheilvoll verkoppelt mit dem despotischen Zarismus und ein gefügiges Instrument des Staates und der Politik, mit einem Wort eine morsche, faule Staatskirche, reif für das unheim­li­che Gericht, das sich in ihr vollzog und gleichzeitig an dem Staat, der glaubte, die Kirche Jesu Christi mißbrauchen zu können zu seinen Zwecken.

Oh, daß wir dieses Gericht sehen und verstehen wollten! Das dumme Salz wird dort auf die Straßen geworfen und zer­treten. Es ist Zeit, daß das Gericht anhebe am Hause Gottes! Denn auch bei uns kommen all die bösen Dinge, die wir da [231] und dort in der Kirchenfrage be­obachten, nicht von ungefähr. Es wurde weithin ein falscher Christus gepredigt, der gesell­schaftsfähige, der der Naturwissenschaft genehme, der Ver­nunft- und bloße Gedankenchri­stus, der mit der Politik ver­koppelte Christus. Allem wollte man Christus anpassen. Ganz abtun, das wollte man zunächst wenigstens nicht; er gehörte nun einmal zum guten Ton. Aber er hat sich nicht angepaßt und ummodeln lassen. Er hat sich zurückgezogen. Wo man ihn nicht haben will, wie er ist, in der Knechtsgestalt, das ohnmächtige Kind von Bethlehem, des­sen Reich nun eben nicht von dieser Welt ist, da bleibt er draußen. Aber die Welt will den wahren Christus nicht haben, der aller Un­wahrheit und Lüge, aller Sünde den Kampf ansagt: »Ich bin gekommen, daß ich für die Wahrheit zeuge.« Aber gerade die­ser Christus, der scheinbar ohnmächtige, wie er vor Pilatus steht, der ists, der in der Vollmacht Gottes steht. Und dieser Christus ist nicht auszurotten. Dieser Christus, der nicht weicht von dem Wahr­heitszeugnis, das der Vater ihm aufge­tragen hat, der kann zwar ans Kreuz geschlagen werden, aber er steht am dritten Tag wieder auf. Alle selbstgemachten, pa­pierenen Scheinchristusse, die sterben und verderben und ihre Anbeter mit! Das könnte uns Menschen von heute Ruß­land lehren. Aber der wahre Christus lebt, und keine Verfolgung, kein Tod kann ihn töten, das kann, wers sehen will, verfolgen durch die ganze Kirchengeschichte hindurch, wiederum in der Gegenwart auch an Rußland.

Nun fragt sich jeder: »Welchen Christus beherberge ich?!« Hat der wahre Bethlehemchristus, den man von Herodes an verfolgt, einen Unterschlupf in deinem Herzen, oder mußte er aus diesem Herzen längst fliehen und beherbergst du den gefälschten, den zeitförmigen? Und wa­rum tust du das? – Willst du nichts von der Anfeindung und Verfolgung auf dich [232] neh­men? – Das sollst du wissen: In Not und Tod, in Angst und Gericht hält nur der Christus stand, den das lautere Wort Gottes dir verkündigt.

Als Gymnasiast hab ich einmal in Nürnberg eine Kunst­ausstellung von Rudolf Schiestl be­sucht. Plötzlich stand ich vor dem Bild: »Die Flucht nach Ägypten«. Der Künstler hatte sie ganz in die fränkische Landschaft hinein gestellt. An dem Hang im Hintergrund Schneeflo­cken des scheidenden Win­ters, Maria und Josef in fränkischer Tracht. Lange hab ich das Bild betrachtet, und es hat mich immer mehr angeheimelt, weil alles so fränkisch war. Dann auf einmal bin ich erschrocken: »Flucht nach Ägypten aus Franken hinaus?« – Ja, das kann es geben, Flucht des Jesus-Kindes aus Franken heraus, Flucht des Jesus-Kindes aus Schwaben heraus, Flucht des Je­sus-Kindes aus Deutschland heraus. »Er kam in sein Eigen­tum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf!« – Ich kann das Bild nicht vergessen!

