„Mir geschehe, wie du gesagt hast“ – Was Himmelswesen uns Erdlingen zu sagen haben

Meister von Seitenstetten – Mariä Verkündigung (um 1490)

„Send Me an Angel“ sangen die Scorpions 1990: „Hier bin ich; wirst du mir einen Engel schicken? Hier bin ich – im Land des Morgensterns!“ Engel haben bei uns einen guten Klang, versprechen sie doch göttliche Nähe und Zuwendung. Das wollen wir für uns und unsere Kinder– Schutz und Bewahrung, Ermutigung und Ermächtigung. Wer göttliche Kräfte auf seiner Seite weiß, dem scheint es nicht an Selbstbewusstsein zu mangeln. So fahren denn auch die Scorpions gesanglich fort: „Finde die Tür zum versprochenen Land / Glaube nur an dich selbst / Höre auf die Stimme tief in dir / Es sind die Rufe deines Herzens.“

Ganz anders zeigt der Gottesbote Gabriel der Jungfrau Maria in Nazareth: „Fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden.“ Gottes Wort füllt den eigenen Leib, bringt sich als König zur Welt. „Wie soll das zugehen?“ Einwand einer sichtlich überforderten Frau. Der Engel fährt fort: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten […] denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.“ Daraufhin spricht Maria die entscheidenden Worte ihres Lebens: „Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast.“

Nicht die Botschaften, die unseren eigenen Lebenswünschen entsprechen, gelten auf Ewigkeit. Es sind vielmehr diejenigen, in die sich Gott selbst hineinlegt. So kehrt sich Maria in ihrem Lobgesang Gott zu: „Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilands.“ Martin Luther weiß diese Worte zu würdigen: „Dieser Satz sprudelt hervor aus innerster Betroffenheit und überschwänglicher Freude, die sie in ihrer Seele ergriffen haben. Darum sagt sie: ‚Meine Seele erhebt Gott…‘, als wollte sie sagen: Mein Leben und alle meine Sinne schweben in Gottes Liebe, Lob und Freude, und das so sehr, daß ich mehr erhoben werde, als daß ich mich selber zu Gottes Lob erhöbe.“

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