Martin Boos’ Grundsätze: „Ich bin durch Gottes Gnade und durch seltene Dinge geneigt gemacht worden zu glauben“

Martin Boos

In der Zeitschrift „Der Menschenfreund“ wurde 1827 nach Martin Boos’ Tode neben einer Osterpredigt auch eine Thesenreihe abgedruckt, die seine eigenen Glaubensüberzeugungen wiedergeben:

Grundsätze

Von Martin Boos

Ich bin durch Gottes Gnade und durch seltene Dinge geneigt gemacht worden zu glauben:

1. Daß Christus für uns unsere vor Gott geltende Gerechtigkeit sei. Luk. 24,46.47. Joh. 3, 14-16; 11,50.51. Hebr. 9,13.14. Röm. 3,24.28. Gal. 5,4. Phil. 3,7. Röm. 9,11.12. – „Ich hätte verzweifeln müssen wegen meiner vielen Sünden und unzählbaren Versäumniße, wenn nicht dein Wort, o Herr! Fleisch geworden wäre, und unter uns gewohnt hätte. Aber jetzt getraute ich mir nicht mehr zu zweifeln, geschweige zu verzweifeln. Denn nachdem wir, da wir noch Feinde waren, mit Gott versöhnt sind durch den Tod seines Sohnes; um wie viel mehr werden wir, die wir nun versöhnt sind, selig werden durch Ihn? Ich setze aber alle meine Hoffnung und meine ganze Zuversicht mit voller Gewißheit auf sein kostbares Blut, welches für uns und zu unserm Heile vergossen ist. Durch dasselbe lebe ich auf, und im Vertrauen darauf sehne ich mich zu dir zu kommen, nicht mit meiner Gerechtigkeit, sondern mit der Gerechtigkeit, die von dem Sohne, unserm Herrn Jesu Christo kommt.” S. Augustin. Medit. c. 14.

2. Daß Christus in uns, den Willen des Vaters erfüllend, unsere Heiligung und völlige Recht­fertigung sey. Luk. 17,21. Joh. 14,23. Gal. 2,10. 1. Kor. 1,30; 15,10. Eph. 3,17. Röm. 8,9-11. 2 Kor. 6,16. 1. Joh. 3,7.24. 4,18. 1. Kor. 13,5. Christus für und in uns ist auch mit uns, und hilft uns den Willen Gottes erfüllen. Christus für und in uns ist das Fundament, der Grund, der gelegt werden muß. 1. Kor. 3,11. Darauf müssen aber gute Werke gebauet werden, Gold, Sil­ber und Edelsteine, nicht Holz, Heu, Stroh und Stoppeln. Viele bauen Gold darauf, ehe sie das Fundament gelegt haben. Da versinkt alles. Sie predigen den Glaubensgehorsam einseitig, und von der Glaubensgerechtigkeit von 100 für 1 nichts oder zu wenig, und so kommen die Bes­sern in Angst und Noth. Sie haben das Wollen, aber das Vollbringen können sie nicht finden.

3. Daß man zu diesem Christo für uns und in uns nur durch Buße und Glauben kommen kön­ne. Mark. 1,15; 2,5; Joh. 3,16.36.50; Apostelg. 20,21.

4. Daß Christus heute wie ehemals vom heiligen Geiste empfangen werden könne und müsse, wenn Er eine Gestalt in uns gewinnen soll. Joh. 1,12.13; 3,3.5.6.

5. Daß Christus nur von einer demüthigen, vernichtigten und jungfräulichen Marienseele empfangen werden könne. Luk. 1,27.38.48. Joh. 7,14.

6. Daß ein solches jungfräuliches Gemüth Christum lange Zeit soll in seinem Herzen tragen und zu, erst nur in sich müsse eine Gestalt gewinnen lassen. Luk. 24,2.51.

7. Daß so eine Christum in sich habende Seele sich selbst und andern sehr befremdend und ärgerlich vorkomme. Matth. 1,19.

8. Daß der ausgebildete Christus zuletzt von so einer Seele geboren d. i. auch andern mitge­theilt werden könne, d. h. der todte, schlafende Glaube an Christum für und in uns kann durch einen, in dem Christus allmählig eine Gestalt gewonnen, zum Leben erweckt werden. Joh. 1,41.45; 4,28 29.39. wird ja auch der heil. Geist mittelbar mitgetheilt.