Wie müssen sich die Weisen gefreut haben, daß sie in Jeru­salem so freundlich und dienst­bereit aufgenommen worden sind, und daß Herodes selber den neugebornen König anbeten will. Hocherfreut haben sie sicher auch der Maria und dem Jo­sef davon erzählt, daß sogar der Herodes herauskommen will und sich vor dem Kindlein anbetend beugen, und die Beiden werden sich in ihrer Freude gar nicht genug haben wundern können: Soll das wirklich sein dürfen, daß auch die Gewalti­gen und Großen dieser Welt ihre Knie beugen vor dem Welt­heiland in der Krippe?! Ihr Herz war voll dankbarer Freude! – Da hat Gott ihnen allen die Augen aufgetan und hat den Ne­bel zerrissen, und da stehen sie erschrocken vor diesem Ab­grund der frommen Lüge. Was ist ihnen in diesem Augenblick alles zerbrochen! Hätte Gott ihnen nicht die Augen aufgetan, sie selber hätten dies böse Spiel noch lange nicht durch­schaut. [233] Oh, wie hätten sie solches von Menschen glauben wollen und können? Herodes kann sagen: »Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihrs findet, so sagt mirs wie­der, daß ich auch komme und es anbete« und kann so tun als ginge es ihm im Ernst darum, dem Jesus-Kind die gebühren­de Ehre und Anbetung zu erzeigen – und doch ist er der Hero­des. Jetzt können die Weisen nimmer zu ihm zurück, dürfen nimmer zurück, sonst täten sie Henkersdienste. Gott verbie­tet es ihnen: »Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht wieder sollten zu Herodes wenden.«

Wie haben wir uns 1933 alle gefreut, als damals die SA ge­schlossen in die Kirchen marschier­te. Ihr wißt es alle so gut wie ich. Und wir haben gemeint, vielleicht bricht jetzt doch eine Zeit an, in der wieder dem Jesus-Kind die rechte Anbe­tung und Ehrung zuteil wird. Und heute?

Und nun, liebe Gemeinde, wäre dies alles ja zu ertragen. Es passiert manches in der Welt. Aber es geht hier ja nicht um irgend einen. Es handelt sich ja um den, den Gott uns gesetzt hat zum Heiland der Welt! Und deshalb wird alles so un­heimlich ernst und wichtig! Wer ihm nach dem Leben trach­tet, bezahlt es mit dem Tod! – »Sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben trachten«, heißt es hier. Und hinter diesem »sie sind gestorben« steckt der ewige Tod! »Denn es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Him­mel den Menschen gegeben, darinnen wir sollen se­lig werden!« Und darum ist es so ein un­säglicher Jammer, wenn man besonders den Kindern und der jungen Generation den Heiland entfremden und aus dem Herzen reißen will. Wir haben für diese Not und diesen Jammer nur deshalb vielfach keine Augen, weil es ein unblutiger, bethlehemitischer Kinder­mord ist, der sich hier vollzieht. Es müßte so sein, daß wir es sehen könnten, etwa wie bei einer Seuche, die die Kinder [234] befällt. Es müßten Leichenwägen fahren für die, denen Chri­stus aus dem Herzen gerissen worden ist, für die Opfer dieses unblutigen bethlehemitischen Kindermordes, dann würde uns die Haut schauern! Aber weil es äußerlich nicht sichtbar ist, kümmern sich die allermeisten nichts darum oder sie wol­len nichts davon sehen und hören und stecken den Kopf in den Sand. Ihr dürft mirs glauben, es ist kein Vergnügen, im­mer wieder auf diese Not hinzu­weisen, noch dazu, wo einen viele nicht verstehen, oder nicht verstehen wollen. Aber sollen wir Pfarrer etwa die Not allein tragend Es geht die ganze Ge­meinde, es geht die ganze Kirche, es geht jeden Getauften an! Ihr alle seid mit verantwortlich, daß unserem Volk, daß unse­ren Kindern das Evangelium erhalten bleibt.

