Wie ein Taschenmesser uns den christlichen Glauben vorstellt (Besinnung zur Konfirmationspredigt)

Taschenmesser offen

Wer unterwegs ist, kann nicht für alle Fälle alles Mögliche mitnehmen. Dazu dient ein Taschenmesser: mit leichtem Gepäck möglichst viele Situationen meistern können. Wo Dinge konzentriert unter die Lupe genommen werden, gewinnt man einen tieferen Einblick. Was oberflächlich betrachtet als unpassend erscheinen mag, zeigt mitunter doch sein Gutes.

Mit der Pinzette sucht man etwas in den Griff zu kriegen, um es zu entfernen. Manches Wort geht unter die Haut, bleibt in der Seele ungut stecken. Und doch mahnt uns Jesus: „Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge! Dann hast du den Blick frei, um den Splitter aus dem Auge deines Gegenübers zu ziehen.“ (Mt 7,5) Mitunter heißt es zuerst das zu entfernen, was meinen Blick für den anderen verstellt.

Mit einer Ahle lassen sich Löcher stechen, bohren oder weiten. So werden Materialien miteinander verbunden. Gut wenn wir haltbare Verbindungen zueinander finden. „Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen. […] Einer kann leicht überwältigt werden, doch zwei sind dem Angriff gewachsen. Man sagt ja auch: »Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell!«“ (Prediger 4,9.12)

Mit dem Dosenöffner lassen sich Konservendosen für den eigenen Verzehr öffnen. Nicht alles lässt sich im Leben selbst erarbeiten. So heißt es in Psalm 36: „Wie kostbar ist doch deine Güte. Zu dir kommen die Menschenkinder. […] Von den Gaben deines Hauses essen sie sich satt.“ (VV 8f) Gottes Güte will im Glauben für das eigene Leben erschlossen werden.

Mit der Klinge lassen sich Materialen schneiden oder trennen. Mitunter heißt es messerscharf zu unterscheiden, was gut und was schlecht ist, was uns auf dem Lebensweg weiterbringt und was uns in eine Sackgasse führt. Dazu will der eigene Verstand immer wieder neu an Gottes Wort geschärft sein. Es ist keine tote Vorschrift, sondern Lebenswort, in das sich der dreieinige Gott mit dem Geheimnis des Sterbens und der Auferstehung seines Sohnes selbst hineingelegt hat: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ (Joh 14,19)

Schließlich findet sich auf dem Taschenmesser das Zeichen des Kreuzes in einem Schild gefasst. Es erinnert uns, was für unsere Lebensweg vorgesehen ist: „Wir wollen mit Ausdauer laufen in dem Wettlauf, der noch vor uns liegt, und hinschauen auf den, der unserem Glauben vorangeht und ihn vollendet, auf Jesus, der im Blick auf die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldet, die Schande gering geachtet und sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.“ (Hebr 12,1f)

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