Rudolf Hermann, Der erinnerte Christus (1960): „Gott ist in dem, wo­von da berichtet wird, zumal in Christus, nicht vorfindbar, wohl aber, wenn man ihn sucht, auffindbar. Das Trostwort Jeremias im Namen Gottes an die nach Ba­bylon Exilierten: ‚So ihr mich von ganzem Herzen suchet, will ich mich von euch finden lassen‘, darf von uns auch auf jene von Gott erwählte Ge­schichte angewandt werden.“

Der erinnerte Christus Von Rudolf Hermann Die Frage nach Jesus Christus, zumal auch nach seiner geschichtlichen Erschei­nung, hängt nicht zuletzt…

Die Zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben 1525 (in heutigem Deutsch): „Zum zwölften ist unser Beschluss und endgültige Meinung, wenn einer oder mehrere Artikel, die hier aufge­stellt sind, dem Worte Gottes nicht gemäß wären – wie wir aber nicht glauben –, dieselbigen Artikel möge man uns mit dem Wort Gottes als unzutreffend erweisen, so wollen wir davon abstehen, wenn man es uns aufgrund der Schrift er­klärt. Für den Fall, dass man uns schon jetzt einige Artikel zuließe und danach sich herausstellte, dass sie unrecht wären, sollen sie von Stund an tot und hinfällig sein und nichts gel­ten.“

Die Zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben Die jeweiligen Forderungen und Artikel der Bauern blieben im Bauernkrieg meist auf ihren…

Norbert Lüdecke über die Rechtsstellung des Papst im Evangelischen Staatslexikon: „Der Papst besitzt die formal so qualifizierte Gewalt in ih­rer ganzen Fülle. Dem Papst kommt die gesamte Gewalt Christi für seine Kirche auf Erden ohne jede Einschrän­kung zu. Die Vollgewalt mit ihren Funktionen der Ge­setzgebung, der Rechtspre­chung und der Verwaltung erstreckt sich auf die Glaubens- und Sitten­lehre wie auf die gesamte kirchliche Rechtsordnung, auf Lehre und Disziplin.“

Papst Von Norbert Lüdecke I. Begriff Griech. παππασ, lat. papa = Vater. Ursprünglich Ehrentitel, später Amtsbezeichnung, seit Gregor VII. (Dictatus…

Zur Schlacht bei Leipheim 1525. Aus dem Tagebuch des Herolds Hans Lutz: „Und sobald der wohlgeborene Herr Jörg der Feind ansichtig ward, da ließ er ein Lärmen schlagen und seinen Trompeter Lärmen blasen. Da machte man die Ordnung zu Ross und zu Fuß, und fiel Herr Jörg über die Bauern mit seinem Leibfähnlein und mit dem Rennfähnlein. Und Herr Jörg jagte den Bauern das steinerne Kreuz ab und schrie mit lauter Stimme: „All mir nach!“ Er gewann den Bauern den tiefen Weg ab, und gab ihm Gott das Glück, dass er die Bauern schlug (Gott sei Lob und Ehr gesagt), und nahm den Bauern 4 Falkonettlein, und ist mir recht, auch 4 Fähnlein. Und schlug tot mehr denn 2000 Bauern, und ertranken der Bauern selber in der Donau bei 1500.“

Zur Schlacht bei Leipheim 1525. Aus dem Tagebuch des Herolds Hans Lutz Hans Lutz begleitete Jörg Truchsess von Waldburg vom…

Karl Barth über Unsterblichkeit (1957): „Dieser ist der unsterbliche Gott: der eine, mit dem der Mensch es im Sterben zu tun bekommt. Dieser ist der Richter, dem er sein abgeschlosse­nes Dasein in seiner befristeten Zeit vorzuweisen hat. Die­ser ist das Jenseits seines Diesseits, die Zukunft seiner Gegenwart. Dieser aber ist offenbar als sein Jenseits, als seine Zukunft, auch eines jeden Menschen Hoffnung. In dem einen Menschen Jesus Christus hat er ja auch ihn nicht verworfen, sondern erwählt, ist er ja gerecht und barmherzig auch für ihn eingetreten, hat er ja auch ihn schon vom Tode errettet, hat er ja auch sein Sterbliches, wie es auch war, angenommen und mit Unsterblichkeit bekleidet, hat er ja auch ihm ewiges Leben geschenkt — alles in freier unver­dienter Gnade.“

Unsterblichkeit Von Karl Barth «Unsterblich» ist ein solches Wesen, das darum nicht sterben wird, weil es nach seiner besonderen Art…

Günther Dehn über Karl Steinbauers Mosepredigten (1947): „Wenn man beide Prediger Paul Althaus und Karl Steinbauer miteinander vergleicht, so mag man sich wundern, dass sie der gleichen Kirche angehören. Auf der einen Seite steht der ruhige, überlegene Akademiker, der ganz getragen ist von der Atmosphäre eines nicht so leicht aus der Fassung zu bringenden kirchlichen Bildungschristentums und auf der anderen dieser Stürmer und Dränger, der mit jedem Satz, den er sagt, den Bau seiner Kirche (nicht etwa Christus, ihren Grund) zu erschüttern versucht. Dort ist alles historische Kontinuität, hier Neuanfang. Dort ist Stil, gehaltene Form, hier bricht sich die Rede in Katarakten Bahn. Was uns gelegentlich rein sprachlich geboten wird, geht an die Grenze des Möglichen.“

Über Karl Steinbauers Mosepredigten Von Günther Dehn Da hat sich Günther Dehn in seiner Besprechung der Mosepredigten Karl Steinbauers [Karl…

Karl Barths Brief an Walter Herrenbrück über Dietrich Bonhoeffers Widerstand und Ergebung (1952): „Was für ein offener und reicher und zugleich tiefer und erschütterter Mensch steht da vor einem — «irgendwie» beschämend und tröstlich zugleich. So habe ich ihn auch persönlich in Erinnerung. Ein aristokratischer Christ, möchte man sagen, der Einem in den verschiedensten Dimensionen voranzueilen schien.“

Brief an Walter Herrenbrück über Dietrich Bonhoeffer (1952) Von Karl Barth Nachdem Eberhard Bethge 1951 Dietrich Bonhoeffers Widerstand und Ergebung.…