Ein grelles Licht darauf, wie es um die Jugenderziehung bestellt ist, und in welche Gewissens-Konflikte und -Ent­scheidungen die Jugend hineingetrieben wird, für die die we­nigsten reif und denen sie deshalb auch nicht gewachsen sind, wirft die Erklärung der Untergauführerin Königsbauer im Hochlandlager 1937. Sie sagt etwa: »Ich weiß, daß ihr alle mit mir einig geht in der Ablehnung des politischen Katholi­zismus. Darum allein geht es aber heute nicht mehr, es geht um die Ausrottung des Christentums überhaupt. Es müssen klare Fronten geschaffen werden zwischen Christentum und Nationalsozialismus. Dem Volk kann man damit noch nicht kommen, aber ich muß unter meinen Führerinnen Klarheit haben. Ihr habt euch zu ent­scheiden: Hie NS-Weltanschauung – hie christliche Weltanschauung. Wer sich fürs Christen­tum entscheidet, ist ein Verräter!« – Einige wenige haben sich für Christus entschieden und sind darauf mit Schimpf fortge­schickt worden. Vielleicht begreift ihr jetzt, daß einer, der um solches verstecktes antichristliches Treiben auch aus anderen Tatsachen weiß, einfach nicht zu schweigen wagt, und daß ich [235] warnen muß, solange ich nur kann, schon um meiner Schul­kin­der und besonders um meiner Konfirmanden willen (…), und ich rufe auch euch Eltern zur Verantwortung für eure Kinder.

Ich habe, wie ihr wißt, hier in Senden und auch in Wei­ßenhorn dann und wann redlich und frei öffentlich von all diesen Nöten geredet. Ich habe es auch aus dem Grund mit gutem Gewissen getan, weil ich mich in diesen Fragen wie­derholt ebenso offen an die zuständigen Stellen in Staat und Partei bis zum Herrn Reichskanzler gewendet habe.