9. Daß der der sich andern durch so eine Seele mittheilen wollende Christus nirgends eine Herberge finde, als in einem armen Stalle, d. i. bei armen, einfältigen und demüthigen Seelen. Luk. 2,7; 9,53. Mark. 10,15.

10. Daß die Schriftgelehrten und Pharisäer Christum am wenigsten ins Herz lassen. Die einen ärgern sich, die andern haltens für Thorheit.

11. Daß Christus hie und da geboren, nur von einfältigen und gutmüthigen Hirtenseelen erkannt, angebetet, und von ehrlichen Weisen besucht und verehrt werde. Luk. 2,10. Matth. 2,1.

12. Daß über die Geburt Christi eine große Freude bei denen entstehe, die eines guten Willens sind, Ihn erkennen und lieb haben. Joh. 4,36; Luk. 2,10.20. Matth. 2,10.

13. Daß gleich darauf die Beschneidung, d. i. die Abthuung und Ertödtung der sinnlichen Lüste des alten Menschen erfolge bei solchen, denen Er ist mitgetheilt worden.

14. Daß bald darauf Herodes komme, d. i. ein Kreuz, eine Verfolgung, die den neugebornen Christus d. i. den lebendigen Glauben an Ihn in der Krippe zu erwürgen droht. Matth. 2,3; Apostg. 9,23.

15. Daß zur Zeit der Trübsal viele von denen, die geglaubt haben, wieder abfallen. Luk. 8,11.

16. Daß die Gläubigen in dieser Zeit von innen und außen sehr gequälet und zersprenget wer­den. Ap. 6,1; Luk. 12,30.51.52; Mark. 14,37.

17. Daß Christus heute noch in seinen schwachen Gliedern lehre, tröste, gebe, und wenigstens am innern Menschen Zeichen und Wunder thue. Mark 16,17.20.

18. Daß Christus heute noch auf seine Weise in seinen Gliedern mißkannt, verachtet, gefan­gen genommen, vor den Richterstuhl geschleppt, verdammt, gegeißelt, gefrönet, gekreuziget, getödtet und begraben werde – leiblich und geistlich. Mark. 10,29; 13,8.9.12.

19. Daß Christus heute noch in seinen Gliedern auferstehe, den Seinigen neulebendig erschei­ne, ihnen die Frucht seines Todes, den innern Frieden bringe und in seiner Weise gen Himmel fahre.

20. Daß Christus den heil. Geist den Seinen verspreche, sie darum beten heiße, und Ihn in Gestalt feuriger Zungen sende, und Hauser und Menschen damit erfülle.

21. Daß Er Seinen heil. Geist theils mittelbar theils unmittelbar seinen Gläubigen mittheile. Ap. 2,3- 8.17; 19,6. Luk. 1,41.

Röm.1,11. Der Herr nahm den Geist, der in Moses war, und legte solchen in die 70 Männer, und solche prophezeiten. 4. Mos. 11,25.

Wer nimmer in Eigenheit steht, läßt sich alles Orte ohne Widerstand nehmen, das ihm Gott gegeben hat, und freuet sich, daß Gott allen andern da, von mittheile, weil er nicht seine eigene Ehre, sondern. allein die Ehre und Verherrlichung Gottes sucht.

Josua sprach zu Moses: Mein Herr, wehre ihnen zu prophezeien. Moses antwortete: Warum bist du für mich eifersüchtig? Wollte Gott, daß alles Volk prophezeite, und der Herr ihnen seinen Geist gäbe! Wer wie Moses vernichtiget ist, der gibt um Gottes und der Seelen willen gern alles dahin, und spricht: Warum ist man um unsertwillen eifersüchtig? Man muß nie eifersüchtig sein, ohne allein mit der Eifersucht Gottes, der nur um seiner eigenen Verherrli­chung willen eifersüchtig ist. Deswegen sollten auch wir nur allein für die Ehre Gottes eifersüchtig seyn; wir sollten mit Moses wünschen, daß alle zu eben demselben Stande gelangen, und eben denselben Geist Gottes empfangen haben möchten; wollte Gott (sollen besonders alle Priester sagen) daß alle Menschen prophezeiten und der Herr ihnen seinen Geist gäbe! Der hell. Paulus war in eben demselben Sinne, als er sprach! Phil. 1,18. Was ist daran gelegen, wenn nur Christus auf allerlei Weise verkündiget wird. M.G.

