Deutschgläubiges „Erntedank“-Gedicht im Nationalsozialismus (1935): „Wir lernten nicht, das Knie zu beugen, / die Hand zu heben im Gebet, / Gott lebt in uns sich selbst zum Zeugen, / sein Atem ist’s, der uns durchweht. / Nach seinem Willen sind wir Samen, / Frucht auf dem Acker dieser Welt, / auch unser Tod trägt seinen Namen …“

Deutschgläubiges „Erntedank“-Gedicht Am Sonntag, den 29. September 1935, wurde vormittags 10 Uhr auf das Erntedankfest hin eine Morgenfeier aus Leipzig … Mehr

Heinrich Vogel: Kreuz und Hakenkreuz. Thesen des Protestes, der Frage und der Bitte an die Glaubensbewegung Deutsche Christen (April 1933): „Kein Zeichen dieser Welt hat neben dem Kreuz Platz und Recht. Die Zeichen dieser Welt sind alle unter dem Kreuz. Wir protestieren nicht gegen das Hakenkreuz, das wir vielmehr als das Zeichen unseres deutschen Volkstums anerkennen, sondern wir protestieren gegen jede Vermengung oder Gleichordnung des Hakenkreuzes mit dem Kreuz.“

Kreuz und Hakenkreuz. Thesen des Protestes, der Frage und der Bitte an die Glaubensbewegung Deutsche Christen Von Heinrich Vogel Vorwort. … Mehr

Wort der Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union zur Auslegung des fünften Gebotes (1943): „Wo wir aber deutlich erkennen, dass Unrechtes von uns verlangt wird, oder dass uns verwehrt wird, das nach Gottes Willen Rechte zu tun, haben wir in eigener Verantwortung zu tun, was vor Gott recht ist, und haben darin Gott mehr als den Menschen zu gehorchen. Wir können uns nicht von den Vorgesetzten die Verantwortung vor Gott abnehmen lassen. Gott wird die von uns fordern, die wir zu Unrecht töteten, und furchtbar ist die Drohung, die gegen den Mörder ausgesprochen wird.“

Das Wort der Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche der APU zur Auslegung des fünften Gebotes vom Oktober 1943 enthält aus heutiger … Mehr

„Wer den Mut hat zu schweigen, der schweige.“ Erklärung Karl Steinbauers zur Anzeige wegen Nichtbeflaggung der Kirchen am 1. Mai 1936: „Mich treibt neben meinem Auftrag als Prediger des Evangeliums auch die Angst um die Zukunft unseres Vaterlandes und die Liebe zu meinem Volk, und auch die verbietet mir, zu schweigen. Ich glaube allerdings, dass ich damit auch meinem Volk einen besseren Dienst tue, als die, die schweigen. Warum sie schweigen, das frage sich jeder selbst. Wer noch immer glaubt, schweigen zu können, ohne Verletzung seines Gewissens, möge es tun.“

Nachdem Karl Steinbauer (1906-1988), selbständiger Vikar in der evangelischen Gemeinde Penzberg nahe dem Starnberger See, am 2. Mai 1936 wegen … Mehr

Richard Karwehl, Politisches Messiastum. Zur Auseinandersetzung zwischen Kirche und Nationalsozialismus (1931): „Die Prophetie der Kirche ist so völlig erloschen, dass selbst protestantische Pfarrer die säkularisierte Eschatologie der völkischen Bewegung mit der legitimen Eschato­logie kirchlicher Verkündigung verwechseln und mit Begeisterung in die Front des Nationalsozialismus einschwenken. Die Kirche hat kein das Einzelne und das Ganze packendes Wort zur Lage mehr. Sie hat ihren Rang verloren, sie hat die geistige Führung abgetreten an das politische Messiastum. Dort ist jetzt Kraft, Leidenschaft und Gläubigkeit. Dort sind Märtyrer, wenn auch Märtyrer des Säkulums. Der Nationalsozialismus ist hemmungs­los eschatologisch, darin nur den Sektierern, Adventisten und „Ernsten Bibelforschern“ vergleichbar. Die Kirche dagegen pflegt ein individua­listisches Seligkeitschristentum in Verbindung mit kleinbürgerlicher Ideologie und kirchlicher Selbstzufriedenheit.“