Nun ist mir mit Wirkung vom 1. Januar 1939 die Unter­richtserlaubnis auf Grund einer Predigt in Weißenhorn entzo­gen worden, mit der Begründung, ich sei ein unverbesserli­cher, gehäs­siger Gegner von Partei und Staat. Ich habe mich darauf wieder an die zuständigen Stellen gewandt und er­klärt, daß durch noch so häufige Wiederholung solcher Be­hauptungen nicht der Beweis dafür geliefert sei. Ich habe auch die Frage gestellt, ob das, was ich gesagt habe, nicht den Tat­sachen entspreche, und festgestellt, wenn schon ein solch un­geheuerlicher Vor­wurf mit Recht erhoben werde, müßte es doch eine Kleinigkeit sein, ihn in einem ordentlichen Ge­richtsverfahren zu erhärten und zu beweisen. Aus diesem Grund also, dem Gottesdienst in Weißenhorn, ist mir der Un­terricht entzogen. Die Nichterbringung des Ariernachweises kam dann hinterher dazu. Warum habe ich nun den Ariernachweis als sogenannter, staatlicher Religionslehrer nicht er­bracht! Meine Namensträger – Steinbauer – waren seit Jahr­hunderten, was ihr Name sagt, Bauern im Fränkischen. Ich sollte mir im vorliegenden Fall das Recht zur Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus alten und neuen Testa­ments erwerben durch Erbringung des Ariernachweises. Das ist mir als Christ und ordinierter Prediger Jesu Christi unmög-[236]lich. Nach diesem Rassegesetz wäre der Herr Christus unfä­hig und untüchtig, seine eigene Botschaft zu verkündigen, und dürfte keine Schule betreten und eben­so auch seine Apo­stel; denn sie waren dem Fleische, der Rasse nach Juden. Muß der Herr Christus mit seiner Botschaft vor der Schultüre stehen bleiben und seine Apostel, so will ich mit ihnen vor der Türe stehen. Vom Herrn Christus heißt es: »Er schämte sich nicht, unser Bruder zu heißen.« Er, der nach dem Fleisch Jude war, hat sich meiner nicht geschämt, son­dern ist unser einer geworden, hat sich zu mir gesetzt wie zum Zöllner und Sünder und gibt mir ganze Gemeinschaft im heiligen Abend­mahl. Und nun soll ich im Schulzimmer den ver­kündigen, der nach diesen Rassegesetzen ein solches Schulzimmer nicht einmal betreten darf. Er steht vor der Tür. Mir ist das Wort: »Das Wort ward Fleisch« zu wichtig und ich habe es im praktischen, täglichen Leben zu nötig als daß ich es so »ver­geistigen« und verleugnen könnte. »Ich glaube an den Heili­gen Geist … die Gemeinschaft der Heiligen.« Auch diesen Glaubensartikel verstehe ich viel zu sehr von dem Worte her: »Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns« und deshalb ganz körperlich und handfest. Ich kann mich, wenn ich mich durch den Ariernachweis für das Amt der Verkündigung tren­ne von dem, der Jude war, als er Fleisch geworden ist, des Wortes: »Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende« nicht wirklich getrosten. Es ist mir aus diesen Gründen ein­fach nicht möglich, mich in meiner Exi­stenz als Christ und ordinierter Prediger unter ein Gesetz des Staates zu stellen, das die Ver­kündigung des Evangeliums und damit die Gemeinschaft der Heiligen vom arischen Blut ab­hängig machen will und den Heiligen Geist und die Gemeinschaft der Heiligen verleugnet. Ich weiß gut, daß mich gerade dar­in nur wenige verstehen, weil nur ganz wenige sich dar-[237]über überhaupt Gedanken gemacht haben. Aber ich sehe die Forderung dieses Nachwei­ses nicht als etwas Einzelnes, son­dern kann sie nur sehen im großen Zusammenhang und nur als weiteren Schritt zu der planmäßigen Einkreisung und Umklammerung der freien Verkün­digung der Christusbotschaft, die auch an anderen Punkten deutlich zu erkennen ist, z. B. die Verdrängung des alten Testaments aus dem Unter­richt usw. Es erweist sich für mich an sol­chem Tun auch, daß der heutige Staat sich nicht mehr überwunden weiß von der biblischen Botschaft und sich darunter beugt, sondern daß er umgekehrt der Kirche Jesu Christi mehr und mehr sein ihr fremdes und sie fesselndes Gesetz aufzwingen will, was die Kirche nicht zugeben kann, wenn sie bleiben will, was sie sein soll: Kirche Jesu Christi. – Wenn etwa beim Einrücken zum Militär der Ariernachweis verlangt wird, werde ich ihn selbstverständlich vor­legen, aber nicht dazu, mir als ordinier­ter Prediger Jesu Christi dadurch das Recht zur Verkün­digung zu erwerben.

Ich weiß gut, daß ich auch nur ein Mensch bin und mich irren kann, und ich bin jederzeit of­fen dafür, mir vom Wort Gottes her und aufs Wort Gottes hin etwas sagen und mich binden und lösen zu lassen. Aber ich kann mich nicht durch unbiblische Gründe binden und lösen las­sen in meinem Ge­wissen, das sich nur durch das Wort Gottes binden lassen will und darf.

Einen einsamen Weg sucht man sich nicht selber. Solange ich aber dabei ein frohes Gewissen habe und Glaubensfreu­digkeit, will ich den beschrittenen Weg mit Gottes Hilfe ruhig weiter­gehen. Es mag wohl sein, daß in der Zukunft die ganze Gemeinde und Kirche mehr und mehr einen einsamen Weg zu gehen hat. Wenn wir den Weg nur mit Christus gehen, dann ist der einsamste Weg nicht einsam. Wenn aber Chri-[238]stus aus unserm Herzen fliehen muß, dann wird’s einsam, und wenn wir mitten im großen Haufen stehen.

