Christoph Blumhardts Auslegung des Aaronitischen Segens (4. Mose 6,24-26): „Die Freundlichkeit Gottes ist wie die Sonne, die leuchtet, dass der Same aufgeht.“

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Image by winterseitler from Pixabay

Über den Aaronitischen Segen

Von Christoph Blumhardt

Der Herr segne dich, und behüte dich! Der Herr lasse sein An­gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig! Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden! (4. Mose 6,24-26.)

Dieser Segen Moses ist bis auf den heutigen Tag gekommen. Mose hat tief erfahren, dass nur der Segen Gottes den Men­schen wirklich glücklich macht und nur der Segen Gottes Gutes schafft. Und noch heute sagen die Menschen: „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ Was eigentlich der Segen ist, wissen wir nicht. Er umgibt uns wie eine gute Luft und tut uns wohl wie ein schöner Sommertag. Aber er hat eine Kraft; das spüren wir; er legt sich in alles hinein. Der Segen geht mit uns, wenn wir etwas arbeiten, und besonders, wenn wir etwas Gutes tun, leuchtet der Segen über uns. Der Segen kommt vom Angesichte Gottes. Die Freundlichkeit Gottes ist wie die Sonne, die leuchtet, dass der Same aufgeht. Jeder Mensch muss denken: In mir ist ein Same des Guten und Schönen, und es kommt nur darauf an, dass der Segen drüber kommt und der Same aufgehen kann. Ein großes Hindernis für den guten Samen in uns ist die sün­dige Menschheit, die uns umgibt. Die Menschen lassen oft auch ihr Angesicht über uns leuchten,- aber das ist wie eine finstre Wolke um uns,- und wir fragen dann nicht: Was wächst in mir zu Gott empor?, sondern: Was sagen die Leute? Was gefällt den Leuten? Es ist immer ein Kampf zwischen Gutem und Ungutem, zwischen Segen und Unsegen. Es gibt Leute, denen gar nichts geraten will. Sie denken eben nicht an den Segen Gottes und an den Samen, der in ihnen liegt und nur durch den Segen aufgehen kann. Wenn du Segen hast, kannst du auch ein Segen werden für deinen Umkreis; wo du dienst und wo du herrschst, da wird alles im Umkreis wohllautend. So gibt es Gnade und Frieden. Wenn der Segen kommt, dürfen wir denken: Gott ist mir gnädig; und wenn wir Frieden spüren, dürfen wir denken: Gott hat sein Angesicht über mich erhoben.

Vater im Himmel, wir danken dir für den Segen, den du auf Erden kund werden lassest. Lass ihn bei uns wohnen und gehe mit uns mit deinem Segen in allem, was wir tun, damit im gan­zen Umkreis, wo wir leben, ein Segen gespürt wird, innerlich und äußerlich, damit wir inner­lich den Frieden spü­ren und Gnade bekommen in allem unserem Wesen. Sei mit uns, und lass das Geheimnis deines Segens recht stark werden zu deiner Ehre auf Erden. Wir preisen dich für alles, womit du uns bis jetzt gesegnet hast im Leiblichen und Geistigen. Gelobt sei dein Name ewiglich! Amen.

Hier der Text als pdf.

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