22. Daß die Gläubigen in einer überaus engen Verbindung und Gemeinschaft stehen, die durch die Geistesmittheilung immer enger und wunderbarer wird. Joh. 7,39. Mark. 10,30. Eph. 4,16. 1 Cor. 12,12.13.

23. Daß Christus heute noch seine Gläubigen durch allerlei Träume, Gesichte, Erscheinungen, Stimmen u. s. w. unterrichte, zurechtweise, künftige Dinge vor, aussage n. s. w. Ap. 16, 9.10. Jes. 44. Joel 2,28. Matth. 2, 19.22. 1 Mos. 31 u. 30, 11, 12. Ap. 9,10. 8,29. 26. 39. 9, 12. 10, 3. 10. 11. 12.

24. Daß Christus heute noch die Weisen, Klugen und Großen der Welt vorbeigehe, und seine Geheimnisse den Kleinen und Unmündigen offenbare, und sie zu Werkzeugen, andre zu bekehren, mache. Luk. 10, 21. Matth. 11, 25.

25. Daß Christus gewöhnlich nur solche zu Werkzeugen seiner Ehre und Lehre macht, die Er längst durch innere und äußere Kreuzigungen gereinigt, geheiligt, gedemüthigt und vernichtet hat.

26. Daß solche Werkzeuge auch um anderer willen, die wiedergeboren werden sollen, viel zu leiden haben, von innen und außen, und daß sie dadurch das erfüllen, was nach Paulus an den Trübsalen Christi noch abgeht. Kol. 1,13.

27. Daß viele von den sogenannten Geistlichen oft am wenigsten Geist, Glaube und Liebe zu Christo haben, und dass nicht gerade nur sie um ihres Namens willen das Monopolium haben, Sünder zu belehren, sondern, daß Gott auch Laien, die den heil. Geist, Glaube und Liebe haben, dazu erwählen könne und gar oft erwählt habe. V .

28. Daß man auch in die innere Kirche, oder das Reich Gottes heute wie gestern nicht anders als durch viele Trübsale und Widersprüche eingehen könne, und daß die Pharisäer und Schriftgelehrten wieder die größten Hinderer seyen. Ap.14,21. Luk.9, 22. 11, 52.

29. Daß es nur zwei Kirchen auf Erden gebe, eine wahre und eine falsche, aber daß bei weitem nicht alle Katholiken (oder Evangelischen) zu der wahren Kirche gehören. Joh. 15, 6. Ps. 68, 29. 2. Mos. 32, 32 folg. Rom. 2, 28. 29. 9, 7. 8. 1 Joh. 2, 19. 1. Tim 5, 6. Eph. 2, 1. 5, 14. Rom. 2, 13. 26.

30. Daß gar viele von den bessern Katholiken (auch Evangelischen) judaiziren, d. i. in eigner Gerechtigkeit stehen, und der Gerechtigkeit Gottes, die uns durch den Glauben aus Christo kommt, nicht wollen unterthan sein, sondern eine eigene aufrichten. Röm. 10,2.3. Apost. 15 10.11.

31. Daß gar viele eine heidnische Denkens- und Lebens-Art haben, indem sie in offenbaren Werken des Fleisches leben und weben, und ihre Religion von weitem nicht kennen, viel weniger ihre Forderungen erfüllen, und daß also viele zur innern Kirche berufen, aber wenige auserwählt seien. Match. 7, 13. 14. Gal. 5, 19. Rom. l, 21. 9, 27.

32. Daß Christus das Leben unserer Seele sei, das man durch die Wasser- oder Buß-Taufe und durch den Glauben empfange, und daß man dies empfangene Leben durch die übrigen Sakra­mente der Lebendigen speisen, tränken, nähren, stärken und erhalten könne, solle und müsse.

33. Daß Christus und sein Evangelium gewöhnlich auch heute noch, nur von solchen auf, und angenommen werde, die in ihren Augen arm, nackt, blind und blos, aussätzig und sündig geworden, und die sonst in einer großen Leibes- und Geistes-Noth stehen und gehen. Da heißt es noch immer: die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, den Armen wird das Evangelium gepredigt, und die Reichen läßt Er leer ausgehen. Luk. 7,22. 4,13.19. 1,52.53.

