Romano Guardini, Der Morgen: „Siehst du, wieviel von der ersten Stunde des Tages abhängt? Sie ist sein Anfang. Man kann ihn auch ohne Anfang beginnen, gedankenlos, willenlos in ihn hineingleiten. Da ist dann überhaupt kein ‚Tag‘, sondern ein Fetzen Zeit, ohne Sinn noch Angesicht. Ein Tag ist aber ein Weg; er will Richtung. Ein Tag ist ein Werk; das fordert klaren Willen. Ein Tag ist ein Lied; das verlangt helles Anheben. Ein Tag ist dein ganzes Leben. Dein Leben ist wie dein Tag. Das will aber ein Antlitz.“

Der Morgen Von Romano Guardini Das Angesicht des Morgens leuchtet vor allen Stunden stark und hell. Er ist ein Anfang. … Mehr

Romano Guardini, Die Stimme der Glocken: „Aus dem Hause Gottes wächst der Turm in die freie Luft und nimmt sie gleichsam für Gott in Besitz. Im Turm, im Gestühl, hängen die Glocken, schwer vom Erz. Sie schwingen um die Welle, und ihr; ganzer klar geformter Körper schwingt und sendet Klang auf Klang hinaus in die Weite. Wellen des Wohllautes; helle rasche oder schwere volle, oder tiefe langsam dröh­nende. Sie strömen hinaus, durchfluten die Weite und füllen sie mit der Botschaft des Heiligtums.“

Die Stimme der Glocken Von Romano Guardini Drinnen der Raum der Kirche spricht von Gott. Er gehört dem Herrn, ist … Mehr

Romano Guardinis Einführung in Blaise Pascals „Pensées“ (1937): „Was wir besitzen, ist also fragmentarisch in jedem Sinne des Wortes. Aber diesen Bruchstücken wohnt eine unbän­dige Kraft inne: Die Existentialität der Wahrheit. Dass hier die Frage aus dem Leben kommt und die Antwort in Leben übergeht, aber nicht in der Form ruhigen Schauens und inniger Aneignung, sondern eines unablässigen Kampfes, das hier der Wahrheitskampf zur Daseinsform wird – daraus kommt die unvergängliche Kraft dieser Bruchstücke.“

Einführung in Blaise Pascals „Pensées“ Von Romano Guardini Im abendländischen Schriftbereich gibt es einige Bücher, welche die Gewähr einer unvergänglichen … Mehr

Romano Guardini, Die Kerze (Von heiligen Zeichen, 1922): „Wie sie steht, wo es gilt, vor Gott. Nichts an ihr flieht, nichts biegt aus. Alles klare Bereitschaft. Und sie verzehrt sich in ihrer Bestimmung unaufhaltsam zu Licht und Glut. Laufe deiner Bestimmung nicht weg. Harre aus. Frag’ nicht immer nach Warum und Wozu. Es ist der tiefste Sinn des Lebens, sich in Wahrheit und Liebe für Gott zu verzehren, wie die Kerze in Licht und Glut.“

Die Kerze Von Romano Guardini Wie ist es um unsere Seele doch so eigen bestellt! Mit allen Dingen der Welt … Mehr

Romano Guardini, Liturgie als Spiel (Vom Geist der Liturgie, 1919): „In der Liturgie wird dem Menschen Gelegenheit geboten, dass er, von der Gnade getragen, seinen eigensten Wesenssinn ver­wirkliche, dass er ganz so sei, wie er seiner göttlichen Bestimmung gemäß sein sollte und möchte: ein ‚Kind Gottes‘. In der Liturgie soll er vor Gott ’sich seiner Jugend erfreuen‘.“

Einer der besten Texte in Sachen Liturgie ist immer noch Romano Guardinis „Vom Geist der Liturgie“. Darin enthalten ist ein … Mehr