Politisches Messiastum. Zur Auseinandersetzung zwischen Kirche und Nationalsozialismus[1] Von Richard Karwehl Der Vortrag Richard Karwehls (1885-1979), Pfarrer an der Pauluskirche … Mehr

Otto Mörikes „Nein“ zur Politik Hitlers bei der Wahl 1938: „Den Kampf gegen die Kirche und den christlichen Glauben, sowie die Auflö­sung von Recht und Sittlichkeit halte ich für ein Beginnen, das den Fluch Gottes und damit das Verderben unseres Landes nach sich ziehen muss. Im Kampf um und gegen das Recht und den Glauben unsrer Väter wird sich das Schicksal unseres Volkes entscheiden. Da ich aber in diesem Kampf niemals mit der derzeitigen unseligen Haltung von Partei und Staat einig gehen kann, kann ich auf die 2. Wahlfrage nur mit einem schmerzlichen, aber entschiedenen Nein antworten.“

Otto Mörike war es, der meine Großmutter Hilde, geborene Stübel, mit meinem Großvater Lothar Teuffel in Schramberg bekannt gemacht hatte. … Mehr

Elie Wiesel, Wo ist Gott? (Die Nacht): „Mehr als eine halbe Stunde hing er so und kämpfte vor unseren Augen zwischen Leben und Sterben seinen Todeskampf. Und wir mussten ihm ins Gesicht sehen. Er lebte noch, als ich an ihm vorbeischritt. Seine Zunge war noch rot, seine Augen noch nicht erloschen. Hinter mir hörte ich denselben Mann fragen: ‚Wo ist Gott?‘ Und ich hörte eine Stimme in mir antworten: ‚Wo er ist? Dort – dort hängt er, am Galgen …'“

Wo ist Gott? Von Eli Wiesel Ich habe in der Folge mehreren Erhängungen beigewohnt. Nie habe ich einen der Verurteilten … Mehr

Ernst Wiechert über den Nationalsozialismus in seiner Rede an die deutsche Jugend 1945: Es war nicht eine politische Form wie andere Formen. Es war nicht ein System der Philosophie wie viele Systeme, die der Menschengeist geboren und dem Menschengeist dargeboten hatte. Es war nicht eine Sekte, die an das alte Gottesgewand einen neuen Saum nähte. Es war mehr als alles dieses. Es knetete mit seinen Händen ein neues Götterbild und richtete es auf, hoch über allem Volke, und es sagte: „Dies ist Gott, und nichts ist außer ihm. Und wer nicht anbetet, soll des Todes sterben.“

Seit Anfang der 1930er Jahre gehörte Ernst Wiechert (1887-1950) zu den meistgelesenen Autoren deutscher Sprache, seine Werke erreichten Millionenauflagen. Nach … Mehr

Pfarrer Karl Steinbauer über die Verweigerung des Glockengeläuts zum Wahlsieg der NSDAP im März 1936: „Ich soll sozusagen mit dem Läuten Gott zu diesem Betrug ,Ja‘ sagen lassen und der Gemeinde gegenüber so tun, als sei die Wahl Anlass, auf die Knie zu fallen und Gott zu danken. Dann hätte ich Menschen und Gott belogen, wie es in der Apostelgeschichte bei Ananias und Saphira heißt (Apg. 5,1 ff.). Ich kann das um keinen Preis der Welt tun. Unsere Glocken rufen zum Wort der Wahrheit und zum Gebet. Ich würde mich schä­men, wieder auf die Kanzel zu gehen, wenn ich wissentlich solchen Betrug mit Glockenläuten gedeckt hätte.“

Verweigerung des Geläuts nach der über 99 % „Ja-Wahl“ am 29.3.1936 Von Karl Steinbauer Zufällig war ich am Dienstag um … Mehr