34. Daß uns zwar die guten Werte vor Gott nicht gerecht und selig machen, aber wir doch ohne gute Werke auch nicht gerecht und selig werden, weil die guten Früchte nothwendig zum guten Baume, Christo, gehören, und die von uns angenommene Gerechtigkeit Gottes ein Meer ist, das sich von selbst in tausend Bächlein guter Werke ergießt. Luk. 6,42-49. Röm. 2,13. Matth. 7,21. Jak. 1,22. 2 Cor. 5,14. Röm. 2,25.26.28 folg. 1 Cor. 7,19. 1 Joh. 3,7. Die Rechtfertigung ist zugleich auch wenigstens ein Anfang der Heiligung unseres inneren Menschen.

35. Daß, wenn die Menschen anfangen besser zu werden, sie gewöhnlich ans Lohnsucht oder Strafsucht in die Gesetzes-Schule Mosis, dann in die Büß-Schule Johannis, alsdann in die Kreuz-Schule Jesu, endlich in die Schule des heil. Geistes gelten. Moses, Johannes, Christus, Geist, Luk. 16, 16. Mark. 1,7.8.10. Joh. l, 17; 4,23.24.

36. Daß alle äußerlichen Feste des Herrn innerlich im Geiste gehalten werden sollen und müssen, weil der bloße Buchstabe tödter, der Geist aber lebendig macht. Mark. 7,6.7; Hebr. 4,9-11.

37. Daß Johannes, das eigene Wirkens abnehmen müsse, wenn Christus, das göttliche Wirken, zunehmen soll; daß Maria der Martha vorzusetzen sei; daß die Nadel dem Faden den Weg bahne und ihm Platz mäche. Joh. 1,8. 15. 20. 26. Luk. 10,42. 16,16. Joh. 3, 28-31. Joh. 5, 35.36.

38. Daß alle Brüderschaften, Kreuzgange, Wallfahrten, dritte Orden und alle von Menschen erfundene und selbsterwählte Haus- und Kirchen-Andachten höchstens als Vorbereitungen auf Christus hin passierlich, aber keineswegs Christus selbst seien.

39. Daß aus dem Herzen des, der an Jesum glaubt, Ströme des lebendigen Wassers fließen. Joh. 7, 38.

40. Daß man Moses und sein Gesetz weit unangefochtener predigen könne als Jesum und sein Evangelium. Warum? Weil mehr Juden als Christen sind und weils der Satan besser leiden kann, wenn man ihnen die Mittel und die Kraft nicht zeigt, durch die sie das Befohlende vollbringen können.

41. Dass, wenn Christus für und in uns nicht als Fundament in die Seele gelegt ist, alles andere Flickwerk, Heu, Stroh und Stoppeln sei. Luk. 5,36; John 15,5.

42. Dass Christus heute noch vielen zum Gericht in die Welt komme, denn Blinde werden sehend, und Sehende werden blind.

43. Dass das Gesetz nur sage, was man thun soll, Christus aber bringe und gebe das Wollen und Vollbringen, das Wollen und Können; – und daß also nur halb geholfen sei, wenn man den armen Leuten immer nur allein das Gesetz predige, ihnen aber nichts von der Erfüllungs­kraft, von Christo sage.

44. Dass das Reich Gottes zu gekommen sei, und dass denen, die lange in der Finsternis und in den Schatten des Todes saßen, ein Licht aufgegangen sei, das aber der Satan und seine Kinder mit Gewalt über den Leuchter stoßen wollen, Luk. 11,20; 1,79.

45. Dass wir das, was Gott in unsern Tagen gethan hat, auch mit unserm Blut zu bezeugen verbunden seien; Mark. 5,19; 8,38; Hebr. 2,4 indem es Gott durch verschiedene Dinge und Gaben seines heil. Geistes bestätigte.

46. Dass wir den Meisten mit unsern Erfahrungen und Erzählungen närrisch oder ärgerlich, oder beides zugleich vorkommen werden. Luk 8,18; 1 Kor 2, 14. Fast niemand wird uns glauben wollen. Luk.22,67. Mark. 3,21. 8,33. 9,11.