»Die Flucht nach Ägypten« und daneben herlaufend der »bethlehemitische Kindermord« bis zum unblutigen bethlehemitischen Kindermord unserer Tage wurde uns durch die Herodesge­schichte vor Augen gestellt. Bei all dem Schweren, Furchtbaren und Grausamen, was dabei vor unsere Augen trat, haben wir gar keinen Grund, in Traurigkeit stehen zu bleiben. Wohl, wir wollen offen den Ernst der Verantwortung sehen und nicht den Kopf in den Sand stecken und wollen all dies bei uns im Herzen bewegen, damit ein jeder an seinem Platz sein Amt als einer, der Christus angehört und ihn zu verkündigen hat, redlich und fröhlich ausrichte. Dabei soll dies vor uns groß dastehen: Christus erweist sich durch die ganzen Jahrhunderte als der Lebendige, dem keine List und keine Gewalt beikommen kann, und der sitzt zur Rechten Gottes und unantastbar ist und der bei uns ist alle Tage, in al­ler Anfechtung, Not, Trübsal, Angst, Verfolgung bis an der Welt Ende. Herodes stirbt, Christus lebt. Wir haben auch heu­te Grund genug dankbar zu jubeln: »Wie bin ich doch so herz­lich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis; des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm du schöne Freudensonne (sic!), bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen.« Amen.

Gehalten am Sonntag, 8. Januar1939 in der Auferstehungskirche in Senden/Iller.

Quelle: „Ich glaube, darum rede ich!“ Karl Steinbauer: Texte und Predigten im Widerstand, hrsg. v. Johannes Rehm, Tübingen: Theologischer Verlag Tübingen, 22001, S. 223-238.

Hier die Predigt als pdf.

1 Kommentar

  1. Es ist faszinierend, beeindrucken aber auch bedrückend von den wenigen Tapferen zu lesen, die widerstanden. Die in einer Ideologie oder Religion fest verankerten taten sich dabei noch vergleichsweise leicht, und selbst da waren es die Wenigsten. Mich schaudert es jedesmal, wenn ich das „…und ganz bestimmt an jedem neuen Tag“ höre, wo er doch wußte, dass es sein letzter Tag im Menschenleben war. Mehr als die abgrundtiefe Gemeinheit und Feigheit ihrer Gegner mich verständnislos zurückläßt muß ich mich aber fragen: wie konnten sie nur? Wo nahmen sie denn den Mut und auch die Gewißheit her? Nicht die Gewißheit irgendwelcher Folgen, sondern die Gewißheit, Recht zu haben, für das Richtige einzustehen, wo alle Welt, selbst ihre Glaubensbrüder sie beredeten, nachzulassen?
    Schön, Herodes konnte seinerzeit aus historischen Gründen gar nicht den berühmten Kindermord begehen – aber das macht die tatsächlichen Gräueltaten ja nicht geringer, gerade die nach wie vor vielfach geleugneten hier im Land. Und ich denke, dass so gut wie jede deutsche Familie beides in ihrer Vorfahrenreihe hat, Zweifler und Grantler und Widerständler ebenso wie Mitläufer, Willfährige und sogar überzeugte Übeltäter, die (auch heute heißt es ja wieder „Gutmensch“ als Schimpfwort – Bösmensch ist also i.O.!) Gewalt und Mord einfach nur richtig fanden. Und nicht immer waren die schwankenden Schilfrohre im Winde – das ist etwas anderes, als das Wetterfähnchen, das sich im politischen Sinne dorthin ausrichtet, wohin der Wind seiner Meinung nach zu blasen gedenkt – die schlechteren Menschen. Grübler, die Argumente wogen und sich hamlethaft nicht zur Tat und klaren Stellungnahme aufraffen konnten und somit natürlich für alle auf der falschen Seite standen. Ich gestehe, dass ich wahrscheinlich einer von diesen gewesen wäre! Dabei rede ich natürlich nicht vom alljährlich gefeierten halbherzigen Widerstand der Militärs, die erst auf diese Idee kamen, als man so richtig schön am verlieren war. Sondern immer nur von dem der Zivilisten, Arbeiter, Studenten und, auch wenn ich sie hier nicht in dem Sinne als Zivilisten ansprechen würde, Pfarrer.

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