47. Daß, wenn wir mit Christo leiden und sterben, wir auch mit ihm auferstehen, gen Himmel fahren, und Theil an seiner Herrlichkeit nehmen werden, die Er bei der Herrlichkeit des Vaters hat. Luk. 20,28-30. Matth. 19,28. Offenb. 2,26.

48. Daß es dem Heilande heute wie ehemals gehe; wenn Er mit seiner Kraft und Lehre auf­tritt, so wird alles rebellisch und verwirrt, denn er ist nicht gekommen, Friede zu bringen, sondern das Schwert, und Menschen, die mit Sünde und Satan eins waren, uneins zu machen. Luk. 23, 6. Mark. 1,27.

49. Daß es uns gar nicht wundere, daß bei der lebendigen Annahme Jesu keine großen, gelehrten und ansehnlichen Leute, sondern wieder nur meist Weiber, Blinde, Krumme, Lahme, arme und sonst geringe Leute seien, was uns eben auch, aber nur vor der Welt, herabsetzet. Luk. 8,2.23,27. 49.55. 24,1 folg. 10. Mark. 15, 40.41. 1 Kor. 1,36-28.

50. Daß die an Jesum lebendig Glaubenden Ein Herz und Einen Sinn bekommen, einander lieben und um Jesu willen auch zusammenkommen, um von Ihm und seinen Barmherzigkeiten einander zu erzählen, und daß die Welt sich in diese Zusammenkünfte nicht finden könne. Luk. 24,3 Apost. 2,44.45.1.

51. Daß die Kinder Gottes vom Geist getrieben werden, und daß sie diesem Geistestriebe folgen tön« neu, dürfen und sollen. Mark. 1,12. Apost. 10,19. Luk. 2,27. Eph. 6,19. Rom. 8,14. 1 Joh. 2,27. Hebr. 3,7.8. 8,10.11. Kehrt in euer Herz zurück! Ich will hören, was der Herr in mir redet.

52. Daß es mit den Leuten, denen Jesus von ihrem Sünden-Aussatz und ihrer Sünden-Angst hilft, gehe wie ehemals; man mag es ihnen lange verbiesten, sie sollen es niemanden sagen, sie sagens doch Mark. 1,45;7,36.

53. Daß das Juden- und Heidenthum im Christenthum mächtig überhand genommen, und daß also die Prediget des reinen Evangeliums die nämlichen Anstande bekommen müssen, welche die Apostel hatten, — sie werden überall Widerspruch finden. Luk. 2.34. Apost. 28,22. Joh. 7,7.12. Gal. 6,11.

54. Daß wir uns mit Paulus immer für jetzt geborne Kinder im Christenthume halten, und in der Vollkommenheit an Gnade und Weisheit täglich zu wachsen trachten sollen. 2 Cor. 4,16.

55. Daß einem der heil. Geist solche Dinge sage und lehre, die einer vor der Sendung desselben nicht ertragen kann, und die einem noch sehr wunderlich und ärgerlich vorkommen. Joh. 16,12-14.

56. Daß das bloße Gesetz zwar den zu erfüllenden Willen Gottes, und die Sünde zeige, aber keine Kraft gebe jenen zu erfüllen und diese zu meiden und zu tilgen, — und daß unsere (die katholischen) Prediger, aus Furcht lutherisch zu werden, das Gesetz zu viel, den lebendigen Glauben an Jesum für und in uns aber zu wenig predigen. Röm. 1,2-4.

57. Daß man aus der Gerechtigkeit des Glaubens eine gegründete Hoffnung haben könne, jetzt ein Kind Gottes und einst ein Erbe Gottes, Jesu und seiner Herrlichkeit zu werden. Röm. 8,16.17. 1. Joh. 3,2. Offenb. 3,21. Röm. 5,2.9.11.

58. Daß alle diese Sätze den Weisen und Klugen dieser Welt unbegreiflich vorkommen und sein werden, wie der Friede Gottes über alle Vernunft ist. Philip. 4,7. 2 Cor. 3,4.6.

Quelle: Der Menschenfreund, 3. Jahrgang, Nr. 8, Düsselthal, den 15. April 1827, Seiten 117-128. Vgl. Martin Boos, Erweckungs-Reden von einem vielgeprüften Prediger des Evange­liums, Bethanien 1818, III-XI.

Hier der Text als pdf.

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